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Blog - PDL im Fokus

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„Das bisschen Haushalt ...“:  8 sinnvolle Aktivierungsideen

Für viele Ihrer Bewohnerinnen traf der Liedtext von Johanna von Koczian aus dem Jahr 1977 „Das bisschen Haushalt“ wohl eher nicht zu. Die Haushaltsführung nahm zu früheren Zeiten häufig den ganzen Tag in Anspruch und stellte oftmals eine körperliche Schwerstleistung dar. Dennoch gab sie eine klar gegliederte Struktur des Tages und der Woche vor. Vielen Ihrer Bewohnerinnen fehlen diese Impulse heute im gelebten Heimalltag. Mit den folgenden Angeboten geben Sie Ihren zu Betreuenden Anregungen und lassen alte Zeiten lebendig werden.

So können Sie Ihren Bewohnern sinnvolle Tätigkeiten übertragen

Mit wenigen Absprachen und teamübergreifender Toleranz lassen sich auch im durchstrukturierten Heimalltag Nischen zur Ausübung von Haushaltstätigkeiten finden. Vermitteln Sie Ihren Bewohnern das Gefühl, immer noch nützlich zu sein und durchaus gebraucht zu werden. Mit diesen 8 Alltagsaktivitäten können Sie Ihre Bewohner mobilisieren und Teilhabe ermöglichen. Probieren Sie die Vorschläge aus, schauen Sie, wie und ob sich Ihre Bewohner mobilisieren und einbinden lassen:

Eindecken der Tische:

  • Haben Sie Frühaufsteher unter Ihren ,Bewohnern? Decken Sie gemeinsam am Morgen die Frühstückstische auf Ihrem Wohnbereich ein.
    Wichtig: Desinfizieren Sie im Vorfeld die Hände „Ihres Helfers“ und dem Eindecken des Geschirrs steht nichts im Wege.
  • Natürlich besteht die Möglichkeit dieser Tätigkeitsausführung ebenfalls am Mittag, zur Kaffeezeit oder am Abend. Sie können auch „Dienste“ erstellen, die jeweils von unterschiedlichen Bewohnern ausgeführt/übernommen werden können.
    Bitte: Stehen Sie immer begleitend zur Seite, damit die Hygiene gewährleistet bleibt und sich der Bewohner nicht ausgenutzt vorkommt, sondern sich einbezogen fühlt.

Blumenschmuck auf den Tischen:

  • Verfügt Ihre Einrichtung über einen Garten? Denken Sie schon bei den Frühjahrsaktivitäten daran, Schnittblumen/Sommerblumen zu säen (gibt es auch als einfach einzusetzende Pflanzbänder). Ein Bewohner kann die Aufgabe bekommen, dafür zuständig zu sein, dass immer ein paar Blumen auf den Tischen zu finden sind.
    Achtung: Nur auf den Tischen Ihrer orientierten Bewohner. Für die Tischgestaltung demenziell beeinträchtigter Menschen bestehen ggf. zu beachtende Besonderheiten.

Versorgen der Topfblumen:

  • Viele Hausfrauen hatten in der Häuslichkeit Fensterbänke voller Pflanzen. Vielleicht mag jemand die Pflege der Pflanzen in den öffentlichen Bereichen übernehmen. Setzen Sie Zeiten fest und stehen Sie helfend zur Seite. Stellen Sie eine Gießkanne bereit und nutzen Sie die Zeit des Blumengießens zum Setzen kommunikativer Impulse.
    Bitte bedenken: Füllen Sie die Gießkanne nur mit so viel Wasser, dass diese für die betreffende Person noch gut zu handhaben ist.

Abwaschen des Frühstück-/Kaffeegeschirrs:

