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Blog - Deutscher Pflegemarkt 2018: Diskrepanzen bei der Wahrnehmung

08.03.2018
Deutscher Pflegemarkt 2018:  Diskrepanzen bei der Wahrnehmung

Die Kostenträger sind gut drauf, denn sie haben den Eindruck, dass sie durch die „tolle“ Pflegereform den großen Wurf gelandet haben. Doch welchen Effekt haben die Pflegemitarbeiter durch die Einführung des Pflegestärkungsgesetzes II verspürt?

Die Antwort: kaum einen.
Dass die Situation in der Pflege von den beteiligten Akteuren teilweise sehr unterschiedlich wahrgenommen wird, zeigt der CARE-Klima-Index, der vom unabhängigen Marktforschungsinstitut „Psyma“ in Kooperation mit dem Veranstalter des Deutschen Pflegetags erstellt wurde.

Hier einige Kernergebnisse des Index:

  • Pflege sieht sich wenig wertgeschätzt:
    Die professionell Pflegenden in den Pflegeeinrichtungen beurteilen die gesellschaftliche Wertschätzung ihrer Profession mit 56 % am schlechtesten. Andere Befragte bewerten den Pflegeberuf mit 27 % als negativ.
  • Pflege fühlt sich von der Politik im Stich gelassen:
    Alle Befragten sehen einen geringen Stellenwert der Pflege in der Politik – vor allem gilt dies für die professionelle Pflege selbst (91 % versus 59 % der restlichen Befragten).
  • Pflege beurteilt das PSG II kritisch:
    Lediglich 5 % sehen durch das Gesetz eine Verbesserung im Pflegealltag, wohingegen 46 % der Kostenträger hier eine Erleichterung sehen.
  • Personelle Ausstattung der professionell Pflegenden: 80 % der Pflegenden empfinden die personelle Ausstattung als unzureichend, während 45 % der Kostenträger eine teilweise Erfüllung sehen.
  • Pflege sieht zukünftige Qualität der Pflegeversorgung gefährdet:
    65 % glauben nicht an die zukünftige Sicherstellung der Pflegeversorgung in Deutschland, während 49 % der Kostenträger positiv in die Zukunft blicken.

Fazit:
Der Index zeigt eindeutig, dass sich professionelle Pflegekräfte gesellschaftlich wenig wertgeschätzt und von der Politik im Stich gelassen fühlen. Sie nehmen die personelle Ausstattung als unzureichend und einen Effekt des Pflegestärkungsgesetzes II so gut wie gar nicht wahr. Die Kostenträger hingegen schätzen fast alles positiv ein. Diese sollten endlich einmal die Scheuklappen
abnehmen und den Tatsachen ins Auge schauen.

1 Kommentare zu Deutscher Pflegemarkt 2018: Diskrepanzen bei der Wahrnehmung

  1. Für Die Mitarbeiter der Pflege hat sich nichts im positiven verändert 90% erhalten gerade noch den Mindestlohn. Fachkräfte gibt es kaum noch überall knapp und keiner merkt es, ja wer wird das auch noch antun wollen? Keiner oder nur ein geringer Teil tut sich das an, damit meine ich unfreundliche Arbeitszeiten ständiges Einspringen weil kein Personal da ist oder zu knapp kalkuliert wurde um mehr zu verdienen, es gibt immer noch kein gesetzlichen Personalschlüssel der eingehalten werden muss in Thüringen und Sachsen es ist ein schlecht bezahlter psychisch und physisch ein anstrengender Job wer ihn gelernt hat und mit Herz 15 Jahre in der Branche war, ist danach fertig für den Rest...rede davon weiß will darüber und hab soooo viel gesehen aber ich liebe die Pflege aber nicht für jeden Preis schade könnte so schön sein aber wenn da nicht die Wende kommt das 2. Pflegerstärkungsgesetz hat für die Mitarbeiter auch in Führungsebenen nichts gebracht sondern den Hilfebedürftigen und den Betreibern die die dafür arbeiten und alles am laufen halten glotzen in die Röhre

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