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So orientieren sich Ihre Pflegepatienten besser im Alltag

05.02.2021

Kaffee und Zigarette oder Duschen und Nachrichten über WhatsApp verschicken – wie beginnen Sie Ihren Tag? Fast jeder von uns hat einen bestimmten Ablauf, den er jeden Tag gleich durchführt. Diese Routine schützt Sie davor, jedes Mal aufs Neue überlegen zu müssen, was genau Sie alles erledigen müssen, bevor Sie das Haus verlassen und zur Arbeit gehen. Außerdem bieten diese festen Rituale den meisten Menschen auch in Stresssituationen Sicherheit – besonders, wenn sie an Demenz erkrankt sind.

Berücksichtigen Sie die begrenzte Merkfähigkeit

Eine Auswirkung der Demenz besteht darin, dass demenzerkrankte Personen sich Neues kaum mehr merken können. Hiervon ausgenommen sind Informationen oder Handlungen, die entweder eine starke gefühlsmäßige Bedeutung haben oder die sie häufig wiederholen.

Dies bedeutet, dass ein pflegerischer Ablauf für Ihren Pflegekunden einen täglich zunehmenden Wiedererkennungswert hat, wenn Sie ihn immer wieder gleich und zur gleichen Uhrzeit wiederholen. Und je vertrauter Ihrem Pflegekunden eine Handlungsabfolge ist, desto sicherer fühlt er sich vermutlich. Auf diese Weise kann ein gut strukturierter Ablauf am Morgen Pflegeabwehr auf ein Minimum reduzieren.

Hektik am Morgen vermeiden und Rituale schaffen die Sicherheit geben

1. Legen Sie ein Weckritual fest

Wecken Sie Ihren Pflegekunden immer gleich, d. h. immer zur gleichen Uhrzeit mit den gleichen Handlungen. Ziehen Sie etwa die Vorhänge auf oder spielen Sie seine Lieblingsmusik. Lassen Sie ihm Zeit zum Wachwerden. Sprechen Sie ihn zunächst vorsichtig an und beobachten Sie, wie er reagiert. Wenn er sofort die Augen aufschlägt und Blickkontakt zu Ihnen aufnimmt, können Sie natürlich mit dem morgendlichen Pflegeprogramm beginnen. Signalisiert er Ihnen hingegen durch geschlossene Augen oder wenig Blickkontakt, dass er noch nicht bereit ist, aufzustehen, berücksichtigen Sie das unbedingt. Suchen Sie sich zunächst eine andere Arbeit und lassen Sie noch etwas Zeit bis zu dem nächsten Weckversuch.

Im stationären Alltag erscheint es Ihnen möglicherweise zu zeitaufwendig, von Zimmer zu Zimmer zu laufen und zu warten, bis jemand wach ist. Sie werden jedoch merken, dass dieses Vorgehen auf lange Sicht viel Zeit in der eigentlichen Pflege spart. Ihr demenziell veränderter Pflegekunde kann viel konzentrierter mitarbeiten und eine mögliche Pflegeabwehr verringert sich. Im ambulanten Bereich ist dieses Vorgehen natürlich nicht so einfach möglich. Bitten Sie stellvertretend Angehörige darum, das einleitende Weckritual durchzuführen.

2. Führen Sie die Pflege immer gleich durch

Führen Sie die Pflege und das Ankleiden nach einem festen Ablauf durch. Beobachten Sie hierzu genau, wie Sie Pflegehandlungen durchführen müssen, damit Ihr demenzerkrankte Pflegekunde sie akzeptiert und möglichst viele Handlungen eigenständig durchführt. Vereinbaren Sie in Ihrem Pflegeteam, dass jeder Mitarbeiter einen einmal festgelegten Ablauf einhalten muss. Ausnahmen bilden hierbei natürlich individuelle Bedürfnisse eines Pflegekunden. Halten Sie diese Veränderungen in der Maßnahmenplanung fest.

3. Orientieren Sie sich an der Biografie

Nutzen Sie biografische Informationen Ihres Pflegekunden, um den morgendlichen Ablauf so individuell wie möglich zu gestalten. Sie erreichen einen höheren Wiedererkennungswert der Pflegeabläufe, wenn es Ihnen gelingt, diese an früheren Gewohnheiten zu orientieren.

Extra-Tipp: Berücksichtigen Sie die Tagesform
Natürlich hat Ihr Pflegekunden das Recht, von der festgelegten Routine abzuweichen. Akzeptieren Sie diese Ablehnung und verändern Sie im Einzelfall den Ablauf, sodass Ihr demenziell erkrankter Pflegekunde ihn an diesem Tag akzeptiert. Gehen Sie am nächsten Morgen dann wieder zur gewohnten Routine über.

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