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5 Tipps: Wie Sie die Trauerphasen begleiten

24.02.2017

Frau Sunder sitzt weinend in ihrem Ohrensessel am Fenster. Sie hält ein Bild ihres Ehemannes in der Hand. Erst vor 4 Wochen ist er verstorben und sie erst vor 1 Woche in unsere Einrichtung gezogen. Ihr Mann hatte sie zu Hause unterstützt, war eigentlich der gesündere und mobilere von beiden gewesen. Doch dann starb er plötzlich an einem Herzinfarkt und sie musste sich von allem trennen und zu uns in die Pflegeeinrichtung ziehen. Nun weint sie jeden Tag, hat keinen rechten Appetit und kaum Motivation. Am liebsten würde sie „hinterhergehen“, sagt sie immer wieder.

Seien Sie aufmerksam für die verschiedenen Phasen der Trauer

Jeder Mensch durchlebt in seiner Trauer verschiedene Phasen. In der Regel werden
4 Phasen des Trauerprozesses beschrieben, z. B. von Verena Kast, die so bei den Menschen in unterschiedlicher Länge und Ausdauer durchlebt werden:

1. Phase: Das Nicht-wahrhaben-Wollen

In dieser Phase möchte der Betroffene nicht wahrhaben, was geschehen ist. Er weigert sich, die Realität anzuerkennen. Auch hat er keinen guten Zugang zu seinen eigenen Gefühlen, was sich häufig wie ein Taubheitsgefühl äußert. Dies ist vergleichbar mit einem Schock wie nach einem Unfall. Körperliche Symptome können ein beschleunigter Herzschlag, Schwitzen und motorische Unruhe sein. Meist dauert dieser Zustand einige Tage bis zu 1 Woche an, manchmal auch länger.

2. Phase: Das Aufleben von Gefühlen

Nun kommt es zum Aufwallen starker Gefühle wie Wut, Zorn, Verzweiflung. Auch Niedergeschlagenheit und Schuldgefühle können sich in dieser Phase zeigen. Welcher Art und wie intensiv diese Gefühlswallungen sind, hängt von der Persönlichkeit des Betroffenen ab. Hier ist vom Umfeld Taktgefühl gefragt.

3. Phase: Das Suchen und Sichlösen

Hier findet der Versuch statt, sich den Verstorbenen wieder als reale Person zu schaffen. Man besucht z. B. Orte, an denen man mit demjenigen gemeinsam war. Auch übernimmt man Gewohnheiten desjenigen, um sich möglichst verbunden zu fühlen.

4. Phase: Der neue Bezug nach Innen und Außen


In den 1. Phasen finden viele Erinnerungen an die verlorene Person statt. Diese werden nun zu einer „inneren Figur“, zu einem Teil des Trauernden. Er kann sein eigenes Leben wieder leichter führen und der Verstorbene wird zu einer Art Begleiter.

 

Mit diesen Tipps finden Sie einen angemessenen Umgang mit der Trauer Ihrer Bewohner

1. Tipp: Führen Sie ein Gespräch.

Wenn Sie sehen, dass einer Ihrer Bewohner trauert, sollten Sie einfühlsam das Gespräch suchen. Fragen Sie nach dem Grund der Trauer, falls dieser Ihnen nicht bekannt ist. Zeigen Sie Verständnis und bieten Sie Ihrem Bewohner an, über die Person zu sprechen, um die er trauert.

2. Tipp: Zeigen Sie Geduld.

Jeder Mensch trauert anders. Ihre Bewohner werden unterschiedliche Zeiträume zur Verarbeitung ihres Verlustes benötigen. Bringen Sie die entsprechende Geduld auf und bieten Sie regelmäßig Gespräche an. Wie oft und wie intensiv entscheidet Ihr Bewohner. Konfrontieren Sie ihn nicht mit seiner Trauer, wenn dies offensichtlich nicht erwünscht ist.

3. Tipp: Unterstützen Sie die Verarbeitung.

Bieten Sie Hilfestellungen an. Dies kann z. B. das Schreiben einer Trauerkarte an Verwandte oder ehemalige Nachbarn sein. Oder derjenige benötigt Begleitung, um an der Beerdigung eines nahestehenden Menschen teilnehmen zu können. Eine weitere Möglichkeit ist das Ansehen alter Fotos, das Erinnern an schöne gemeinsame Momente, um dem verlorenen Menschen den gebührenden Raum zu geben.

4. Tipp: Bieten Sie Ablenkung an.

Ablenkende Beschäftigung kann je nach Stadium der Trauer hilfreich sein. Bieten Sie Ihrem Bewohner individuelle, auf seine Hobbys abgestimmte Möglichkeiten. Er soll selbst mitentscheiden, welche Art der Beschäftigung für ihn gerade das Richtige ist. Manche möchten auch gern häufiger allein sein und z. B. einfach nur Musik hören. Auch das ist in Ordnung.

5. Tipp: Beziehen Sie Angehörige ein.

Kontakt und Gespräche mit lieben Verwandten oder auch Freunden können häufig am besten helfen. Sollten diese in Zeiten der Trauer unsicher wirken, motivieren und unterstützen Sie sie. Oft ist es schon hilfreich, wenn diese Zeit mit Ihrem Bewohner verbringen, mit ihm einen Spaziergang unternehmen oder Ähnliches. Es muss nicht immer viel geredet werden, wichtig ist es zu zeigen: Ich bin für dich da.

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