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Blog - Geben Sie den Angehörigen diese 5 Tipps zum Thema „herumkramen“

26.03.2019
Geben Sie den Angehörigen diese 5 Tipps zum Thema „herumkramen“

Kennen Sie das auch? Es gibt Menschen mit Demenz, die den ganzen Tag herumkramen können. Leider ist es aber so, dass sich die Angehörigen über das Herumkramen ärgern, weil sie Gegenstände nicht wiederfinden oder Unordnung entsteht. Doch hier sollten Sie die Angehörigen zum Thema „herumkramen“ informieren und ihnen noch folgende fünf Tipps an die Hand geben, damit es hier keine Konflikte zwischen Angehörigen und dem Demenzbetroffenen gibt.

Mit den folgenden 5 Tipps können Sie Angehörige unterstützen:

1. Tipp: Warum Demenzerkrankte kramen

Gerade bei älteren Menschen ist zu beobachten, dass unmittelbare Dinge des täglichen Lebens eine besondere Bedeutung gewinnen. Dazu gehören:

  • Brille
  • Stock
  • Geldbeutel
  • Kontokarte
  • Brieftasche
  • Schlüssel
  • Fotos
  • Schriftstücke

Sind diese Dinge nicht mehr auffindbar, dann drohen Ratlosigkeit, Unruhe, Trauer, sogar Panik.

Doch bei einem Menschen mit Demenz haben diese Gegenstände eine noch viel größere Bedeutung. Daher vergewissern sich Menschen mit Demenz durch dauerndes Herumkramen in ihren Taschen, Schränken, Schubladen usw., dass sie noch alles haben. Viele Angehörige nervt das ständige Kramen, doch für einen Menschen mit Demenz kann dies eine sinnvolle Beschäftigung sein, denn wenn sie finden, was sie gesucht haben, sind sie zumindest für kurze Zeit wieder zufrieden. Daher sollten
der Angehörige auch den Pflegekunden mit Demenz finden lassen und die Gegenstände nicht für den Demenzerkrankten finden.

2. Tipp: Kramen vermeidet Langeweile

Manchmal hilft es, dem Menschen mit Demenz einen Ort zu überlassen, an dem er nach Herzenslust seinen Kramdrang ausleben kann, z. B. ein Zimmer, einen Schrank, eine Handtasche oder den Tisch. Für den Menschen mit Demenz kann diese Tätigkeit einen durchaus logischen Inhalt haben und stellt eine lohnende Beschäftigung dar, die Langeweile vermeiden hilft.

3. Tipp: Kramkiste zusammenstellen

Stellen Sie dem Menschen mit Demenz eine „Kramkiste“ zusammen. Denn viele Demenzerkrankte kramen und suchen gern. Das Gefühl, etwas zu tun zu haben und sinnvoll zu handeln, wirkt beruhigend auf sie.

Beispiel für den Inhalt: Portemonnaie, Dose mit Knöpfen, Spielzeugautos, Puppen inkl. Puppenkleidung, Werkzeug, Kosmetika, Fotos, Akten und Papiere, Postkarten, Wollknäuel, Socken.

Beachten Sie bei der Zusammenstellung der Kramkiste die biografischen Vorlieben und Fähigkeiten. Zudem sollten bei Verschluckungsgefahr die Gegenstände nicht zu klein sein.

4. Tipp: Wichtiges verstecken oder wegschließen

Verstecken oder schließen Sie Dinge besser weg, die für Sie selbst wichtig sind oder für den Demenzerkrankten gefährlich werden können. Je weniger offen herumsteht, desto eher wird sich der Betroffene z. B. auf seine Kramkiste beschränken.

Hinweis: Beachten Sie, dass geschlossene Türen sehr verlockend sein und Personen mit Demenz am Schloss rütteln könnten etc. Daher sollten Sie die Dinge nicht in den Schränken, Schubladen oder Räumlichkeiten verstecken, die von Demenzerkrankten gern genutzt werden.

5. Tipp: Lassen Sie 5 gerade sein

Es ist egal, was Freunde, Nachbarn oder die eigenen Kinder zu dem ganz speziellen Ordnungssinn des Demenzerkrankten sagen. Die Hauptsache ist doch, dass sich der Betroffene wohlfühlt.

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