So sorgen Sie für eine Kultur der Wertschätzung und Anerkennung

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Im Pflegealltag müssen Sie als Heim- bzw. Pflegedienstleitung, aber auch Ihre Mitarbeiter oft regelrecht „funktionieren“, als wären Sie Maschinen und keine Menschen. Die Erwartungen an Sie sind von allen Seiten hoch: Bewohner, Angehörige, Träger usw. Und Sie müssen, unabhängig davon, wie Sie oder Ihre Mitarbeiter sich fühlen, Ihre gesamte Aufmerksamkeit den Bewohnern und deren Angehörigen widmen. Da kann es schnell passieren, dass Sie kaum noch wahrnehmen, wie es Ihren Mitarbeitern eigentlich geht. Außerdem droht die Gefahr, dass Sie das Engagement Ihrer Mitarbeiter als selbstverständlich ansehen. Das und mangelnde Wertschätzung führen zu einem Gefühl von Überforderung und Stress bei Ihrem Team. 5 Tipps, wie Sie mit Ihren Mitarbeitern eine Kultur der Wertschätzung entwickeln, lernen Sie hier kennen.
Wie Sie Mitarbeiter durch Eigenverantwortung motivieren und viele weitere Themen zur erfolgreichen Leitung stationärer Einrichtungen können Sie in "HeimManagement kompakt" nachlesen.
Ein gutes Beispiel für ein gelungenes Stressmanagement im Arbeitsalltag bietet ein Projekt am Niederrhein: Mitarbeiter eines Pflegeheims haben hier eine ehemalige Rumpelkammer im Wohnbereich freigeräumt und umgestaltet. Zunächst wurde das Gerümpel entsorgt. Dann wurde ein Strandkorb angeschafft und in die mit angenehmen Farben und indirektem Licht ausgestattete Kammer gestellt. Insgesamt entstand in dem Raum so eine entspannte Atmosphäre. Dann erhielt jeder Mitarbeiter eine kleine Eieruhr mit einem 5-Minuten-Zeitraum. Es wurde dazu folgende Vereinbarung getroffen: Immer wenn ein Mitarbeiter sich bei der Arbeit subjektiv überfordert fühlte, konnte er sich für 5 Minuten in den Strandkorb zurückziehen. Er brauchte deswegen kein schlechtes Gewissen zu haben. Darüber hinaus wurden alle 2 Monate Teamsitzungen zum Thema „Belastung der Mitarbeiter“ durchgeführt. Dadurch bekam die Leitung eine Rückmeldung zur Belastungssituation der Mitarbeiter.
Das können Sie auch
Sie müssen nicht warten, um ein so erfolgreiches Beispiel zu „kopieren“. Berichten Sie Ihren Mitarbeitern von diesem Projekt und suchen Sie gemeinsam nach eigenen Lösungen. Machen Sie dazu z. B. ein Brainstorming mit Ihren Teamleitungen. Sie werden sehen, dass Ihnen sehr schnell kreative und umsetzbare Ideen präsentiert werden. Mit den folgenden 5 Tipps gelingen Ihnen und Ihren Mitarbeitern die gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung.
5 Tipps, wie Sie mit Ihren Mitarbeitern eine Kultur der Wertschätzung entwickeln
Tipp 1: Nutzen Sie wegen der Vielschichtigkeit des Berufes Expertenwissen
Sinnvoll ist, dass sich Ihre Mitarbeiter aus unterschiedlichen Spezialisten, etwa Gerontopsychiatrie-, Wundmanagement-, Palliative-Care- und Diabetesfachkräften, zusammensetzen. Ermutigen Sie deshalb Ihre Mitarbeiter, sich entsprechend ihren Fähigkeiten auf bestimmten Gebieten fortzubilden. Fördern Sie die Motivation Ihrer Mitarbeiter auch, indem Sie sich als Arbeitgeber auf unterschiedliche Arten an diesen Fort- und Weiterbildungen beteiligen. Das neue Expertenwissen gibt Ihrem Mitarbeiter eine Sonderstellung im jeweiligen Team, was zusätzlich die Wertschätzung steigert.
2. Tipp: Lernen Sie sich auch von der privaten Seite kennen
Betriebsausflüge oder Mitarbeiterfeiern geben Ihnen Gelegenheit, Ihre Mitarbeiter auch einmal etwas privater kennen zu lernen. In einer geselligen Runde können Sie manches im beruflichen Alltag schwierige Thema, etwa die Konkurrenz zwischen unterschiedlichen Arbeitsbereichen, viel entspannter klären. Sie erweitern zudem Ihre Sichtweise auf die jeweiligen Persönlichkeiten und auch Ihre Mitarbeiter erhalten ein erweitertes Bild von Ihnen als Vorgesetztem.
3. Tipp: Stellen Sie Regeln für den Umgang miteinander auf
Ob Ihre Mitarbeiter Bewohner, deren Angehörige und sich gegenseitig wertschätzen, zeigt sich in ihrem Kommunikationsverhalten. Stellen Sie deshalb gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern Regeln auf, wie Sie miteinander und mit anderen kommunizieren möchten. Diese Regeln können Sie dann im Dienstzimmer aufhängen. Wenn Ihnen etwas an der bestehenden Kommunikation missfällt, klären Sie das! Üben Sie schwierige Kommunikationssituationen wie mit Angehörigen oder Kritik an Kollegen etwa mithilfe eines Supervisors oder Moderators. Lassen Sie sich von Außenstehenden, z. B. Praktikanten, schildern, wie diese den Umgang der Mitarbeiter miteinander, mit den Bewohnern und deren Angehörigen von außen erleben.
4. Tipp: Machen Sie Umgangsformen zum Thema
Wertschätzung und Anerkennung drücken sich auch in den Umgangsformen aus. Besprechen Sie deshalb im Team konkret, welche Umgangsformen Sie von Ihren Mitarbeitern erwarten. Erklären Sie Ihren Mitarbeitern, welche Verhaltensweisen womöglich Geringschätzung ausdrücken, etwa wenn sich ein Mitarbeiter während des Gesprächs mit dem Handy statt mit dem Gesprächspartner beschäftigt. Weisen Sie auch neue Mitarbeiter, Schüler und Praktikanten auf Ihre Anforderungen an die Umgangsformen in Ihrer Einrichtung hin. Nur so können alle die Kultur der Wertschätzung mittragen.
5. Tipp: Loben Sie Ihre Mitarbeiter
Sie sollten Ihre Mitarbeiter regelmäßig loben, denn Lob motiviert. Betonen Sie dabei auch die herausragenden Stärken einzelner Mitarbeiter.
In "HeimManagement kompakt" finden Sie weitere Tipps zur Motivation Ihrer Mitarbeiter.
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