  • Sicherlich verfügt Ihre Einrichtung über Spülmaschinen und die Arbeit in der Hauswirtschaft entspricht den hygienischen Standards. Dennoch können Sie Ihren Bewohnern im kleinen Rahmen die Möglichkeit geben, Geschirr von Hand abzuwaschen. Denn die Zeit des täglichen Abwaschens galt oftmals als viel genutzter Zeitpunkt zur Gesprächsführung. Nutzen Sie diese Gesprächsmöglichkeiten auch für Ihre Betreuung. Sofern Sie die Möglichkeit haben und über ein separates Waschbecken im Aufenthaltsraum verfügen, waschen Sie gemeinsam mit Ihrem Bewohner das Geschirr ab. Eine auf den Tisch gestellte Abwaschschüssel leistet ebenfalls diesen Nutzen und bietet dem Bewohner den Vorteil, sicher und bequem am Tisch sitzen zu können. Noch motivierender geht es zu, wenn Sie dieses Angebot nicht ausschließlich als Einzelbetreuung machen. Holen Sie sich 2 oder 3 Bewohner hinzu. Nehmen Sie einen Teil des Frühstücks- oder Kaffeegeschirrs, hierauf ist in der Regel weniger Schmutz. Und schon kann es losgehen. Übrigens ist der Abwasch nicht nur eine Tätigkeit der „weiblichen Liga“.
    Selbstverständlich: Gemäß Ihren Hygienestandards werden Sie das Geschirr hinterher in die Spülküche zur Reinigung im Geschirrspüler bringen. Achten Sie hierbei darauf, dass dies Ihre Bewohner nicht mitbekommen.

Wäsche falten:

  • Handtücher und Wäscheschutze falten geht auch auf den Zimmern Einzelner. Auch hier bitte die Hände im Vorfeld desinfizieren lassen.

Sockenpaare sortieren:

  • In Ihrer Einrichtung sind sämtliche Wäschestücke gekennzeichnet, so auch die Socken. Vereinbaren Sie mit der Hauswirtschaft, die Socken nach Wohnbereichen sortiert in einen Korb zu bekommen. Einige Bewohner haben Freude daran und Geschick darin, Sockenpaare zusammenzusuchen und zu bündeln.
    Erfahrungsgemäß: oftmals in rasender Geschwindigkeit.

Ausbessern von Kleidung:

  • Ein Loch in der Socke? Halten Sie einen ausstaffierten Stopfkorb bereit. Bestimmt gibt es Bewohnerinnen, die noch flott mit Stopfnadel/Stopfpilz umgehen können. Natürlich werden heutzutage Socken mit Loch einfach entsorgt und neu gekauft. Um Erinnerungen aufleben zu lassen und vorhandenes Können zu präsentieren, tut‘s die alte Lochsocke jedoch wunderbar.
  • Ein abgegangener Knopf? Bestimmt findet sich ein helfendes Händepaar, wenn Sie mit Knopfdose, Nadel und Faden bestückt freundlich anfragen und motivieren.
  • Eine angefangene Strickware muss aufgeribbelt werden? Eine Tätigkeit, die vielen Bewohnerinnen vertraut ist, wurden doch früher alte oder zu klein gewordene Strickwaren immer aufgeribbelt und aus der gewonnenen Wolle Neues gestrickt.
    Tipp: Das haben auch Bewohnerinnen mit Demenz „im Blut“. Welch ein Gefühl, etwas sehr gut zu können und dafür Dank zu erhalten! Probieren Sie es mal aus.

Hilfe für den „Hausmeister“:

  • Der Arbeitstag eines Hausmeisters besteht ebenfalls aus Zeitmangel und vielen Aufgaben, die es zu erledigen gilt. Da ist die Begleitung eines Bewohners manches Mal nicht vorteilhaft. Aber: Im Laufe einer Woche gibt es immer planbare Tätigkeiten, bei denen ein paar helfende Hände gar nicht von Nachteil wären. Wie sieht es mit dem Fegen der Innenhofwege oder des Parkplatzes aus? Auch der Speisesaal kann nach Frühstück und Abendbrot sicherlich eine Besenreinigung gebrauchen. Vielleicht lässt sich für diese Tätigkeiten ein männlicher Helfer finden?
    Wichtig: Sparen Sie auch hier nicht mit Dank, immerhin ist es tatsächlich eine Aufgabe, die „Ihnen“ abgenommen wurde.

Mit diesen 6 Fragen setzen Sie Erinnerungsimpulse

Nutzen Sie eine 10-Minuten-Aktivierung dafür, um mit Ihrem Bewohner ein Erinnerungsgespräch über die damalige Haushaltskultur zu führen. Die folgenden Fragen dienen Ihnen als Gesprächseinstieg. Sie werden erstaunt sein, welche Informationen Ihre Bewohner Ihnen preisgeben.

