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Blog - Mit Musik bringen Sie die gemütliche Herbststimmung zu Ihren Bettlägerigen

21.11.2017
Mit Musik bringen Sie die gemütliche Herbststimmung zu Ihren Bettlägerigen

Frau König, eine stark demenzerkrankte Bewohnerin in unserer Einrichtung, bleibt mittlerweile häufig im Bett. Sie wird zwar noch öfter in ihren Rollstuhl mobilisiert, doch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in der Einrichtung ist für sie immer weniger möglich. Manchmal wirkt sie traurig und es ist leider schwer zu erfassen, was in ihr vorgeht, da sie kaum spricht. Doch
sobald sie in ihrem Zimmer Gesellschaft hat, wirkt sie entspannter und fröhlicher.

Warum Ihre bettlägerigen Bewohner besondere Aufmerksamkeit brauchen

Die Bewohner, die Tag und Nacht in ihren Zimmern verbringen, fühlen sich vermutlich von der Außenwelt isoliert. Trotz Besuchen und der regelmäßigen Verrichtungen der Pflege fehlt oft eine
Ansprache auf emotionaler Ebene. Es droht die Gefahr der Vereinsamung und Isolierung. Mit individuellen und bedürfnisgerechten Angeboten erhöhen Sie das Wohlbefinden Ihrer Bewohner.
Zudem haben sie das Gefühl, noch am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, und können ihre Vorlieben teilweise ausleben.

Singen Sie dieses Lied untermalt mit Rhythmen

Ein Lied zu singen oder vorgesungen zu bekommen wird Ihren Bewohner bereits erfreuen. Zusätzliche Rhythmen machen die Musik spür- und erlebbar. Der Körper arbeitet mit und kommt in leichte Bewegung. Nehmen Sie diesen Kanon mit wenig Text, der nicht viel Konzentration erfordert:

Hejo, spann den Wagen an

Altes Volkslied
Hejo, spann den Wagen an,
denn der Wind treibt Regen übers Land.
Hol die goldnen Garben,
hol die goldnen Garben.

Anleitung zum Lied: Wählen Sie ein Instrument, das 2-mal vorhanden ist. So können Sie und Ihr Bewohner jeder eines einsetzen. Geben Sie Ihrem Bewohner 1 Instrument in die Hand. Singen Sie ihm das Lied 1-mal vor und bewegen Sie das Rhythmus-Instrument dazu im Takt. Beim 2. Singen des Liedes motivieren Sie ihn, Ihr Tun nachzuahmen und mitzusingen. Singen Sie ein 3. und ein 4. Mal, sodass Ihr Bewohner den Rhythmus und das Lied intensiv spüren kann.

Nutzen Sie z. B. eines dieser Instrumente zur Untermalung:

  • Tamburin
  • Rassel
  • Shaker bzw. Rhythmus-Eier

Auch das unten stehende Lied weckt Erinnerungen bei Ihren Bewohnern.

So basteln Sie einen Shaker ganz einfach selber

Sie benötigen hierzu nur wenige Materialien. Leere und ausgewaschene Plastikflaschen von Actimel und kleinen Smoothies und Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen oder Reis reichen vollkommen aus. Füllen Sie von einer Hülsenfrucht ca. 1 Esslöffel voll in eine leere Flasche und schrauben Sie sie fest zu. Schon ist der Shaker fertig. Probieren Sie verschiedene Hülsenfrüchte aus. Der Klang von Reis unterscheidet sich sehr von dem von Erbsen in einem Plastikgefäß. Sie können diese Shaker auch gemeinsam mit Ihren Bewohnern in einem Angebot basteln.

Wie Sie andere Bewohner in diese Angebote einbeziehen

Sicherlich werden Sie ein paar gute und begeisterte Sängerinnen und Sänger in Ihrer Einrichtung haben. Beziehen Sie diese in Angebote für Ihre bettlägerigen Bewohner ein. Sie können gemeinsam als Chor Zimmerbesuche planen und den immobilen Pflegekunden ein Ständchen bringen. So erleben Ihre Bewohner eine sinnvolle Beschäftigung und können etwas zur Gemeinschaft
innerhalb der Einrichtung beitragen. Ihre bettlägerigen Pflegekunden fühlen sich zudem in die Gemeinschaft einbezogen und erleben ein Stück weniger das Gefühl, isoliert zu sein.

Tipp: Veranstalten Sie mit interessierten Sängern regelmäßige Chorproben. Planen Sie gemeinsam mit Ihren Bewohnern, wann und wo der Chor innerhalb der Einrichtung auftritt bzw. aktiv wird. Auch Auftritte außerhalb Ihrer Einrichtung können je nach Wunsch und Möglichkeiten organisiert werden.

Von Rudolf Baumbach

Hoch auf dem gelben Wagen
sitz ich beim Schwager vorn.
Vorwärts die Rosse traben,
lustig schmettert das Horn.

Berge, Täler und Auen,
leuchtendes Ährengold,
ich möcht in Ruhe gern schauen;
aber der Wagen, der rollt.

Flöten hör ich und Geigen,
lustiges Baßgebrumm,
junges Volk im Reigen
tanzt um die Linde herum.

Wirbelnde Blätter im Winde,
es jauchzt und lacht und tollt,
ich bliebe so gern bei der Linde;
aber der Wagen, der rollt.

Postillon in der Schenke
füttert Rosse im Flug,
schäumendes Gerstengetränke
reicht uns der Wirt im Krug.

Hinter den Fensterscheiben
lacht ein Gesicht gar hold,
ich möchte so gerne noch bleiben,
aber der Wagen, der rollt.

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