Burnout bei Ihren Mitarbeitern – Diese Anzeichen sollten Sie kennen

Burnout in der Pflege

© Sven Hoppe - Fotolia.com

Wahrscheinlich ist es Ihnen auch schon passiert, dass Ihr zuverlässigster Mitarbeiter Sie enttäuscht hat. Gerade die Pflegekraft, auf die Sie sich immer verlassen konnten, ist plötzlich unzuverlässig und fehlt öfter. Anstatt sich Ihrer Enttäuschung hinzugeben, sollten Sie in so einem Fall aufmerksam werden. Denn diese unerwartete Verhaltensänderung könnte ein typisches Anzeichen für ein Burnout bei Ihrem Mitarbeiter sein. Wir haben die wichtigsten Merkmale für Sie zusammengefasst und sagen Ihnen, was Sie tun können, um Ihrem Mitarbeiter – rechtzeitig – helfen zu können.

Jede Menge Praxistipps und Checklisten zu Themen wie Mitarbeiterführung und vielem mehr bietet Ihnen regelmäßig der Spezial-Informationsdienst "HeimManagement kompakt".

Das Burnout-Syndrom steht für ein innerliches „Ausbrennen“, das zu einem geistigen, körperlichen und seelischen Erschöpfungszustand führt, der sich auch schleichend über Jahre hinziehen kann. Ihr Mitarbeiter fühlt sich kraftlos und hat immer weniger Freude am Leben. Urlaub hilft ihm nicht mehr. Beim Burnout- Syndrom können psychische und physische Beschwerden entweder allein oder gemeinsam auftreten. In Übersicht 1 lesen Sie, worauf Sie und auch der betroffene Mitarbeiter achten sollten, um festzustellen, ob er Symptome zeigt, die auf ein Burnout schließen lassen.

Das können Sie tun:

Sie als Pflegedienstleitung können dafür sorgen, einem Burnout bei Ihren Mitarbeitern vorzubeugen. In Ihrer Stellung als Vorgesetzter können Sie einem ausgebrannten Mitarbeiter auch helfen. Welche Maßnahmen sich bei welchem Mitarbeitertyp anbieten, lesen Sie in Übersicht 2.

  • Fazit: Wenn Ihre Mitarbeiter mit ihrer Belastung nicht mehr klarkommen, müssen Sie nicht hilflos zusehen. Es gibt geeignete Maßnahmen, mit denen Sie Burnout-Syndromen in Ihrer Einrichtung vorbeugen können. Warten Sie nicht, wenn Sie glauben, ein Mitarbeiter brennt aus. Bieten Sie ihm zeitnah aktiv Hilfe an.

Übersicht 1:

Burnout-Symptome – Auf diese Anzeichen sollten Sie achten

Sozial-emotionale Symptome

Körperliche Symptome

Schlechte Konzentrationsfähigkeit

Magen- und Darmbeschwerden

Ihr Mitarbeiter vergisst vieles.

Häufig Infektionskrankheiten

Die Entscheidungsfreude ist extrem zurückgegangen.

Er klagt oft über Rückenschmerzen.

Sein Lebensmut ist extrem zurückgewichen.

Er leidet unter Verspannungen, insbesondere im Schulter-Nacken-Bereich.

Ihr Mitarbeiter ist sehr schnell reizbar.

Er hat gehäuft Muskelschmerzen.

Er vermeidet Kontakte zu Kollegen und Freunden und zieht sich immer mehr in sich selbst zurück.

Er hat Schlafstörungen, ist immer häufiger unausgeschlafen und fühlt sich zerschlagen.

Er leidet an Angstzuständen.

Er hat gehäuft Kopfschmerzen.

Er ist mut- und perspektivlos.

Er leidet an Herzrhythmusstörungen.

Ihr Mitarbeiter ist immer weniger teamfähig und eigenbrötlerisch.

Ihr Mitarbeiter leidet an Bluthochdruck.

Übersicht 2:

Merkmale und Maßnahmen zum Burnout

Persönlichkeitsmerkmale Ihrer Mitarbeiter, die die Burnout-Gefahr erhöhen

Ihre Maßnahmen, um einem Burnout vorzubeugen oder dem ausgebrannten Mitarbeiter zu helfen

1. Der Perfektionist
Der Mitarbeiter stellt hohe Anforderungen an sich. Er will alles zu 100 % erledigen und setzt sich mit übertrieben hohen Zielen unter Druck. Zudem erlaubt er sich keine Fehler.

Zeigen Sie dem Mitarbeiter durch Ihre Anerkennung, dass Sie seine Leistung sehen und wertschätzen.
Machen Sie ihm immer wieder deutlich, dass Fehler menschlich sind und eine Lernchance bieten.

2. Der Ehrgeizige
Der Mitarbeiter ist gefährdet, wenn er aufgrund eines geringen Selbstwertgefühls ständig das Gefühl hat, nicht gut genug
zu sein. Er muss sich immer wieder selbst beweisen und hetzt von einer Aufgabe zur nächsten, bis er erschöpft ist.

Helfen Sie dem Mitarbeiter, indem Sie gemeinsam im Gespräch realistische und erreichbare Ziele definieren.
Helfen Sie dem Mitarbeiter, sich die Arbeit einzuteilen. Achten Sie bei der Dienstplanung darauf, dass er ausreichend Erholungspausen durch freie Tage hat.

3. Der unersetzliche Helfer
Der Mitarbeiter mit einem Helfersyndrom hat für jeden und alles ein offenes Ohr. Damit belastet er sich jedoch selbst und überfordert sich mit seinem großen Verständnis.

Bieten Sie ihm Supervision an, damit er seine Helferrolle in der Pflege überdenken kann.
Helfen Sie ihm durch eine Fortbildung zur Selbstreflexion und -einschätzung, Grenzen der Hilfe kennenzulernen.

4. Der Grenzenlose
Der Mitarbeiter kann nicht Nein sagen und will es allen recht machen. Er strebt nach Harmonie und geht jedem Konflikt aus dem Weg. Irgendwann fühlt er sich be- und ausgenutzt.

Sorgen Sie als Vorbild bei Ihren Mitarbeitern für offene Konfliktbewältigung.
Leiten Sie Ihre Mitarbeiter in Teambesprechungen und Schulungen zu konstruktivem Konfliktmanagement an.

5. Der Gestresste
Weil er über keinerlei Stressbewältigungsstrategien verfügt, kann der Mitarbeiter nicht mehr abschalten. Er hat kein effizientes Zeitmanagement, kann nichts abgeben und glaubt, er kann die Geschehnisse nicht beeinflussen.

Bieten Sie ihm Kurse in Entspannungstechniken an, z. B. Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training.
Organisieren Sie im Rahmen der Gesundheitsprävention einen Sportkurs für Mitarbeiter, z. B. Walking.

Jede Menge Praxistipps, u. a. auch zur Mitarbeiterführung, können Sie im Spezial-Informationsdienst "HeimManagement kompakt" nachlesen.

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