Verlag & Akademie

So gewinnen Sie Angehörige als Partner für Ihre Biografiearbeit

16.10.2017

Als Pflege- und Betreuungskraft sind Sie sich der Wichtigkeit einer wertschätzenden Biografiearbeit
bewusst. Häufig können Ihnen Menschen mit Demenz im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung jedoch nicht mehr so viele Informationen über ihre eigene Lebensgeschichte geben. Angehörige sind daher eine wichtige Quelle für biografische Daten. Denn Angehörige in die Biografiearbeit mit einzubinden hilft Ihnen, mehr aus dem Leben der Ihnen anvertrauten Menschen mit Demenz zu erfahren. Aus der Praxis heraus gibt es aber regelmäßig die Erfahrung, dass pflegende Angehörige nicht immer gleich bereit sind, Auskunft über die Biografie des Erkrankten zu geben.

Biografie berührt auch die Lebensgeschichte des Angehörigen

Zeigen Sie Verständnis, wenn ein Angehöriger nicht sofort über die Biografie seines Familienmitglieds sprechen möchte, denn die Auseinandersetzung mit der Biografie des Erkrankten berührt auch immer die eigene Lebensgeschichte des Angehörigen. Dies kann mit sehr unterschiedlichen Gefühlen verbunden sein. Beispielsweise kann es zu Verlust- und Trauergefühlen kommen, wenn man die gemeinsamen Aktivitäten der Vergangenheit betrachtet, die aufgrund der Erkrankung nun nicht mehr möglich sind.

Geben Sie den Angehörigen Zeit

Gehen Sie daher einfühlsam mit dem Thema „Biografiearbeit“ um, und lassen Sie den Angehörigen Zeit für die Beantwortung der Fragen. Vielen Angehörigen fällt es zudem leichter, sich mit der Biografie des Erkrankten zu beschäftigen, wenn sie den Biografiebogen mit nach Hause nehmen können. So können sie sich auf die Fragen vorbereiten und in Ruhe entscheiden, welche Fragen sie beantworten möchten
und können. Biografische Daten betreffen die Privatsphäre des Erkrankten. Damit Angehörige Ihnen diese Informationen geben, ist es wichtig, dass Sie eine Vertrauensbasis schaffen. Dazu reicht meist ein einziges Gespräch nicht aus, sondern dies ist ein fortlaufender Prozess.

Dies sollten Sie im Umgang mit biografischen Daten beachten:

  • Wenn Ihnen Informationen im Vertrauen weitergegeben werden, besprechen Sie mit dem Angehörigen, was Sie dokumentieren sollen. Manchmal kann es sinnvoll sein, Daten nicht in die Dokumentation einzutragen, wenn es durch diese z. B. zu Missverständnissen oder zu Abwertungsprozessen der Person kommen kann.
  • Seien Sie in Bezug auf die zur Datenverwendung ehrlich und transparent gegenüber dem Angehörigen.
  • Die Weitergabe von Informationen über den Erkrankten kann für den Angehörigen mit unter-schiedlichen Gefühlen verbunden sein. Üben Sie daher keinen Druck aus, sondern stellen Sie ihm frei, welche Fragen er beantworten möchte.

Tipp: Führen Sie zuerst ein Gespräch, um den Angehörigen über Ihr Anliegen zu informieren, und vereinbaren Sie dann weitere Gespräche, um auf die Inhalte der Biografie des Erkrankten einzugehen.

11 Schritte: Anleitung für ein Erstgespräch mit Angehörigen zum Thema „Biografiearbeit“

  1. Planen Sie für das Erstgespräch ausreichend Zeit ein (ca. 20 Minuten). Sich Zeit zu nehmen bedeutet Wertschätzung und unterstreicht die Wichtigkeit Ihrer Biografiearbeit. Wenn Sie dadurch den Angehörigen „mit ins Boot holen“ können, sparen Sie im Folgenden Zeit und Energie.
  2. Verabreden Sie sich mit dem Angehörigen zu einem festen Termin, und setzen Sie sich gemeinsam mit ihm hin.
  3. Eine zugewandte Haltung mit Blickkontakt signalisiert dem Angehörigen, dass Sie sich Zeit nehmen und ihm – im wahrsten Sinne des Wortes – auf Augenhöhe begegnen.
  4. Erläutern Sie Ihr Anliegen zur biografischen Datenerhebung, und ermutigen Sie dazu, jederzeit Fragen zu stellen. Händigen Sie dem Angehörigen den Biografiebogen aus, und lassen Sie ihm ein paar Minuten Zeit, diesen zu überfliegen.
  5. Erläutern Sie, dass es in diesem Termin erst mal um das Bekanntmachen des Bogens und der Vorstellung des Konzeptes der Biografiearbeit geht.
  6. Erklären Sie, dass es nicht um das Abfragen von persönlichen Daten geht, die nur dokumentiert und dann abgeheftet oder willkürlich verteilt werden. Betonen Sie, dass alle Informationen dem Datenschutz unterliegen und nur für die Personen zugänglich sind, die mit dem erkrankten Angehörigen professionell arbeiten.
  7. Beschreiben Sie nachvollziehbar, warum Sie die Informationen erhalten möchten. Erläutern Sie dazu Ihr Konzept des biografischen Arbeitens, und stellen Sie die Vorteile und Ziele heraus.
  8. Klären Sie Fragen und Unklarheiten zum Thema „Biografiearbeit“.
  9. Geben Sie den Ausblick, dass beim nächsten Treffen der Biografiebogen miteinander besprochen wird und dieser Termin ca. eine 1/2 Stunde dauert.
  10. Vereinbaren Sie den nächsten Termin, um die Fragen des Bogens mit dem Angehörigen zu erheben. Geben Sie die Terminvereinbarung und ggf. ein Anschreiben mit Ihren wichtigsten Erläuterungen zur Biografiearbeit zum Nachlesen mit. Anregungen erhalten Sie aus dem Musterbrief.
  11. Bedanken Sie sich für die Zeit, die sich der Angehörige genommen hat, und signalisieren Sie, dass Sie sich auf den nächsten Termin freuen.

Der folgende Musterbrief dient dazu, dass Angehörige die besprochenen Themen zuhause noch einmal
nachlesen können. Durch den Vermerk des vereinbarten Gesprächstermins bleibt dieser in Erinnerung. Passen Sie den Musterbrief Ihren Wünschen und Begebenheiten an.

Muster: Informationsschreiben zum Thema Biografiearbeit an die Angehörigen.

Demenz Pflege und Beteuung ambulant

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Qualitäts-Management aktuell

1 x in der Woche finden Sie in unserem kostenlosen E-Mail-Newsletter PPM Qualitäts-Management aktuelle Tipps zur Qualitätssteigerung.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Palliativpflege heute

News und Praxistipps für eine professionelle Palliativpflege – speziell für Pflegekräfte in stationären und ambulanten Einrichtungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Menschen mit Demenz professionell pflegen

Wichtige Informationen zum Thema Pflege und Betreuung bei Demenz. So bewältigen Sie als Pflegefachkraft die speziellen Herausforderungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Nein, Danke

Nie mehr den Überblick verlieren!

Holen Sie sich Hilfe für Ihre stationäre Pflege!

In nur 15 Minuten über das Wichtigste informiert sein.

  • Pflegekokumentation
  • Mitarbeiterführung
  • Haftungsrecht
  • Nein, Danke

    Nein, Danke