Verlag & Akademie

Zwangseinweisung: Das sind die rechtlichen Voraussetzungen

12.08.2019

Wenn einer Ihrer Bewohner sich selbst oder andere gefährdet, ist eine Zwangseinweisung zum Schutz seiner eigenen Person oder seiner Umwelt möglicherweise unumgänglich.

Fallbeispiel: Herr Mayer hat seit einigen Tagen Halluzinationen. Er sieht Blut an den Wänden herablaufen und wandert ruhelos in seinem Zimmer umher. Vor lauter Panik schlägt er um sich und hat eine Mitbewohnerin so fest gestoßen, dass diese gestürzt ist. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Selbst- und Fremdgefährdung noch weiter steigern.

Das Pflegeteam kommt nach Abwägung aller Faktoren zu dem Schluss, dass eine sofortige Einweisung unumgänglich ist. In diesem Fallbeispiel sind die Gründe für eine Einweisung eindeutig: Die Gefahren sind offensichtlich, und es besteht keine Aussicht darauf, dass sich die psychische Situation von Herrn Mayer ohne die Behandlung in einer Klinik besser.

So läuft eine Zwangseinweisung ab

Nicht alles, was gefährlich für Ihren Bewohner ist, stellt gleichzeitig einen Grund für eine Zwangseinweisung dar. Wenn Sie im Verhalten Ihres Bewohners hinreichende Gründe hierfür finden, ist das weitere Verfahren genau festgelegt.

Die untenstehende Übersicht zeigt Ihnen, welche Gründe zu einer Zwangseinweisung führen können und welche nicht ausreichend sind.

Schritt 1: Einweisung durch den Arzt

Zunächst muss ein im Umgang mit psychiatrischen Erkrankungen erfahrener Arzt (dies kann auch ein Hausarzt sein, jedoch kein völlig fachfremder Arzt, etwa ein Urologe oder Orthopäde) sich vor Ort davon überzeugen, dass eine Zwangseinweisung notwendig und gerechtfertigt ist. Der Befund darf nicht älter als einen Tag sein.

Schritt 2: Information an die Ordnungsbehörde

Veranlasst wird die Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik durch eine Behörde (Ordnungsamt), wenn Gefahr im Verzug ist und diese nicht durch weniger gravierende Maßnahmen gebannt werden kann.

Bei einer Zwangseinweisung erfolgt der Transport mit einem Krankenwagen im Beisein eines Mitarbeiters des Ordnungsamtes. Außerhalb der Dienstzeiten der Ordnungsbehörde übernimmt die Polizei diese Aufgabe.

Schritt 3: Antrag beim Amtsgericht / Betreuungsgericht

Das Ordnungsamt beantragt die geschlossene Unterbringung. Der Beschluss zur Unterbringungsmaßnahme muss bis zum Ende des folgenden Tages vorliegen, ansonsten muss der Patient entlassen werden.

Die Zwangsunterbringung beinhaltet keine Zwangsbehandlung. Der Betroffene muss über eine Behandlung aufgeklärt werden und in diese einwilligen. Eine Zwangsbehandlung kann nur erfolgen, wenn dies im richterlichen Unterbringungsbeschluss vorgesehen ist oder die Eigen- oder Fremdgefährdung diese Maßnahme notwendig macht.

Die gesetzlichen Grundlagen hierzu unterscheiden sich: In Baden-Württemberg, Bayern und im Saarland gilt das „Unterbringungsgesetz“. In Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg- Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig- Holstein und Thüringen finden Sie die genannten Regelungen im „Gesetz für psychisch Kranke“.

Weitere Informationen zum Thema Recht in der Pflege finden Sie in unserem Praxisratgeber: Stationäre Pflege aktuell.

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Qualitäts-Management aktuell

1 x in der Woche finden Sie in unserem kostenlosen E-Mail-Newsletter PPM Qualitäts-Management aktuelle Tipps zur Qualitätssteigerung.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Palliativpflege heute

News und Praxistipps für eine professionelle Palliativpflege – speziell für Pflegekräfte in stationären und ambulanten Einrichtungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Menschen mit Demenz professionell pflegen

Wichtige Informationen zum Thema Pflege und Betreuung bei Demenz. So bewältigen Sie als Pflegefachkraft die speziellen Herausforderungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Nein, Danke

Nie mehr den Überblick verlieren!

Holen Sie sich Hilfe für Ihre stationäre Pflege!

In nur 15 Minuten über das Wichtigste informiert sein.

  • Pflegekokumentation
  • Mitarbeiterführung
  • Haftungsrecht
  • Nein, Danke

    Nein, Danke