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Der lebensgeschichtliche Fragebogen in der Biografiearbeit

10.02.2017

Üblicherweise werden in den meisten Einrichtungen im Rahmen der Biografiearbeit die Lebensdaten des zu Pflegenden erfragt und dokumentiert. Hierbei kommt ein „Biografiebogen“ zum Einsatz, der meistens von den Angehörigen des zu Pflegenden ausgefüllt wird.

Stationäre Pflege aktuell

Zu fragen bleibt bei diesem Vorgehen, ob die so erhobenen Daten einen Aussagewert haben, der dem zu Pflegenden nutzt. Denn durch das alleinige Sammeln von Daten ist überhaupt nicht klar, welche Bedeutungen diese Daten und Informationen für den Betroffenen haben und ob diese dann pflege- und betreuungsrelevant für ihn sind. Zum Beispiel hat die Information zum ausgeübten Beruf des Pflegekunden nur einen geringen Aussagewert, wenn nicht auch bekannt ist, ob er diese Tätigkeit gern ausgeübt hat.

 

Stellen Sie bei der Biografiearbeit die Person in den Mittelpunkt

Mit seinem personenzentrierten Ansatz hat der Demenzexperte Tom Kitwood die Wünsche und Bedürfnisse eines zu Pflegenden in den Mittelpunkt der Betreuungsarbeit gestellt. Hierbei geht es nicht um das bloße Faktensammeln, sondern um die individuellen Bedeutungen, die mit diesen Daten verbunden sind. Somit ist die Lebensgeschichte nicht eine Sammlung von Daten, sondern von Bedeutungen.

Zudem wird versucht, das Wesen – also die Persönlichkeit – des zu Pflegenden zu erfassen. Hierbei lautet die Devise: Hol den Menschen da ab, wo er stark ist!

Sicherlich wird Ihnen Ihr Pflegekunde eine Menge Anekdoten erzählen. Versuchen Sie, anhand dieser Alltagsgeschichten zu ergründen, welche Informationen pflege- und betreuungsrelevant sind und somit ebenfalls in die Biografie überführt werden sollten.

Haben Sie dann pflege- und betreuungsrelevante Informationen erhalten, müssen Sie diese in die Pflegeplanung überführen. Dabei geht es nicht um die Inhalte der Anekdoten, sondern um die handlungsrelevanten Ableitungen, z. B. sollte einer Ihrer Pflegekunden womöglich im Krieg verschüttet worden sein bei einem Bombenangriff, so kann es nun sein, dass er sich nachts im Dunkeln fürchtet. Hier ist für Ihre Kollegen wichtig zu wissen, dass diese nachts eine Schlaflampe einschalten.

 

Muster: Der lebensgeschichtliche Fragebogen

Die folgenden Fragen sollten nicht einfach nur „abgearbeitet“ werden. Versuchen Sie, hierüber ein Gespräch mit Ihrem Pflegekunden zu führen. Überführen Sie diese Fragen in Ihre Biografiearbeit, indem Sie die wesentlichen persönlichen Eigenschaften des Betroffenen aufschreiben. Um die Autonomie des zu Pflegenden so lange wie möglich zu erhalten, ist ebenso wichtig, dass Sie ihn bitten, die erhobenen Informationen in die Dokumentation überführen zu dürfen.

  • Was sind Ihre persönlichen Stärken?
  • Was sind Ihre empfindlichen Seiten?
  • Wie gehen Sie mit Krisen und schwierigen Situationen um?
  • Worauf sind Sie stolz in Ihrem Leben?
  • Über welche Themen unterhalten Sie sich gern?
  • Warum sind diese Themen wichtig für Sie?
  • Woran erinnern Sie sich gern, wenn Sie an Ihre Kindheit und Jugend denken?
  • Welche prägenden Erinnerungen haben Sie an eine Einrichtung (z. B. Krankenhaus, Heim, Schule, Kindergarten,
  • Kinderlandverschickung etc.)?
Nein, Danke

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