 

Kognitives „Rund um den Haushalt“
Sprichwörter und Redewendungen zum Thema „Haushalt“
Aus dem Nähkästchen plaudern Eigener Herd ist Goldes wert.
Eine Mutter ernährt 7 Kinder, aber 7 Kinder keine Mutter.
Ehret die Frauen. Sie flechten und weben himmlische Rosen ins irdische Leben.
nicht alle Tassen im Schrank haben
wie bei Hempels unterm Sofa
das Handtuch werfen
Gedächtnisübungen
A-bis-Z-Spiel: Welche Tätigkeiten fallen/fielen im Haushalt an? Abwaschen, Aufräumen, Anrichten, Backen, Braten, Bügeln, Bewirten, Bohnern, Dünsten, Dämpfen, Dörren, Einkaufen, Erziehen, Entstauben, Einkochen, Ernten, Fensterputzen, Frittieren, Gärtnern, Gießen der Blumen, Garnieren, Geschirrspüler bedienen, Hauswirtschaften, Handarbeiten, Haustiere versorgen, Heizen, Kochen, Kehren, Lüften, Mangeln, Melken, Nähen, Ordnung halten, Putzen, Pflegen, Polieren des Silbers, Pökeln, Reinigen, Räuchern, Sticken, Stricken, Stopfen, Staubsaugen, Schneidern, Säubern, Spinnen, Trocknen, Umräumen, Vasen bestücken, Waschen, Wischen ...
Welche „Küchenhilfen“ gab es früher? Buttermaschine, Hausfreund, Handkaffeemühle, Porzellankaffeefilter, Rührfix, Kochmaschine, Flotte Lotte, Teppichklopfer, Bügelautomat, Wäschepresse, Waschbrett, Waschzuber, Mopp „die fleißige Minna“, Bohnerbesen ...
Welche Erfindungen erleichtern die Haushaltsführung heute? Geschirrspüler, Waschmaschine, Trockner, Wäschemangel, Staubsauger, Kühlschrank, Gefriertruhe, Mixer, Dampfgarer, Brotbackautomat, Mikrowelle, Backofen, Toaster, elektrisches Bügeleisen, Entsafter, Bohrmaschine, Stichsäge, Rasenmäher, Wasserkocher ...
Welche Wörter beginnen mit dem Wortteil Haus-? -apotheke, -anzug, -angestellte, -arbeit, -arzt, -aufgabe, -bewohner, -besitzer, -freund, -boot, -frau, -halt, -haltsgeld, -tier, -marke, -meister, -nummer, -putz, -verwalter, -wirtschaft, -türschlüssel, -schuh, -verwalter, -verbot, -nummer ...

 

1. „Gab es bei Ihnen eine klare Wochenstruktur?“ Oftmals gab es jeweils einen festen Putz- und Waschtag in der Woche. Und zu Ernte- und Einkochzeiten saisonale Strukturen usw.

2. „Wie haben Sie während Ihrer Hausfrauentätigkeit Ihre Wäsche gewaschen?“ „Was hat sich im Laufe der Jahre verändert?“ Eventuell wurde die Wäsche über Nacht mit Sodawasser im Waschtrog eingeweicht, um sie am nächsten Tag mit Waschbrett, Waschrumpel kalt zu waschen. Oder es wurde auf dem Küchenherd im Waschtopf gewaschen, bevor das Geld für eine 1. Waschmaschine zusammengespart war.

3. „Haben Sie Ihre gewaschene Weißwäsche auch auf der Wiese ausgelegt?“ Die Sonnenstrahlung half beim Ausbleichen der Weißwäsche.

4. „Hatten Sie schon früh ein Bügeleisen zur Verfügung?“ „Wie wurde dieses erhitzt?“ Zu Beginn vielleicht noch mit Kohlen, bevor dann die elektrischen Bügeleisen auf den Markt kamen. Fehlende Bügelbretter wurden u. a. durch auf den Küchen- oder Wohnzimmertisch gelegte Decken kompensiert.

5. „Was wurde bei Ihnen gebügelt?“ Tischwäsche, Hemden, Hosen ... Bettwäsche wurde der Länge nach zusammengelegt, über der Tischkante straff gezogen oder mit 2 Personen gestreckt.

6. „Gab es in Ihrer Küche eine Küchenbank?“ In fast jedem Haushalt waren Küchenbänke, oft in Form einer Eckbank, zu finden, deren Sitzflächen hochgeklappt werden konnten. Der darunterliegende Stauraum wurde vielfältig genutzt. Wie? Was wurde dort verstaut?

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