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Faszialisparese: 7 Tipps, die Ihre Mitarbeiter unterstützen

02.06.2017

Besonders bei Bewohnern nach einem Schlaganfall kann sie auftreten: die Faszialisparese – die ein- oder gar zweiseitige Lähmung der Gesichtsmuskulatur. Ist der Gesichtsnerv „Nervus fascialis“ in seiner Funktion gestört, kann es zu dieser Symptomatik kommen. Folgende Tipps unterstützen die Pflege betroffener Bewohner.

 

Da die Kommunikation eines Menschen sehr stark über die Mimik erfolgt, hat eine Faszialisparese unmittelbare Auswirkungen auf die gedanklichen und emotionalen Ausdrucksmöglichkeiten des Bewohners. Somit ist eine Gesichtslähmung nicht nur ein medizinisches Problem, sondern hat auf den Bewohner auch psychosoziale Auswirkungen, da ggf. Mitmenschen wie andere Bewohner oder Besucher unsicher auf ihn reagieren.

Unterschiedliche Ursachen

Die Ursachen für eine Faszialisparese sind unterschiedlich. Sehr häufig tritt eine einseitige Gesichtslähmung in Folge eines Schlaganfalls auf. Da bei einem Apoplex meist eine Gehirnhälfte betroffen ist, ergeben sich auf der gegenüberliegenden Körperseite oft Lähmungserscheinungen. Deswegen haben von Schlaganfall betroffene Bewohner oft auch eine einseitige Gesichtslähmung. Mundwinkel, aber auch Augenlider hängen herab und die Mimik ist eingeschränkt. Die Symptomatik kann allerdings auch bei Tumoren oder Hirntraumata vorkommen. Außerdem gibt es eine durch Entzündungsprozesse ausgelöste sogenannte periphere Faszialisparese. Auslöser können hier virale oder bakterielle Infektionen sein (z. B. durch Borreliose oder Herpes zoster).

Herausforderung für die Pflege

Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter für einen richtigen Umgang mit Bewohnern, die unter eines Faszialisparese leiden. Dabei muss zwischen 2 Vorgehensweisen unterschieden werden: zum einen, wenn eine Gesichtslähmung akut entsteht, und zum anderen, wenn die Symptomatik bereits dauerhaft vorliegt. Die folgende Übersicht gibt Ihnen 7 Tipps an die Hand, die Ihnen und Ihren Mitarbeitern helfen, die richtigen Maßnahmen, je nach individueller Situation und Ausprägung der Lähmung des Bewohners, einzuleiten.

1. Erkennen Sie anhand dieser Symptome rechtzeitig eine Faszialisparese.

  • Mundwinkel hängen nach unten, Mund kann nicht vollständig geschlossen werden und beim Trinken läuft Flüssigkeit heraus.
  • herabhängendes Unterlid des Auges
  • Bewohner klagt darüber, dass sein Gesicht verzogen und schief sei.
  • Sinneseindrücke der Gesichtshaut sind gedämpft (fühlt sich bei Berührung wie betäubt an)
  • Kaufähigkeit ist eingeschränkt
  • Bewohner kann Stirn nicht mehr in Falten legen

Achtung: Wenn die beschriebenen Symptome neu auftreten, ist das ein potenzieller Notfall, bei dem ein Schlaganfall nicht ausgeschlossen werden kann. Der Notarzt ist unmittelbar zu informieren.

2. Aktivieren Sie gezielt mit Gesichtsübungen.

Im Idealfall sollten gemeinsam mit einem Logopäden geeignete Übungen festgelegt werden. Diese können z. B. sein:

  • Bewohner soll betroffene Seite mit Finger beklopfen
  • mit Handfläche beide Gesichtshälften ausstreichen
  • mit den Händen vom Ohr bis zum Mundwinkel vibrierend massieren

3. Trainieren Sie die Mimik des Bewohners.

  • Augenbrauen zusammenziehen
  • Augen fest schließen und wieder öffnen
  • Augenbrauen hochziehen und Stirn in Falten legen
  • Nase rümpfen
  • Mund zuspitzen

4. Achten Sie auf die Lidpflege.

  • mit dem Augenarzt geeignete Maßnahmen festlegen, z. B. Verabreichung von filmbildenden Augentropfen oder -salben
  • Raumluft anfeuchten
  • Verzicht auf augenreizende Kosmetika

5. Stellen Sie eine gute Mundpflege sicher.

  • Oft ist bei Betroffenen eine intensivere Mundpflege notwendig.
  • Achten Sie insbesondere auf eine effiziente Soor- und Parotitisprophylaxe.

6. Stellen Sie geeignete Hilfsmittel zur Verfügung.

  • Besonders bei der Nahrungsaufnahme haben Bewohner mit einer Gesichtslähmung häufig Probleme.
  • Stellen Sie deswegen geeignete Hilfsmittel wie z. B. Trinkbecher mit Mundstück zur Verfügung.
  • Ziehen Sie bei der Auswahl der Hilfsmittel einen Logopäden zurate.

7. Beugen Sie Missverständnissen vor.

  • Menschen mit Faszialisparese werden häufig falsch interpretiert, da ihr Gesichtsausdruck gelangweilt oder gar böse wirkt.
  • Klären Sie deswegen Mitbewohner und Angehörige über die reduzierte Mimik auf.

Tipp: Damit Ihre Mitarbeiter fit im Umgang mit dieser Pflegesituation werden, können Sie die passenden Maßnahmen für den Bewohner auch im Rahmen einer Fallbesprechung zusammentragen. Sie entwickeln somit nicht nur einen schlüssigen Maßnahmenplan, sondern schulen gleichzeitig Ihr Team.

Fazit

Geben Sie Ihren Mitarbeitern diese Tipps an die Hand. So können sie die Pflegesituation bei einem betroffenen Bewohner kompetent meistern. Neben einer guten Pflegequalität stellen Sie so auch sicher, dass sich Ihr Bewohner wohl umsorgt fühlt.

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