Verlag & Akademie

Blog - Anregungen für die Beschäftigung bettlägeriger Pflegekunden

17.01.2018
Anregungen für die Beschäftigung bettlägeriger Pflegekunden

Angehörige gerade von bettlägerigen Bewohnern sind häufig sehr dankbar für jede Anregung, was sie während ihrer Zeit am Bett tun können. Dies verstärkt sich noch mehr, wenn die Kommunikation mit dem Bewohner eingeschränkt bis gar nicht möglich ist. Gibt es dann für den Besucher eine konkrete Aufgabe, fühlt sich die Zeit womöglich nicht endlos und einsam an.

Ganz im Gegenteil erhält der Angehörige so die Chance, dass ein Gefühl von Sinnhaftigkeit aufkommt. Diese 3 Ideen werden in der Praxis gern aufgegriffen:

1. Tipp: Wandbehang der Erinnerungen

Erzählen Sie dem Angehörigen von der Idee, einen Wandbehang mit Einstecktaschen als Erinnerungsbrücke zu nutzen. Bringen Sie zum Gespräch einen entsprechenden Wandbehang mit. Der Verwandte könnten die Aufgabe übernehmen, die einzelnen Taschen mit passenden Gegenständen zu füllen. Das kann ein Foto, die genutzte Mundharmonika, eine getrocknete Blume aus dem früheren Garten, ein Lieblingsgedicht oder der Text eines Lieblingsliedes, eine beschriebene Familienszene etwa zu einem Fest, ein Lieblingsrezept oder Ähnliches sein.

Die einzelnen Dinge können dann beispielsweise bei jedem Besuch und auch bei einem Mitarbeiterkontakt einbezogen werden. Weisen Sie darauf hin, dass der Betreffende auch bei geschlossenen Augen über das atmosphärische Erleben des Erzählens „etwas mitbekommen“ kann. Entsprechende Wandbehänge finden Sie im Internet unter dem Stichwort „Wandorganizer“. Beachten Sie beim Aufhängen, welche Blickrichtung der bettlägerige Bewohner am häufigsten hat, und ändern Sie ggf. häufiger den Platz.

2. Tipp: Persönliche Tischsets

Animieren Sie Angehörige dazu, ein individuelles Tischset zu erstellen. Schlagen Sie vor, dazu aus persönlichen Fotos oder Postkarten eine Collage auf einem DIN-A3- Blatt zusammenzustellen. Regen Sie an, dass auch eine ausgeschnittene Blüte, ein Stück bunter Stoff oder etwa ein Scherenschnittbild eingefügt werden kann. Greifen Sie die Absicht dahinter auf, mit dem Tischset ein Gefühl der Vertrautheit schaffen zu wollen. Sicher kommen dem einen oder anderen Angehörigen dann noch weitere Ideen. Nach der Fertigstellung wird das Blatt laminiert und ist so als abwischbares Tischset nutzbar.

3. Tipp: Musikalische Wellness

Bieten Sie die Möglichkeit an, auf einfache Art mit einem Luftballon eine wohltuende sanfte Druckmassage durchzuführen. Um von der Wirksamkeit zu überzeugen, erzählen Sie von den Zielen, die in diesem Angebot liegen können. Das ist neben der achtsamen Massage zur besseren Körperwahrnehmung auch eine Aktivierung der Außenwahrnehmung und des Kontaktes.

Auf diesem Weg gelingt die Umsetzung:

  • Die Zimmertür wird zur Reduzierung von Außenreizen geschlossen und eine für den Bewohner vertraute ruhige Musik in angenehmer Lautstärke angestellt.
  • Der Angehörige setzt sich in bequemer Position an das Bett.
  • Ein aufgeblasener Luftballon (in der Lieblingsfarbe des Bewohners) wird diesem zur ersten Kontaktaufnahme gezeigt bzw. es wird bei geschlossenen Augen des Bewohners von dem Ballon und von der Absicht der Massage erzählt.
  • Dann erfolgt mittels des Ballons die Druckmassage. Dazu wird dieser im Rhythmus der Musik auf den Handaußenflächen (ggf. später die Handinnenflächen), den Unterarmen bis hin zu den Schultern gerollt und/oder sanft gedrückt.
  • Je nach Ressourcen des Bewohners kann der Ballon auch im angemessenen Abstand vor seinem Gesicht bewegt werden. Dazu stupst der Angehörige diesen im Takt der Musik nach oben. Die Massage wie auch das Anstoßen sollten immer mit ruhigen Bewegungen erfolgen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.