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Meistern Sie die Herausforderung „Ernährung bei Demenz“

25.01.2019

Einen guten Ernährungsstatus unserer demenziell erkrankten Pflegekunden sicherzustellen ist eine große Aufgabe für uns Pflegekräfte. Warum? Weil das Krankheitsbild sich stark auf das Ess- und Trinkverhalten auswirkt.

Symptome wie Appetitlosigkeit, das Vergessen von Mahlzeiten und eine regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme sind nur einige Faktoren, die hier eine Rolle spielen. Oft ist unser Geschick auch bei den verschiedenen Ausprägungen von herausforderndem Verhalten gefragt. Die gute Nachricht dabei: Auch die Entwicklung von Hilfsmitteln und pflegerischen Unterstützungsmöglichkeiten schreitet kontinuierlich voran. Was gibt es mittlerweile nicht alles von essbarer Tischdekoration bis zu mobilen Fingerfood- Stationen.

Um aus der Fülle der Möglichkeiten gezielt das Richtige für Ihren Pflegekunden auszuwählen, ist es im 1. Schritt wichtig, dass Sie seinen persönlichen Ernährungsstatus und sein Risiko fachlich sicher einschätzen.

So gelingt Ihnen eine gezielte Risikoeinschätzung

Welche Symptome zeigt Ihr demenziell erkrankter Pflegekunde genau? Nur wenn Sie Antworten auf diese Frage finden, können Sie auch gezielt Ihre Maßnahmen dazu planen. Denn Menschen mit Demenz in diesem Bereich zu unterstützen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Sie als Pflegekraft müssen in der Lage sein, zu erkennen, wie sich die Demenz auswirkt. Nehmen Sie sich dafür das Beobachtungsprotokoll „Risikoeinschätzung Ernährung bei Demenz“ zur Hand. Gehen Sie die Fragen für jeden Ihrer Pflegekunden Punkt für Punkt durch und haken Sie ab, was Sie bei ihm beobachten.

Nach der Risikoeinschätzung kommt die Maßnahmenplanung

Haben Sie bei Ihrem Pflegekunden die Risikoeinschätzung durchgeführt, geht es im 2. Schritt an die Maßnahmenplanung. Dabei hilft Ihnen die folgende Übersicht. Hier finden Sie zu den 6 häufigsten Einschränkungen Ihres Pflegekunden eine Auswahl an Maßnahmen und pflegerischen Interventionsmöglichkeiten.

Gehen Sie am besten folgendermaßen vor: Legen Sie die durchgeführte Risikoeinschätzung Ihres Pflegekunden neben die Übersicht. Überall dort, wo Sie in der Risikoeinschätzung „Ja“ angekreuzt haben, besteht Handlungsbedarf. Suchen Sie sich jetzt anhand der Übersicht die Maßnahmen aus, die zu den Einschränkungen passen.

Besonderheit ambulante Pflege

Wenn Sie demenziell erkrankte Pflegekunden in der ambulanten Pflege betreuen, sind Ihre Steuerungsmöglichkeiten im Bereich Ernährung geringer. Hier empfehle ich Ihnen, den Fokus auf die Beratung der Angehörigen und möglicher 24-Stunden-Pflegekräfte zu legen. Dafür können Sie auch die Risikoeinschätzung und die Übersicht mit den 6 Maßnahmen gut nutzen.

Beobachtungsprotokoll: Risikoeinschätzung Ernährung bei Demenz

  • Vergisst Ihr Pflegekunde die Essenszeiten?
  • Kann er Hunger- und Durstgefühl nicht mehr adäquat äußern, weder verbal noch nonverbal?
  • Zeigt Ihr Pflegekunde herausforderndes Verhalten, das Auswirkungen auf seinen Ernährungsstatus hat, z. B. einen gesteigerten Bewegungsdrang und damit verbunden einen erhöhten Kalorienbedarf?
  • Leidet Ihr Pflegekunde außer an der Demenz noch an anderen Krankheiten oder deren Folgen, die sich auf sein Essverhalten und seine Nahrungsaufnahme auswirken? Dies können z. B. sein:
    • mangelhafter Zahnstatus
    • Schluckbeschwerden
    • Kaubeschwerden
    • Vielzahl an Medikamenten

  • Hat er gemäß Ihrer durchgeführten Risikoeinschätzung eine erhöhte Gefahr der Mangelernährung und/oder Exsikkose?
  • Ist Ihr Pflegekunde mit der Ess-Situation sichtlich überfordert?
  • Lässt er sich durch Lärm und Hektik schnell ablenken?
  • Stellen Sie eine mangelnde Konzentration auf den Essvorgang fest?
  • Hat Ihr Pflegekunde Koordinationsschwierigkeiten beim Umgang mit Besteck?
  • Leidet er unter einer mangelnden Sicherheit beim Essen (z.B. Kleckern und Ähnliches)?
  • Hat Ihr Pflegekunde seine Tischmanieren so weit verloren, dass es für Dritte unangenehm ist (z. B. entfernt er immer wieder seine Zahnprothese oder „matscht“ er mit dem Essen)?
  • Leidet Ihr Pflegekunde unter Ruhelosigkeit, steht er z. B. während des Essens immer wieder auf?
  • Beobachten Sie eine veränderte Geschmackswahrnehmung, schmecken Ihrem Pflegekunden z. B. nur noch Süßspeisen?
  • Reagiert Ihr Pflegekunde auf Hinweise Dritter bezüglich seines Essverhaltens oder auf pflegerische Hilfestellungen aggressiv oder mit Rückzug?

Beachten Sie immer die Gesamtsituation

Ich persönlich liebe den Teilsatz, den das Strukturmodell in etwas anderem Zusammenhang propagiert: nach pflegefachlicher Einschätzung und unter Würdigung der Gesamtsituation des Pflegekunden. Dies sagt eigentlich alles aus, was wir als professionelle Pflegekräfte leisten sollten, und hat auch für den Bereich Ernährung bei demenziell erkrankten Pflegekunden volle Gültigkeit.

Bevor Sie Maßnahmen planen, überlegen Sie immer: Sind diese sinnvoll? Sind sie der Gesamtsituation angemessen? Was braucht mein Pflegekunde genau jetzt? Ist es wichtiger, dass ihm das Essen schmeckt, als dass es besonders schön aussieht?

Wenn Sie die Relation zur Gesamtsituation immer mit beachten, gelingt es Ihnen, passende und gute Maßnahmen auszuwählen.

Fazit: Werden Sie rechtzeitig tätig

Werden Ernährungsprobleme durch Sie als Pflegefachkraft frühzeitig erkannt und leiten Sie im Falle eines Falles umgehend passende Maßnahmen ein, haben Sie schon viel gewonnen. Anhand des Beobachtungsprotokolls schätzen Sie das Risiko ein. Aus der Übersicht der pflegerischen Maßnahmen greifen Sie anschließend diejenigen heraus, die für Ihren Pflegekunden sinnvoll sind. So arbeiten Sie gründlich und gleichzeitig doch zeitsparend.

Der Gewichtsverlust Ihres Pflegekunden lässt sich vermeiden und es bestehen gute Chancen, dass ein guter Ernährungsstatus so lange als möglich erhalten bleibt. Stellen Sie sich der Herausforderung Ernährung bei demenziell erkrankten Pflegekunden. Damit leisten Sie eine fachlich hochwertige Arbeit.

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