Leitungskraft mobbt Mitarbeiter? Klären Sie die schwierige Situation in 5 Schritten

Bossing und Mobbing in der Pflege

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Was kann eine WBL dagegen tun, wenn sie von ihrer PDL oder vom Heimleiter gemobbt wird? Sie kann mit Ihnen als Führungskraft sprechen! Doch wie sollen Sie damit umgehen? Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie am besten gegen dieses sogenannte Bossing vorgehen. Denn schließlich ist auch Ihr Betriebsklima in Gefahr. In 5 Schritten können Sie Ihren Mitarbeiter aus seiner Zwickmühle holen, sein Vertrauen wieder herstellen und ggf. Ihren Vorgesetzten wieder in die richtige Spur bringen.

Übrigens: Eine Vielzahl von Themen zur Mitarbeiterführung finden Sie auch im "HeimManagement kompakt".

Das gute Betriebsklima ist in Gefahr

Die Beschwerde eines Mitarbeiters, er werde von seinem Vorgesetzten gemobbt, bringt Sie in eine brisante Situation. Einerseits werden Sie zunächst meist nur mit Behauptungen und Empfindungen Ihres Mitarbeiters konfrontiert. Andererseits ist ein gutes Betriebsklima für Ihre Einrichtung das
A und O.

Definition des Begriffs Mobbing durch das Bundesarbeitsgericht (BAG)

Unerwünschte Verhaltensweisen, die bezwecken oder bewirken, dass die Würde der betreffenden Person verletzt und ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird (BAG, Urteil vom 25.10.2007, Az.: 8 AZR593/06). Doch auch Ihr eigenes Vertrauen in Ihre Führungskräfte, Ihre wichtigsten Mitarbeiter, ist in Gefahr. Deshalb ist es ratsam, solchen Beschwerden nachzugehen. Auch wenn es Ihnen zunächst unwahrscheinlich erscheinen mag: Sie können nicht immer alles mitbekommen, was in Ihrem Unternehmen vorgeht. Und Mobber bzw. Bosser sind oft sehr erfinderisch und infam. Wenn sich dann herausstellt, dass die Vorwürfe so nicht stimmen, umso besser! Wenn sie aber zutreffen, müssen Sie das umgehend unterbinden.

Hinweis: Einen Vorgesetzten zu beschuldigen ist für einen Mitarbeiter eine riskante Sache. Er steht dumm da, wenn alles an den Haaren herbeigezogen scheint, nicht zu recherchieren ist und nicht nachgewiesen werden kann. Den Vorwurf der üblen Nachrede gegen einen Vorsetzten wagt er deshalb
wahrscheinlich nur dann, wenn ihm wirklich das „Wasser bis zum Halse“ steht und er ohnehin schon mit einer „inneren Kündigung“ herumläuft.

So können Sie den Konflikt lösen

In 5 Schritten holen Sie Ihren Mitarbeiter aus seiner Zwickmühle, stellen sein Vertrauen wieder her und bringen ggf. Ihren Vorgesetzten wieder in die richtige Spur. Wir stellen sie Ihnen hier vor und greifen dabei unser erwähntes Beispiel wieder auf: Eine WBL beschwert sich über das Bossing ihrer PDL.

1. Schritt: Hören Sie dem mutmaßlichen Opfer zu

Oftmals sind gerade Bossing-Opfer kompetent, fleißig und gutmütig. Und trotzdem oder gerade deshalb werden sie zu Sündenböcken und Blitzableitern ihrer Vorgesetzten. So ist es ratsam, ihre Beschwerden aufmerksam anzuhören. Fragen Sie nach, und versuchen Sie, die Zusammenhänge zu durchschauen. Fragen Sie auch nach schriftlichen Beweisen oder Zeugen.

2. Schritt: Machen Sie sich ein eigenes, aber möglichst objektives Bild

Natürlich wollen Sie Ihre PDL nicht mit falschen Vorwürfen brüskieren. Zudem empfinden Sie vielleicht eine besondere Solidarität für diese 1. Mitarbeiterin „unter Ihnen“. Doch nun gilt es, Ihre PDL noch einmal genau und vor allem objektiv zu betrachten.

3. Schritt: Beobachten Sie die Zusammenarbeit

Versuchen Sie herauszufinden, ob die Bossing-Vorwürfe berechtigt sind. Beobachten Sie die Kontrahenten bei der Zusammenarbeit. Geben Sie ihnen vielleicht eine Aufgabe, die sie gemeinsam erfüllen sollen. Verschaffen Sie sich einen persönlichen Eindruck: Greift die PDL die WBL z. B. persönlich an? Schikaniert sie ihre Untergebene? Macht sie die WBL vor dem Team öffentlich lächerlich? Signalisiert sie anderen Mitarbeitern, dass sie sie loswerden will und „zum Abschuss freigibt“?

4. Schritt: Finden Sie Gründe und Ursachen heraus

Falls Sie Hinweise auf Bossing finden, sollten Sie über mögliche Hintergründe nachdenken: „Bossende“ Leitungskräfte fühlen sich manchmal von der Kompetenz starker Mitarbeiter in ihrer Position bedroht oder sind insgesamt unsicher. Manchmal stehen sie so unter Druck, dass sie ihre Mitarbeiter „fertigmachen“, um sich dadurch besser zu fühlen. Es kann auch sein, dass Führungskräfte meinen, direkt und ehrlich sein zu müssen, ohne zu bemerken, dass sie dabei verletzend sind.

5. Schritt: Konfrontieren Sie den bossenden Vorgesetzten

Sprechen Sie mit der PDL, konfrontieren Sie sie mit der Beschwerde. Fragen Sie sie, wie es ihr in ihrer Position geht. Versuchen Sie herauszufinden, ob sie vielleicht frustriert, gelangweilt, unter Druck oder einfach missgünstig und intolerant ist. Machen Sie Ihrer Führungskraft klar, dass sie eine besondere Machtstellung hat und diese keinesfalls missbrauchen darf. Auch sie hat die Fürsorgepflicht für ihre Mitarbeiter. Machen Sie der Führungskraft deutlich, dass ein gutes Betriebsklima und eine geringe Fluktuation auch in ihrem Interesse sind.

Beherzigen Sie diese 5 Schritte, dann haben Sie alles dafür getan, die Gefahr für den Betriebsfrieden in Ihrem Hause abzuwenden.

In "HeimManagement kompakt" finden Sie hilfeiche Tipps, die  Mobbing in Ihrer Einrichtung aktiv verhindern.

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