Kennen Sie diese 7 Stärken Ihrer „alten Hasen“?

Stärken der alten Hasen

© Alexander Raths - Fotolia.com

Der Fachkräftemangel in der Pflege und die Heraufsetzung des Rentenalters werden dazu führen, dass Sie immer mehr ältere Mitarbeiter beschäftigen werden. Oft herrscht die Meinung vor, dass ältere Mitarbeiter weniger Leistung bringen und noch dazu viel teurer als jüngere sind. Doch das ist oft ein Trugschluss. Betrachten Sie die Zusammenarbeit mit älteren, meistens auch langjährigen Mitarbeitern als Chance und Herausforderung für Sie als Führungskraft. Welche Vorteile ältere Mitarbeiter gegenüber den jüngeren Kollegen haben, lesen Sie hier.

Weitere Informationen zum Thema Umgang mit Mitarbeitern können Sie im PPM-Exklusiv-Ratgeber „So finden Sie das richtige Personal für Ihre Pflegeeinrichtung“ nachlesen.

  1. Langjährige Praxis- und Lebenserfahrungen
    Ob es sich um die Biografie Ihrer Bewohner, bewährte Hausmittel, um die Arbeit mit eigenwilligen Bewohnern oder Kollegen handelt: Die „alten Hasen“ kennen sich aus. Sie profitieren von ihrer Lebenserfahrung und sind oft gelassen im Umgang mit Schwierigkeiten.
  2. Gute Urteilsfähigkeit
    Ältere Mitarbeiter zeichnen sich oft durch ein gutes Urteilsvermögen aus. Mit zunehmender Lebenserfahrung haben sie einen guten Überblick und erfassen Zusammenhänge bei der täglichen Arbeit.
  3. Hoher Grad an persönlicher Reife
    Ihre älteren Pflegekräfte haben bereits berufliche Erfolge und auch Niederlagen erlebt. Sie kennen ihre persönlichen Stärken und Grenzen. Deshalb brauchen sie sehr wenig Führungsarbeit von Ihnen. Das bedeutet auch:
    • Die „alten Hasen“ stehen eigene Niederlagen und Probleme souverän durch. Im Team können sie Jüngeren helfen, wenn diese bei Tiefs nicht das Licht am Ende des Tunnels sehen können.
    • Sie fördern pragmatische Kompromisse, ohne ihre Standpunkte heftig zu vertreten.
  4. Gute Vernetzung in Ihrer Einrichtung
    Ob es sich um den persönlichen Draht zur Küche handelt oder um die Freundschaft mit den Kollegen aus der Hauswirtschaft: Die „alten Hasen“ haben in Ihrer Einrichtung zumeist Beziehungen in allen Arbeitsbereichen:
    • Sie kennen den „kleinen Dienstweg“ und können schneller für Ausnahmen oder notwendige Ressourcen sorgen.
    • Sie können ihre Beziehungen nutzen, um Zustimmungen und Unterstützung bei Projekten zu sichern.
  5. Gute Branchenkenntnisse mit persönlichen Beziehungen
    Ältere Pflegefachkräfte verfügen über Erfahrungen in anderen Einrichtungen und über Beziehungen zu deren Fachkräften:
    • Sie können für Sie bei anderen Einrichtungen über „alte Kontakte“ den richtigen Ansprechpartner z. B. für Kooperationsvorschläge ermitteln.
    • Vielleicht bringen sie weniger „frischen Wind“ mit, dafür wissen sie, wie sich über die Jahre die Strukturen in der Pflege entwickelt und verändert haben.
  6. Ausgeprägte soziale Intelligenz
    Ältere Pflegekräfte haben im Laufe der Jahre schon alle nur denkbaren „Leitungs-“, „Bewohner-“, „Angehörigen-“ und „Kollegen-Typen“ erlebt: Sie wissen, was den Bewohner überzeugt und einen aufgebrachten Angehörigen beruhigt. Ihre „alten Hasen“ haben eine gute Menschenkenntnis und können deshalb mit schwierigen Situationen oftmals gelassener und motivierter umgehen.
  7. Hervorragender Pragmatismus
    Ältere Mitarbeiter haben schon viel erlebt: Umstellungen, Outsourcing, Reorganisationen und andere Veränderungsprozesse. Sie kennen alle Phasen von der Euphorie über den Frust bis hin zur pragmatischen Anwendung im Alltag:
    • Sie wissen aus Erfahrung, dass auch großartige Ideen an persönlichen Eitelkeiten scheitern können.
    • Sie können sich erinnern, wie notwendige Neuerungen wegen Widerständen, Gesetzen, Traditionen oder mangelnder Ressourcen in Mini-Korrekturen endeten. Während jüngere Mitarbeiter sich für Ideen und Visionen begeistern, denken die Älteren darüber nach, welche und wie man Ideen realistisch umsetzen könnte. Mit dieser Kombination aus jugendlicher Begeisterung und reifem Pragmatismus haben Sie eine gute Basis für die Entwicklung brauchbarer Lösungen aus kreativen Ideen für Ihre zukunftsweisenden Projekte.
  8. Tipp: Nutzen Sie das Erfahrungswissen Ihrer „alten Hasen“. Setzen Sie sie z. B. als Paten für Neueinsteiger ein. Ihre erfahrenen Mitarbeiter können den Berufsanfängern die ersten Monate erheblich erleichtern. Nehmen Sie sich etwas Zeit, und machen Sie sich einmal Gedanken darüber, wie Sie ältere Mitarbeiter bisher gesehen haben. Nutzen Sie die Checkliste, um Ihre Einstellung hierzu zu prüfen.

