Führen bedeutet Kommunizieren: Motivieren Sie mit einer positiven Grundhaltung

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„Die beste Prävention gegen psychische Erkrankungen ist das Gespräch.“ In seinem Referat zu psychischen Erkrankungen bei Pflegekräften bemerkte dies der Psychiater Dr. Matthias Böke beim 8. PPM Kongress 2010. Wie Sie als Heimleiter Mitarbeitergespräche richtig führen, dazu kennen Sie verschiedene Techniken. Sie stellen Fragen, hören aktiv zu, sagen „ich“ statt „man“ usw. Doch bei aller Technik kann ein Mitarbeiter nach dem Gespräch mit Ihnen bedrückter sein als vorher. Denn wichtig ist neben der Technik auch Ihre Gesprächshaltung. Ihr Mitarbeiter spürt es, wenn Sie ihn nicht mögen oder er Sie nervt. Hier erhalten Sie 2 entscheidende Tipps, wie Sie dies vermeiden können.
Alle Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die optimale Mitarbeiterführung finden Sie in "Stationäre Pflege aktuell".
Warum Sie auch einen unsympathischen Mitarbeiter wertschätzen sollten
Sucht ein Mitarbeiter, den Sie unsympathisch finden, Ihren Rat, so wird er im Gespräch Ihre fehlende Wertschätzung spüren. Sie dagegen nehmen seine Fehler und Unzulänglichkeiten stärker wahr als bei jemandem, den Sie mögen. Sie können diese Situation allerdings beherrschen und zu 100 % ins Gegenteil verkehren. Wie Ihnen das gelingt, zeigen Ihnen die folgenden beiden Schritte.
1. Schritt: Akzeptieren Sie Ihre Abneigung
Sie müssen keine Schuldgefühle haben, wenn Sie einen Mitarbeiter nicht mögen. Das ist nur allzu menschlich. Gestatten Sie es sich, dass Sie ihn als unangenehm empfinden. Nur wenn Sie sich dieses Gefühl wirklich bewusst machen, können Sie einen Weg finden, um damit konstruktiv umzugehen.
Hinweis: Mitarbeiter, die auf Sie unsympathisch wirken, lösen diesen Effekt bestimmt auch bei anderen Menschen aus. Das spürt der Betroffene. Er spürt aber auch, wenn Sie ihm, anders als andere, mit einer interessiert-wertschätzenden Haltung begegnen. Auf diese Weise werden Sie bei ihm „einen Stein im Brett“ haben.
2. Schritt: Listen Sie seine Eigenschaften auf
Sie helfen sich, wenn Sie vor einem Zusammentreffen gedanklich oder auch schriftlich eine Liste erstellen. Notieren Sie zunächst alle Eigenschaften des Mitarbeiters, die Sie negativ bewerten. Dann überlegen Sie sich seine positiven Eigenschaften. Sie werden feststellen: Schon während dieser Abwägung wachsen Ihr Interesse und Ihre Wertschätzung. Wie Ihre fertige Liste aussehen könnte, sehen Sie im Beispiel auf dieser Seite.
Gründe für den einfachen Trick mit großer Wirkung
Erfolgreich ist dieser „Trick“ aus folgendem Grund: Wir beachten negative Elemente einer Person, die wir unsympathisch finden, automatisch mit erhöhter Aufmerksamkeit. Wir kennen Fehler und unangenehme Verhaltensweisen nicht nur sehr gut, sondern wir geben ihnen auch ein besonderes Gewicht. Sie werden deshalb feststellen, dass Sie ein wenig Mühe haben werden, positive Eigenschaften zu finden und dagegenzusetzen. Doch haben Sie es geschafft, beide Seiten der Persönlichkeit ausgewogen herauszufinden, sind Sie am Ziel. Sie erkennen Ihren Mitarbeiter als einmalige und wertvolle Person, der Sie mit Respekt begegnen können. Das ist unter positiver Wertschätzung zu verstehen! Diese befähigt Sie, gezielt die volle Anteilnahme an Schwierigkeiten, Problemen und Ängsten des Mitarbeiters zu zeigen. Eine wichtige Basis, auf der Sie dafür sorgen können, dass Ihre Mitarbeiter auch psychisch gesund bleiben.
Sie können einen Kreislauf in Gang setzen
Nicht nur Ihre Mitarbeiter profitieren davon, wenn Sie als Heimleiter eine Haltung positiver Wertschätzung gewinnen. Diese Einstellung hat auch eine Rückkopplung zur Folge. Sie ist ein Zeichen für Ihr eigenes gutes Selbstwertgefühl. Sie gewinnen damit Achtung und werden selbst wertgeschätzt. Das gibt Ihnen wiederum Kraft und Motivation für die positive Wertschätzung Ihren Mitarbeitern gegenüber usw. Sie haben einen konstruktiven Kreislauf in Gang gesetzt!
Negative Eigenschaften lassen sich oft auch einfach in positive umdrehen. So können Sie „arrogant“ auch mit „selbstbewusst“ gleichsetzen, „neugierig“ mit „interessiert“, „skeptisch“ mit „prüfend“ usw. Versuchen Sie es einmal!
Beispiel:
So bringen Sie Ihre Sicht des Mitarbeiters in die Balance
Eigenschaften, die ich an diesem Mitarbeiter nicht mag | Eigenschaften, die ich an diesem Mitarbeiter mag |
Er ist ein „Meckerer“. | Er macht sich Gedanken und äußert seine Meinung. |
Er ist humorlos und verbissen. | Er ist sehr zuverlässig und meint, was er sagt. |
Er ist unhöflich. | Er ist hilfsbereit. |
Er ist kleinlich und geizig. | Er arbeitet sehr genau. Die Pflegedokumentation, Abrechnungen, Berichte usw. führt er immer perfekt. |
In "Stationäre Pflege aktuell" finden Sie weitere Tipps für die Gesprüchsführung mit Ihren Mitarbeitern.
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