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Melden Sie jeden Arbeitsunfall sofort Ihrem Arbeitgeber

26.06.2020

Arbeitsunfälle sind Unfälle, die während der Ausübung Ihrer beruflichen Tätigkeit passieren. Für hierbei entstehende gesundheitliche Schäden kommt die gesetzliche Unfallversicherung auf. Auch auf dem direkten Weg von der Arbeit nach Hause oder umgekehrt sind Sie versichert (Wegeunfall).

Hinweis: Für Sie als Pflegekraft ist der zuständige Versicherungsträger die „Berufsgenossenschaft Gesundheits dienst und Wohlfahrtspflege“ (BGW).

Dieser Versicherungsschutz greift jedoch nicht, wenn Sie während der Arbeitszeit private Tätigkeiten ausüben, etwa wenn Sie während Ihrer Tour kurz am Supermarkt anhalten, um einzukaufen, oder kurz Ihre Einrichtung verlassen, um privat mit dem Handy zu telefonieren, und hierbei stürzen. Sie sind ebenfalls nicht versichert, wenn Sie den Unfall selbstverschuldet haben.

Beispiele:

  • Ein Pflegekunde reißt Ihnen den Ohrring aus dem Ohrläppchen. Diesen hätten Sie bei der Arbeit gar nicht tragen dürfen. Sofern Sie eine Sicherheitsunterweisung nach § 15 Arbeitsschutzgesetz erhalten haben, haften Sie selbst.
  • Das gilt auch für das Tragen nicht geeigneter Schuhe. Stellen Sie sich vor, Sie haben sich einen Zeh gebrochen, weil ein Pflegekunde mit seinem Rollstuhl darübergefahren ist. Sofern Sie Schuhe getragen haben, die vorn geschlossen sind, haftet die Unfallversicherung. Hatten Sie hingegen Sandalen an, wird geprüft, ob dies die Verletzungsgefahr gravierend erhöht hat.

Die erste Anlaufstelle ist der Durchgangsarzt

Gehen Sie direkt nach einem Arbeitsunfall zum Durchgangsarzt. Warten Sie nicht bis nach Schichtende. Dies könnte Ihnen als schuldhafte Verzögerung ausgelegt werden. Bei Durchgangsärzten handelt es sich meist um Orthopäden oder Chirurgen. Falls die Verletzung eindeutig in ein Fachgebiet fällt, das hierdurch nicht abgedeckt wird, etwa bei Schädigungen der Augen oder des Gehörs, können Sie sofort einen Facharzt aufsuchen. Sie können sich auch in der Ambulanz des nächstgelegenen Krankenhauses behandeln lassen.

Praxistipp:

Kennen Sie den nächsten Durchgangsarzt für Ihre Einrichtung? Falls nicht, erkundigen Sie sich, damit Sie im Notfall keine wertvolle Zeit verlieren. Melden Sie auch kleinere Verletzungen, die nicht zu einer weiteren Behandlung führen, und tragen Sie sie ins Verbandbuch ein. Diese Unfallanzeige muss folgende Informationen enthalten:

  • Ort und Zeit des Unfalls
  • Name des Verletzten
  • Art der Verletzung
  • Zeitpunkt der Behandlung
  • durchgeführte Erste-Hilfe-Maßnahmen
  • Name des Ersthelfers
  • Namen von Zeugen

Ihr Arbeitgeber muss Arbeitsunfälle der Unfallversicherung melden

Informieren Sie Ihren Arbeitgeber immer sofort über einen Arbeits- oder Wegeunfall. Denn dieser muss Arbeitsunfälle beim Versicherungsträger anzeigen. Diese Meldung hat sofort zu erfolgen, wenn Sie mehr als 3 Tage krankgeschrieben werden. Bei einem gravierenden Unfall sollte die schriftliche Meldung an die Unfallkasse unverzüglich stattfinden. Die genannten Regelungen gelten ebenso bei einem Wegeunfall.

Tipp: Formulare für die Online-Anzeige finden Sie auf der Seite www.bgw-online.de unter dem Link „Formular“. Besprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber seine Angaben im Formular, da Sie in den meisten Fällen auch noch einen Fragebogen von der Krankenkasse zugeschickt bekommen. Die Angaben auf beiden Bögen sollten gleich sein.

Denken Sie an Ihre Mitwirkungspflicht

Damit der Versicherungsschutz der BGW für Sie als Pflegekraft wirksam wird, ist es wichtig, dass Sie versuchen, die Sicherheitsanforderungen im größtmöglichen Maße zu erfüllen. Hierzu werden Sie vermutlich jährlich in einer Arbeits sicherheitsunterweisung geschult. Betrachten Sie diese nicht lediglich als eine langweilige Pflichtveranstaltung. Die Inhalte der Schulungen werden als bekannt vorausgesetzt, und Sie sind selbst dafür verantwortlich, dass Sie die erhaltenen Hinweise in die Praxis umzusetzen. Denn Sie haben als Arbeitnehmer eine Mitwirkungspflicht im Hinblick auf die Unfallverhütung.

Beispiele:

  • Nutzen Sie alle zur Verfügung stehenden Transferhilfen (wie etwa Lifter), um Ihren Rücken zu schonen.
  • Denken Sie daran, dass Sie geschlossene Mörser zum Zerkleinern von Tabletten benutzen. Bei herkömmlichen Mörsern könnten Sie Partikel der zerstoßenen Medikamente einatmen.
  • Medikamente sollten Sie grundsätzlich mit Handschuhen stellen, damit Sie nicht direkt mit den verschiedenen Wirkstoffen in Kontakt kommen.
  • Achten Sie auf geeignete Schutzhandschuhe, wenn Sie Flächendesinfektionsmitteln benutzen.
  • Denken Sie daran, Kanülen sicher abzuwerfen.
  • Beachten Sie den Hautschutzplan, indem Sie Angaben zur Reinigung und der Hautpflege finden.
  • Tragen Sie bei der Arbeit flache, geschlossene und rutschfeste Schuhe auch im Sommer.

Tipp: Achten Sie auf Ihre Sicherheit. Falls Sie sich trotz aller Vorsicht dennoch verletzen, melden Sie es immer sofort Ihrem Arbeitgeber. Lassen Sie Verletzungen oder Schädigungen direkt untersuchen, auch wenn Sie hoffen, dass die Beschwerden von selbst abklingen.

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