So punkten Sie auch als kleinerer Arbeitgeber durch Kreativität

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Auffällig bei der Recherche nach familienfreundlichen Unternehmen ist, dass nur wenige Altenpflegeeinrichtungen darunter sind. Ein Grund dafür mag darin liegen, dass große Verwaltungen, Banken und Versicherungen mehr finanzielle und personelle Ressourcen für das Thema „Beruf und Familie“ freisetzen können. Ein weiterer Grund ist vielleicht darin zu sehen, dass Sie als kleines und mittelständisches Pflegeunternehmen 24-Stunden-Dienstpläne an 7 Tagen pro Woche zu besetzen haben. Das sind andere Bedingungen, als wenn Sie nur Mitarbeiter an Büroarbeitsplätzen haben! Finden Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern einfache Lösungen.
Noch mehr Hinweise für Ihre Mitarbeiter zum Thema Familie und Beruf in der Pflege finden Sie in "Stationäre Pflege aktuell".
Doch lassen Sie sich von Ihren schwierigeren Bedingungen nicht entmutigen. Denn oftmals können kleine und mittelständische Betriebe kostengünstige Lösungen ohne großen Aufwand umsetzen. Bauen Sie daher auf Kreativität! Denn genauso macht es eine Familie, die Kinder aufzieht und / oder Angehörige pflegt. Zusammen mit Ihren familienerfahrenen Mitarbeitern finden Sie Angebote, die zu Ihrem Betrieb und Ihren Mitarbeitern passen. Zwei Beispiele, bei denen alle Beteiligten einen Zugewinn haben, schildern wir Ihnen im Folgenden.
Beispiel 1: Hol- und Bringdienste
Das Pflegeheim „Abendsonne“ führte eine Mitarbeiterbefragung zum Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ durch. Als Ergebnis zeigte sich, dass einige Mitarbeiter unter Stress litten, weil sie ihre kleinen Kinder pünktlich zur Schule oder zum Kindergarten bringen und wieder abholen mussten. Andererseits wollten sie ihre Arbeitszeit nicht reduzieren, weil die Familie das Einkommen dringend brauchte. Den Heimleiter hätte eine solche Reduzierung der Arbeitsstunden in eine Notlage gebracht. Denn der regionale Arbeitsmarkt für Pflegekräfte war leergefegt.
Ein betriebliches Modell für ein familiäres Problem: Outsourcing
Heimleiter und Mitarbeiter des Pflegeheims „Abendsonne“ fanden gemeinsam eine professionelle und einfache Lösung: Outsourcing. Sie organisierten einen Hol- und Bringdienst durch einen Dritten und schafften auf diese Weise Freiraum für das Kerngeschäft „Erwerbsarbeit“. Zusammen mit der zuständigen Arbeitsagentur gelang es, die Aufgaben des Fahrers in einer Arbeitsgelegenheit für einen so genannten „1-€-Jobber“ unterzubringen. Das Heim stellte das Fahrzeug, die Eltern erarbeiteten einen Tourenplan. Der Plan gibt vor, welche Kinder wo zuhause abgeholt und zu welcher Schule gebracht werden müssen und umgekehrt.
Die Lösung war eine echte Win-Win-Lösung.
- Der Heimleiter freut sich über eine Entspannung der Personalsituation in der Pflege: Einige Eltern waren bereit, ihre Wochenarbeitszeit zwar geringfügig, in der Summe aber spürbar anzuheben.
- Kein Kind muss mehr vor einem verlassenen Schul- oder Kindergartengebäude warten.
- Eltern-Mitarbeiter bleiben bei der Pflege der Bewohner entspannt bis zur letzten Minute ihrer Arbeitszeit.
- „Mitarbeiterzufriedenheit bringt Bewohnerzufriedenheit.“ Dieser Satz bewahrheitete sich auch in diesem Fall. Bewohner berichteten, dass Pflegerin K. „gar nicht mehr so hektisch“ ist.
Beispiel 2: Hausaufgabenbetreuung gegen Aufstockung der Arbeitsstunden
In einer anderen Pflegeeinrichtung ergab die Befragung, dass einige Mitarbeiter mit schulpflichtigen Kindern gerne zusätzliche Stunden arbeiten würden. Sie wollten hingegen auf keinen Fall die größeren Kinder ihre Hausaufgaben allein machen lassen und deshalb zuhause bleiben. Sie wussten aus Erfahrung, dass Kinder, allein gelassen, Hausaufgaben nur flüchtig oder gar nicht erledigten. Sie beschrieben auch, dass es für sie oft gar nicht so einfach sei, müde von der Arbeit, zu Grammatik und Algebra Hilfestellung zu geben.
Der Heimleiter fand, zusammen mit seinen Mitarbeitern, eine einfache Lösung. Das Heim stellt am Nachmittag einen ungenutzten Büroraum zur Verfügung. Die Eltern von 5 Kindern suchen und bezahlen einen pädagogischen Betreuer für 2 Stunden am Nachmittag. Denn Schulen geben meist vor, dass Kinder bis zur Klasse 10 mit jeweils höchstens 2 Stunden an Schultagen auskommen sollen, um ihre Hausaufgaben zu erledigen.
Auch diese Lösung brachte jedem Beteiligten einen erheblichen Gewinn.
- Gewinn des Heimleiters: 3 Eltern-Mitarbeiter stockten ihre Arbeitszeit um 2 Stunden auf. Diese 6 Stunden pro Tag entlasteten die Personalsituation erheblich.
- Gewinn der Mitarbeiter: Sie freuten sich über das zusätzliche Einkommen. Sie fühlten sich von einer manchmal schwierigen Betreuung der Schulaufgaben entlastet.
- Gewinn der Bewohner: Sie hatten Freude daran, dass die Kinder ihren Alltag etwas belebten. Eine Bewohnerin freundete sich sogar herzlich mit einem der Kinder an.
- Gewinn der Schulkinder: Sie können konzentriert arbeiten. Sie bekommen qualifizierte Hilfestellung. Sie wissen, dass sie nach 2 Stunden Hausaufgabenbetreuung wirklich frei haben.
In "Stationäre Pflege aktuell" finden Sie weitere Beispiele für Ihre Mitarbeiter zum Thema Familie und Beruf in der Pflege.
Tipp: Kommunizieren Sie die Familienfreundlichkeit Ihrer Einrichtung schon in Ihren Stellenangeboten über die PPM-Jobbörse.
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