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Erstgespräch: Bauen Sie eine vertrauensvolle Beziehung zu Demenzerkrankten aus anderen Kulturkreisen auf

13.08.2018

Die meisten Menschen mit Migrationshintergrund haben nur wenig Erfahrung mit unserem Gesundheitssystem. Sie scheuen sich deshalb davor, sich einer ihnen fremden Person zu öffnen. Damit Sie als Pflegekraft Vertrauen wecken, ist es hilfreich, sich auf einer persönlicheren Ebene in die Pflegebeziehung einzubringen, als Sie es gewohnt sind.

Das Zulassen einer „familiarisierten“ Beziehung entspricht eher dem Hilfeverständnis sehr familienbezogen sozialisierter Migranten als die Begegnung auf einer distanzierten, rein professionellen Ebene.

Dabei kann Ihr ehrliches Interesse helfen, indem Sie z.B.:

  • über alltägliche Fragen in das Gespräch einsteigen,
  • Fragen zum Herkunftsland des zu Pflegenden stellen,
  • über eigene Erfahrungen mit dem Herkunftsland sprechen und so eine alltägliche familiäre Atmosphäre schaffen.

Hinweis: Im Umgang mit demenzerkrankten Migranten sollten Sie verinnerlichen, dass weder eine bestimmte Herkunft noch ein Migrationshintergrund eine Aussage über die gesellschaft liche Prägung, Religion und die Bedürfnisse zulassen.

Nicht jeder demenzerkrankte Migrant ist gleich

Studien belegen, dass viele Menschen mit Migrationshintergrund im Laufe der Zeit ganz ähnliche Essgewohnheiten und Musikgeschmäcker, ein ähnliches Freizeitverhalten usw. entwickelt haben wie Menschen ohne Migrationshintergrund. Nur etwa ¼ von ihnen lebt sehr traditionell und religiös. Sie als Pflege- und Betreuungskraft müssen sich also folglich genauso individuell verhalten, sich öffnen, Stereotype loslassen und genau hinschauen, welche Lebensweise die zu pfl egende Person hat. Bücherwissen, „Kulturrezepte“ oder „Wissen über die Kultur“ allein sind nicht wichtig, nur die Betroff enen selbst oder ihre Angehörigen können Ihnen ihre jeweilige Sichtweise, Lebenswelt und deren Bedeutung für die Pflege- und Betreuungssituation nahebringen.

Begeistern Sie Ehrenamtliche

Gerade ehrenamtlich engagierte Bürger aus anderen Kulturkreisen können ein wichtiger Türöffner für Sie sein. Stellen Sie sich deshalb folgende Fragen und beantworten dieses bestenfalls positiv oder fangen an, diese umzusetzen.

  • Haben Sie ehrenamtliche Mitarbeiter mit Migrationshintergrund für Ihre Einrichtung gewonnen?
  • Sehen Sie Möglichkeiten, wie Ehrenamtliche eine Brücke zu Netzwerkpartnern in Gemeinschaften der Migranten schlagen können?
  • Welche praktische Unterstützung können Sie Freiwilligen bei interkulturellen Vorhaben geben?

Übersicht: 10 Fragen für ein Erstgespräch

  1. Wie gehe ich mit meiner eigenen Unsicherheit und meinem möglicherweise transkulturellen „Nichtwissen“ um?
  2. Wie beziehe ich Angehörige in das Gespräch ein und welches Rollengefüge kommt in der jeweiligen Situation unter Umständen auf mich zu?
  3. Versteht mein Gegenüber sprachlich den Sinn und Zweck meiner Fragen oder ist eine Übersetzung erforderlich? Wenn ja, wer leistet diese?
  4. Gibt es ergänzendes Infomaterial zum Thema „Demenz“ oder bebilderte Dokumente in der jeweiligen Landessprache? Müssen wichtige Abmachungen wie z. B. Zeichen, wichtige Wörter in der Muttersprache, Telefonnummern etc. getroffen werden?
  5. Verstehe ich die Informationen, die ich erhalte, in ihrer symbolischen und lebensgeschichtlichen Bedeutung der jeweiligen Kultur? Wer kann mir dabei helfen?
  6. Wie kann ich verhindern, dass ich den Menschen mit Demenz und Migrationshintergrund durch die Art meiner Fragen unter Umständen in seinen Gefühlen verletze?
  7. Wie reagiere ich auf Aussagen, die mir fremd sind und meine eigene Lebenswelt und meine eigenen Prinzipien infrage stellen?
  8. Wie prägen mich meine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse im Kontakt mit Menschen mit Migrationshintergrund?
  9. Wie kann ich verhindern, dass sich eventuell vorhandene Vorurteile und stereotype Bilder zwischen den Pflegebedürftigen und mich schieben?
  10. Wo liegen meine persönlichen Grenzen in der Beziehungsgestaltung?

Hinweis: Wenn Sie sich diese Fragen und Überlegungen vor dem 1. Gespräch beantworten und/ oder sich ausreichend über die offen gebliebenen Fragen informieren, können Sie mit der nötigen Behutsamkeit und Empathie in das Erstgespräch gehen. Allein die intensive Beschäftigung mit diesen Fragen regt zum Nachdenken und Refl ektieren an, gibt Ihnen dadurch die gewünschte Sicherheit und kann so missverständliche Situationen schon im Vorfeld verhindern.

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