Achten Sie auf Besonderheiten bei Ihren an Parkinson erkrankten Pflegekunden

Besonderheiten bei Parkinson

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Parkinson ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Im Verlauf der Krankheit sterben immer mehr Nervenzellen im Bereich des Mittelhirns ab. Diese sind unter anderem für die Herstellung des Botenstoffs Dopamin verantwortlich. Der Mangel an Dopamin führt zu bekannten Symptomen wie Muskelzittern, verlangsamte Bewegungsabläufe oder Muskelstarre. Bei der Pflege dieser Kunden gibt es einige Besonderheiten, auf die Sie achten sollten.

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Besonderheiten bei der medikamentösen Therapie mit L-Dopa-Präparaten

Die meisten Ihrer an Parkinson erkrankten Pflegekunden werden mit einem L-Dopa-Präparat, einer Vorstufe des Dopamins, behandelt. Der Wirkstoff L-Dopa wird erst im Dünndarm aufgenommen und anschließend zum Gehirn geleitet. Damit das Medikament richtig wirken kann, sollte es möglichst 1,5 Stunden vor der nächsten größeren Mahlzeit eingenommen werden. Verbleibt das Medikament aufgrund von Verdauungsprozessen zu lange im Magen, kann seine Wirkung reduziert werden.

  • Reagiert Ihr Pflegekunde mit Übelkeit oder Erbrechen auf die Nüchterneinnahme von L-Dopa, bieten Sie ihm zur Medikamenteneinnahme eine Kleinigkeit zu essen an. Das kann z. B. 1 Keks, 1 Kräcker oder 1 kleines Stück Brot sein.
  • Helfen diese Maßnahmen nicht, kann das Medikament auch zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Sie sollten jedoch zuvor den behandelnden Arzt darüber informieren. Unter Umständen muss die Dosierung angepasst werden, oder der Arzt kann ein Medikament ansetzen, das die Übelkeit, die durch das L-Dopa hervorgerufen wird, reduziert.
  • Es kann vorkommen, dass Ihr Pflegekunde bei der Nüchterneinnahme von L-Dopa-Präparaten mit Überbewegungen, wie z. B. Zittern der Arme und Beine, reagiert. Beobachten Sie daher Ihren Pflegekunden genau, wenn das Medikament neu angesetzt wurde, und setzen Sie sich gegebenenfalls mit dem behandelnden Arzt in Verbindung. Unter Umständen kann es sein, dass dieser Pflegekunde sein L-Dopa mit den Mahlzeiten einnehmen sollte, um den Wirkungseintritt etwas zu verlangsamen.

Besonderheiten bei Gewichtsverlust

Bei beständigem Muskelzittern und der besonderen Anstrengung, begonnene Bewegungen zu Ende zu führen, kann es bei Ihrem erkrankten Pflegekunden leicht zu einem Gewichtsverlust kommen. Dem können Sie entgegensteuern, indem Sie:

  • Ihrem Pflegekunden täglich mehrere (6–8) kleine Mahlzeiten anbieten.
  • Ihrem Pflegekunden durch das Angebot von Fingerfood das Essen erleichtern.
  • Ihrem Pflegekunden immer genügen Zeit zum Essen lassen. An Parkinson erkrankte Menschen benötigen zur Aufnahme ihrer Mahlzeiten oft deutlich mehr Zeit als Pflegekunden, die nicht unter dieser Erkrankung leiden. Rechnen Sie daher diese längere Zeitspanne mit ein.
  • Servieren Sie Ihrem Pflegekunden sein Essen auf einem speziellen Wärmeteller, damit er bis zum Ende seiner Mahlzeit ein warmes Essen genießen kann.
  • Achten Sie darauf, ob Ihr Pflegekunde zur Aufnahme seiner Nahrung Besteck mit speziell geformten Griffen benötigt.

Besonderheiten bei Übelkeit

Auch Übelkeit führt häufig zum Gewichtsverlust. In vielen Fällen ist das Unwohlsein durch die medikamentöse Behandlung hervorgerufen. Daher sollten Sie sich immer mit dem behandelnden Arzt in Verbindung setzen, sobald Sie bemerken, dass die Übelkeit Ihres Pflegekunden wiederholt auftritt oder gar von Dauer ist. Weiterhin können Sie Ihrem Pflegekunden helfen, indem Sie:

  • Ihrem Pflegekunden empfehlen, lieber 6 kleine statt 3 große Mahlzeiten zu sich zu nehmen.
  • Ihrem Pflegekunden seine Wunschkost anbieten. Erfahrungsgemäß wird das, worauf der Körper Lust hat, auch meist gut vertragen.
  • Leicht verdauliche Mahlzeiten anbieten.
  • Sehr fettige, stark gewürzte oder süße Speisen meiden.

Worauf Sie bei der Pflege Ihrer an Parkinson erkrankten Pflegekunden noch achten sollten, können Sie in „Praxis: Altenpflege” nachlesen. 

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