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Hilfsmittelbewilligung leicht gemacht!

25.05.2015

Die gesetzlichen Grundlagen zur Hilfsmittelbewilligung sind in § 33 SGB V geregelt. Als Einrichtung sind Sie verpflichtet, Hilfs- und Pflegemittel für den täglichen Gebrauch vorzuhalten. Doch einige Bewohner benötigen aufgrund ihrer körperlichen Einschränkung oder Erkrankung maßangefertigte Hilfsmittel. Diese müssen Sie als Einrichtung nicht vorhalten.

§ 33 SGB V „Hilfsmittelverordnung“ meint: Versicherte haben einen Anspruch auf die Versorgung mit Hörhilfen, Körperersatzstücken, orthopädischen und anderen Hilfsmitteln. Diese müssen im Einzelfall erforderlich sein, um den Erfolg einer Krankenbehandlung zu sichern, um einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder diese auszugleichen. Diese Hilfsmittel dürfen aber nicht als allgemeine Gebrauchsgegenstände für das tägliche Leben betrachtet werden.

Der Anspruch auf Hilfsmittel umfasst ebenfalls die notwendigen Änderungen, Instandsetzungen und die Ersatzbeschaffung von Hilfsmitteln sowie die ausführliche Einweisung in deren Gebrauch. Hinweis: Wenn der Versicherte ein spezielles Hilfsmittel wünscht, welches zusätzliche Leistungen hat, die aber nicht notwendig sind, um das Defizit auszugleichen, kommen hier Mehrkosten auf den Betroffenen zu.

Der Bedarf muss erkannt werden

In der Dokumentation sollte nun klar erkennbar sein, in welchen Bereichen ein Defizit besteht und was bereits getan wurde, um dieses auszugleichen.

Beziehen Sie die Angehörigen mit ein

Halten Sie immer engen Kontakt mit den Angehörigen bzw. Bevollmächtigten des Betroffenen (wenn dies für den Bewohner in Ordnung ist). Diese sollten über jeden Schritt informiert werden. Zeigen Sie auf, welches Hilfsmittel am sinnvollsten für deren Verwandten wäre und welche Vorteile es mit sich bringt. Bedenken Sie: Wenn das Hilfsmittel von der Kasse abgelehnt wird, können nur die Angehörigen / Bevollmächtigten Widerspruch einlegen.

Information an den Arzt

Im Rahmen einer Visite wird nun das Problem dem Hausarzt ausführlich geschildert. Der Arzt stellt ein Rezept mit folgenden Angaben aus:
» Diagnose des Patienten
» Genaue Bezeichnung des Hilfsmittels
» 12-stellige Nummer des Herstellers

So wird vermieden, dass die Produktauswahl im Ermessen der Krankenkasse oder des Lieferanten liegt. Das Rezept wird nun an das Sanitätshaus weitergeleitet, mit dem Sie zusammenarbeiten. Wenn der Bewohner natürlich ein bestimmtes Sanitätshaus bevorzugt, müssen Sie dies berücksichtigen. Das Sanitätshaus schickt dann das Rezept an die zuständige Kasse. Diese kann bei Bedarf den Antrag an den MDK zur Prüfung weiterleiten.

Bleiben Sie mit der Kasse in Verbindung

Normalerweise dauert eine Bearbeitung für die Bewilligung durch die Krankenkasse 10–14 Tage. Sollte es länger dauern, rufen Sie bei der Krankenkasse an. Für Ihren Bewohner ist dieses Hilfsmittel etwas, das seine Lebensqualität erhöht. Aus diesem Grund sollte keine Zeit verschwendet werden.

Achten Sie auf die Einweisungspflicht

Wenn das Hilfsmittel geliefert wird, muss der Lieferant dieses aufbauen bzw. aufbereiten. Überzeugen Sie sich von der Funktionstüchtigkeit. Achten Sie darauf, dass der Lieferant den Bewohner und alle, die das Hilfsmittel nutzen, in dessen Gebrauch einweist. Dies lassen Sie sich abzeichnen. Die Namen der Einweisenden werden vermerkt. Hinweis: Sollte es sich bei dem Hilfsmittel um ein Medizinprodukt handeln, müssen Sie eine Einweisung nach der Medizinprodukte-Verordnung durchführen. Die Gebrauchsanleitung für das Hilfsmittel muss an einem zugänglichen Ort aufbewahrt werden. Ich empfehle, eigens einen Ordner für Gebrauchsanleitungen anzulegen.

Gesetzliche Änderungen

Zum 01.06.2013 haben sich die Regelungen für die Hilfsmittelversorgung der AOK Sachsen-Anhalt geändert. Hiernach müssen alle Anträge auf Hilfsmittel durch einen elektronischen Kostenvoranschlag eingereicht werden. Alle Abgaben von Hilfsmitteln und die damit verbundenen Dienstleistungen sind genehmigungspflichtig. Dies gilt auch für Hilfsmittel, die nicht im Hilfsmittelverzeichnis gelistet sind.

Für alle gelisteten Hilfsmittel laut dem Hilfsmittelverzeichnis ist die Abgabe bis zu einem Gesamtpreis von 77 € brutto grundsätzlich genehmigungsfrei. Natürlich gibt es aber auch hier Ausnahmen, bei denen abweichende Regelungen getroffen wurden.

 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in Rechtssicher handeln in der Pflege.

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