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Evaluation: Was bringt die Fortbildung für die Pflegepraxis?

17.08.2016

2 Mitarbeiter unterhalten sich nach einer Fortbildung zum Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe“: „Und, wie fandest du die Fortbildung?“ – „Ganz okay. Die Referentin war nett, es war kurzweilig und der Kaffee war auch gut.“ – „Sehe ich genauso. Und es war echt schön, mal einen Tag nicht in die Pflege zu müssen.“ Sie beschließen ihr Gespräch mit dem geseufzten Ausspruch: „Und morgen hat uns der Alltag wieder ...“

So wie beschrieben ist es häufig: Die Mitarbeiter nehmen Wissen in einer Fortbildung auf, aber eine Transferleistung für die Praxis bringt das nicht automatisch mit sich.

 

 

Ihr Qualitätsmanagement macht Fortbildungserfolge sichtbar
Sie haben alle Chancen in der Hand, um den Erfolg Ihrer Fortbildungen sichtbar zu machen und bei Bedarf nachzusteuern. Die Übersicht zeigt Ihnen Ihre Möglichkeiten und gibt Ihnen Tipps, mit denen Sie die Methoden konkret anwenden.

 

An diesen Aspekten merken Sie, ob Ihre Schulungen wirksam sind

Methoden:

  • Pflegevisite / Mitarbeitervisite: Befragung und teilnehmende Beobachtung sowie Dokumentenprüfung
    Ziel: Sie erhalten einen Überblick darüber, ob die Mitarbeiter das Gelernte in der Praxis anwenden.
    Tipps: Nehmen Sie in Ihre Pflegevisiten ein Kriterium auf, das z. B. „Umsetzung aktueller Schulungsinhalte“ lautet. Dann können Sie Bezug nehmen auf die letzte Schulung zu Expertenstandards oder beispielsweise zur Mobilitätsförderung und notieren, wie aus Ihrer Sicht die Umsetzung gelingt und was dafür weiterhin erforderlich ist.
  • Mitarbeitergespräche
    Ziel: Mitarbeiter können über die Chancen und Grenzen des Transfers aus Fortbildungen sprechen und Lösungsansätze mit Ihnen erarbeiten.
    Tipps: Führen Sie mit Mitarbeitern, die z. B. umfangreiche Weiterbildungen besucht haben, Gespräche unter folgender Fragestellung: Was benötigen die Mitarbeiter, um das Gelernte umsetzen? Welche Ideen haben sie selbst für die Umsetzung?
  • Teamsitzungen
    Ziel: Mitarbeiter reflektieren das Gelernte und geben es an die Kollegen weiter.
    Tipps: Installieren Sie Multiplikatorengruppen und nehmen Sie die Rückmeldungen über Fortbildungsinhalte als festen Tagesordnungspunkt in Besprechungen auf.

 

Lassen Sie die Mitarbeiter die Schulungen bewerten
Das Muster des Fragebogens können Sie nutzen, um einen Anhaltspunkt über die Qualität von Fortbildungen zu erhalten. Auf dieser Grundlage können Sie zum einen Maßnahmen ergreifen, um Mitarbeitern die Transferleistung zu erleichtern. Zum anderen können Sie sich gezielt für oder gegen ein erneutes Buchen von Schulungsträgern entscheiden. Und wenn Sie nicht vor allem „oberflächliche“ Kriterien wie die Qualität der Bewirtung abfragen, ist das auch effektiv.

 

Fragebogen zur Effektivität Ihrer Fortbildungsmaßnahmen

  • Ich habe fachlich etwas dazugelernt.
  • Der Nutzen für meine praktische Arbeit war für mich erkennbar.
  • Der Medieneinsatz hat mich angesprochen.
  • Die Schulungsunterlagen fand ich schlüssig und nachvollziehbar.
  • Den Referenten würde ich gern wiedersehen.
  • Den Schulungsträger halte ich für empfehlenswert.
  • Ich habe folgende Ideen, um das Gelernte in meiner beruflichen Praxis anzuwenden: …
  • Um das Gelernte in der Praxis anzuwenden benötige ich die folgenden Rahmenbedingungen und Ressourcen: …
  • Das fand ich besonders gut: …
  • Das würde ich verbessern: …

Auswertung: Bitten Sie die Mitarbeiter, nach allen Fortbildungen, Schulungen und auch Weiterbildungseinheiten diesen Bogen auszufüllen. Aus den Ergebnissen leiten Sie in Absprache mit Ihren Leitungskräften individuelle Maßnahmen ab. Insbesondere sollten Sie hierbei Ihr Augenmerk auf die Vorschläge der Mitarbeiter legen, mit denen die Umsetzung in der Praxis gelingen kann.

Qualitätsmanager

Nein, Danke