Checkliste:

So nutzen Sie die Stärken der „alten Hasen“ in Ihrer Einrichtung

Sie haben sich von den Vorurteilen über angeblich weniger innovative und weniger belastbare Ältere getrennt.

Sie durchmischen Ihre Teams mit Mitarbeitern aller Altersgruppen.

Sie sorgen dafür, dass die Teammitglieder untereinander von den unterschiedlichen Erfahrungen profitieren können.

Sie ermöglichen es den „alten Hasen“, ihr Wissen an die Nachfolgenden weiterzugeben.

Die älteren Mitarbeiter sind den jüngeren ein Vorbild, wenn es um die störungsfreie Kooperation über Altersgrenzen hinweg geht.

Sie lassen sich bei Ihren Führungsaufgaben von Ihren älteren Mitarbeitern unterstützen.

Sie bieten den älteren Pflegekräften die gleichen Fort- und Weiterbildungen an wie den jungen.

Sie fördern den gegenseitigen Austausch von Wissen, Erfahrungen und Ideen im Team.

Auswertung: Sie sollten alle Punkte der Checkliste bestätigen können. Wenn dies in einzelnen Fällen nicht möglich ist, korrigieren Sie in diesem Bereich Ihr Verhalten.

Ein Beispiel: Zu den Unternehmen, die sich dessen bewusst sind, zählt das KWA Hanns-Seidel-Haus in Ottobrunn. Das Seniorenwohnstift, das zum KWA Kuratorium Wohnen im Alter gehört, beschäftigt 48 Mitarbeiter über 50 Jahre. Das sind immerhin 47 % der im Haus insgesamt Beschäftigten, von denen 15 sogar zwischen 60 und 80 Jahre alt sind. Die Tätigkeitsfelder sind dabei ganz unterschiedlich. Der Großteil arbeitet im hauswirtschaftlichen Bereich, einige in der Verwaltung und in der Betreuung. So sind 2 über 70-Jährige beim ambulanten Dienst tätig und die älteste Mitarbeiterin mit 80 Jahren in der Tagesbetreuung des Wohnstifts. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit dieser Mitarbeitergruppe liegt bei 20 Jahren. „Langjährige, ältere Mitarbeiter haben für ein Unternehmen generell eine große Bedeutung. Sie sind eine wichtige Ressource“, ist sich Stiftsdirektorin Ursula Cieslar sicher. „Ganz besonders gilt das für eine Senioreneinrichtung. Die Älteren identifizieren sich mit ,ihrem‘ Haus, verfügen über ein im Laufe der Jahre angeeignetes umfangreiches Wissen und zugleich über ein hohes Maß an Sozialkompetenz. Außerdem ist es für unsere Bewohner wichtig, nicht permanent neue Ansprechpartner zu haben“, so Cieslar.

Weitere Tipps rund um das Thema Personal bekommen Sie im PPM-Exklusiv-Ratgeber „So finden Sie das richtige Personal für Ihre Pflegeeinrichtung“.

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