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Blog - Fälschen Sie niemals die Pflegedokumentation

08.02.2019
Fälschen Sie niemals die Pflegedokumentation

Es ist verlockend – am Ende des Monats wirken die Leistungsnachweise wie Schweizer Käse. Löcher, wohin man schaut. Schnell ist die Pflegedienstleitung geneigt, Handzeichen in die Lücken zu setzen, damit die erbrachten Leistungen auch abgerechnet werden können.

Doch dieses Vorgehen kann erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen. Im Raum steht nämlich der Straftatbestand der Urkundenfälschung. Doch es gibt noch weitere gefährliche Vorgehensweisen, um sich Vorteile zu verschaffen. Bezogen auf die Pflegedokumentation zeigt die folgende Tabelle entsprechende Delikte und ihre Konsequenzen auf:

 

VergehenMögliche Konsequenzen
Die Pflegeplanung wird "frisiert": Es wird ein wesentlich höherer Hilfebedarf dokumentiert, um einen höheren Pflegegrad zu erzielen.Verstoß gegen § 267 Strafgesetzbuch
Urkundenfälschung - bis zu 5 Jahre Gefängnis
Nachdokumentieren von Risikoskalen (Risiko / Pflegeschaden ist bereits vorhanden, Erfassung wird heute gemacht und vordatiert)Verstoß gegen § 269 Strafgesetzbuch
Fälschung beweiserheblicher Daten - bis zu 5 Jahre Gefängnis
Behandlungspflege wird durch eine dafür nicht befugte Kraft erbracht, eine dafür befugte Kraft zeichnet ab.Verstoß gegen § 271 Strafgesetzbuch
Mittelbare Falschbeurkundung - bis zu 3 Jahre Gefängnis

Vor allem durch die seit 2016 stattfindenden Abrechnungsprüfungen sollte jedem Pflegedienst klar sein, dass solche Vergehen entdeckt werden. Zudem sind die Prüfer verpflichtet, Auffälligkeiten zu dokumentieren. Solche Auffälligkeiten landen dann automatisch bei der Staatsanwaltschaft.

Sensibilisieren Sie daher Ihr gesamtes Team dahingehend, keine solche Fälschungen oder Falschaussagen in der Pflegedokumentation vorzunehmen.

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