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Ganzheitliches Gedächtnistraining für demente Pflegekunden

22.07.2019

Ganzheitlich bedeutet die Beteiligung von Körper, Geist und Seele. Beim ganzheitlichen Gedächtnistraining werden Bewegungs-, Wahrnehmungs-, Ausdrucks- und Kommunikationstraining gefördert. Diese Fähigkeiten stehen in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis zueinander.

Der ganzheitliche Ansatz hat jedoch noch eine weitere Bedeutung: Er ermöglicht es, einen über die rein kognitive Ebene hinausgehenden Zugang zu den Menschen, ob es Kinder, berufstätige Erwachsene, ältere Menschen oder Menschen mit Demenz sind. Einbezogen wird der ganze Mensch, nicht nur Funktionen des Gehirns. Ziel ist die Aktivierung bzw. Reaktivierung geistiger, seelischer und körperlicher Funktionen.

Ganzheitliches Gedächtnistraining für Menschen mit Demenz

Ganzheitliches Gedächtnistraining bei Menschen mit Demenz hat die Aufgabe der Reaktivierung, Erhaltung und Steigerung des Selbstwertgefühls („Das kann ich doch noch...“). Wenn Sie die Lernfähigkeit Ihres Pflegekunden mit Demenz voll nutzen möchten, müssen Sie die Zusammenhänge beachten und bei der Trainingsplanung berücksichtigen.

Die wichtigsten Trainingsziele sind:

  • Aktivierung des Langzeitgedächtnisses
  • Optimierung der Sinneswahrnehmungen
  • Förderung sozialer Kontakte
  • Konzentrationstraining
  • Stärken von Kompetenzen
  • Mobilisieren von Ressourcen
  • Training von Alltagsfertigkeiten
  • Fähigkeiten zur Umsetzung von Orientierungshilfen

Doch die Ziele des ganzheitlichen Gedächtnistrainings sind nur dann zu erreichen, wenn Sie bei der Durchführung die in der Übersicht genannten Voraussetzungen berücksichtigen.

Hinweis: Wenn Sie die Hinweise aus der Übersicht immer im Blick haben, können Sie bei einem Gedächtnistraining für Menschen mit Demenz eigentlich nicht viel falsch machen.

Übersicht: Voraussetzungen, die Sie beim Gedächtnistraining berücksichtigen sollten

Ressourcen-orientiertes Gedächtnistraining:
Es gibt genug Situationen in denen Menschen, die eine Demenz haben, mit ihren Unzulänglichkeiten konfrontiert werden. Dies kann negative Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl haben und einem erfolgreichen Gedächtnistraining entgegenwirken. Wenn Sie ein Gedächtnistraining für Menschen mit Demenz vorbereiten, sollten Sie sich immer an den Ressourcen der Teilnehmer orientieren. Sorgen Sie dafür, dass ein Gedächtnistraining auch immer mit Erfolgserlebnissen einhergeht. Wenn ein Teilnehmer eines Gedächtnistrainings keine Erfolgserlebnisse mehr hat, sollte auf das Gedächtnistraining in der gewählten Form verzichtet werden. Wählen Sie stattdessen lieber Aktivierungen, die Erfolgserlebnisse verschaffen, wie eine 10-Minuten-Aktivierung.

Training alltagsnah, biografisch und individuell auf Ihren Pflegekunden mit Demenz oder die Gruppe zuschneiden:
Um Kompetenzen zu stärken, Ressourcen zu mobilisieren und Alltagsfertigkeiten zu trainieren, sollten Sie sich am Alltag der Menschen orientieren. Hierbei ist es erforderlich, den Alltag, den Ihre Pflegekunden hatten mit einzubeziehen. Gerade bei Bewegungen kann es hilfreich sein, wenn sie an Tätigkeiten im Beruf oder zu Hause erinnern, z. B. Teig in einer Schüssel rühren, Wolle aufwickeln. Nutzen Sie die „Schatzkiste“, also das Langzeitgedächtnis Ihrer Pflegekunden. Fragen Sie Ihre Kunden, wie sie früher bestimmte Arbeiten verrichtet und welche Hilfsmittel sie hierfür verwendet haben.

