Verlag & Akademie

Droht das Aus für die generalisierte Pflegeausbildung?

09.02.2017

Zum Auftakt des Kongresses „Pflege 2017“ vor Kurzem in Berlin fand eine Pressekonferenz mit dem Springer Medizin Verlag und der Fachmarke Springer Pflege, erstmals in Kooperation mit Vincentz Network, statt. Thema war die geplante Ausbildungsreform für Pflegeberufe, welches für eine hitzige Debatte sorgte.

Die Veranstaltung gilt als größter Kongress für das mittlere Pflegemanagement. Erwartet wurden rund 1.700 Gäste – u. a. Vertreter aus der Unionsfraktion, der SPD-Fraktion und Mitglieder aus Berufsverbänden sowie ca. 100 Referenten, die an beiden Tagen auftraten. Die Eröffnungsrede wurde von der Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) gehalten.

Thema des Kongresses war die Debatte über die geplante Ausbildungsreform in Pflegeberufen, so Springer Pflege. An der Pressekonferenz nahm der „pflegepolitische Sprecher der Unionsfraktion Erwin Rüddel (CDU) teil und äußerte, dass eine Ausbildungsdauer von 2 Jahren mit anschließender Spezialisierung innerhalb eines weiteren Jahres Konsens der Unionsfraktion sei.

Weiterhin forderte Rüddel von der Fachabteilung im Gesundheitsministerium eine Umsetzung eines Kompromisses als Zeichensetzung und mahnte zur Eile im Hinblick auf die Wahlen in NRW am 14. Mai dieses Jahres. Dagegenhaltend äußerte die Vize-Vorsitzende des Berufsverbandes Lehrende Gesundheits-und Sozialberufe (BLGS) Christine Vogler, dass bei Umsetzung à la Rüddel die Dreiteilung der Berufsfelder (Altenpflege, Krankenpflege, Kinderkrankenpflege) weiterhin gegeben sei. Zur Sicherstellung der Versorgung würde die Generalistik benötigt, so Vogler.

Die Pflegebranche unterliege einer Innovationsgeschwindigkeit und fordere den Pflegefachpersonen ein „lebenslanges“ Lernen ab, welches durch den Aufbau der Fachlichkeit während der 3-jährigen Ausbildungsdauer aufgefangen werden müsse, so der Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz Dr. Markus Mai, der die Gefahr von „irreparablen Schäden der ganzen Berufsgruppe befürchtet.

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