Je spielerischer trainiert wird, umso eher ist ein Erfolg zu verzeichnen:
Spielerisch bedeutet: Es gibt keinen Leistungsdruck, jede Meinung wird gehört und ist wichtig, es gibt kein Falsch, es darf gelacht werden.

Trainingseinheiten thematisch gliedern:
Das Thema ist eine Orientierungshilfe für Ihre Pflegekunden. Vor allen Dingen hilft das bei der Wortfindung.

auf immer gleiche Rituale achten:
Rituale geben Sicherheit und durch die Wiederholung prägen sie sich ein.

alle Sinne einbeziehen:
Da unsere Sinne aufnehmen, was in unserer Umgebung geschieht, können Sie diese nutzen, um die Aufmerksamkeit Ihrer Pflegekunden auf das Thema zu lenken

große Schrift nutzen, auch Sütterlin:
Große Schrift ist einfacher zu lesen. Bei Menschen, die noch Sütterlin gelernt haben, kann es sein, dass sie die heute gebräuchliche Schrift nicht lesen können, dafür aber Sütterlin.

so oft wie möglich motorische Elemente einbauen:
Die Bewegung dient dazu, die Aufmerksamkeit zu erhalten. Der Kopf wird besser durchblutet, es wird tiefer geatmet und dadurch steht mehr Sauerstoff für das Gehirn zur Verfügung.

Musik nutzen:
Musik hebt die Stimmung, sie animiert Ihre Pflegekunden zur Bewegung und vielleicht sogar zum Mitsingen, Klatschen und Schunkeln.

Erfolgserlebnisse ermöglichen, aber keine Unterforderung:
Niemand will sich umsonst bemühen. Wenn der Eindruck entsteht, dass sowieso alles falsch ist und die anderen alles besser können, geht die Freude an einer Sache verloren. Ermöglichen Sie den Menschen mit Demenz Erfolge und eine Bestätigung ihres Selbstbewusstseins.

Eine Überforderung zu vermeiden ist wichtig - das sollte aber nicht zu einer Unterforderung der Menschen mit Demenz führen. Viele Menschen mit Demenz, gerade diejenigen in einem früheren Stadium, können häufig mehr als nur Sprichwörter vervollständigen.

Dauer des Gedächtnistrainings: maximal 30 Minuten:
Für Menschen mit Demenz ist das eine wirklich lange Zeit. Deshalb können Sie das Training auch kürzer gestalten, aber auf keinen Fall länger.

Wer nicht will, der will nicht!
Auch wenn Betreuende oder Pflegende glauben, dass ein Gedächtnistraining einem Menschen mit Demenz guttun würde, so entscheidet doch der Mensch mit Demenz selbst, ob er teilnehmen möchte oder nicht. Respektieren Sie die Wünsche der Menschen mit Demenz.

Es gibt kein Richtig oder Falsch:
Beim Gedächtnistraining gibt es kein Richtig oder Falsch! Gedächtnistrainingsübungen werden von Menschen erstellt und jeder hat eine andere Betrachtungsweise. Was für den einen einfach und folgerichtig ist, muss noch lange nicht für den anderen so sein.

Daher sollten Sie Übungen auch nicht bewertend einleiten, wie z. B. „Das ist ganz leicht“. Mit dieser Bewertung vermindern Sie das Erfolgserlebnis, wenn eine Übung oder Bewegung erfolgreich ausgeführt wird. Oder wenn ein Mensch mit Demenz nicht gleich versteht, was Sie als Pflege- und Betreuungskraft von ihm möchten, fühlt er sich unzulänglich und wird frustriert, weil Sie es ja als so leicht angekündigt haben.

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