Verlag & Akademie

Hygienemerkblatt MRSA – eine Aufklärung für alle

24.11.2017

Kommt Ihnen das bekannt vor? Sobald ein Pflegekunde einen diagnostizierten MRSA hat, herrscht bei Angehörigen, Besuchern sowie neuen Kollegen oft eine große Unsicherheit. Welche Hygienemaßnahmen sind jetzt genau zu beachten, bin ich selbst auch gefährdet, warum wird im Pflegeheim anders damit umgegangen als im Krankenhaus?

Qualität in der Pflege - MITARBEITERQUALIFIKATION
Sorgen Sie für ein besseres Arbeitsklima und sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter jetzt für das Thema „Mobbing
Aber Achtung: Nicht jeder Konflikt ist auch Mobbing.
 

Ihre Arbeitshilfe

Um auf solche Fragen in Zukunft gut vorbereitet zu sein, haben wir das „Hygienemerkblatt MRSA“ für Sie zusammengestellt. Es verzichtet absichtlich so weit wie möglich auf Fachsprache und ist einfach und knapp gehalten. Dadurch ist es leicht verständlich. Geben Sie es in Zukunft einfach an alle, die Fragen zu diesem Thema haben, weiter. So leisten Sie einen Beitrag zur Aufklärung zu diesem wichtigen Thema und sparen gleichzeitig wertvolle Arbeitszeit für sich. Denn viele Fragen, die Ihre Pflegekunden oder deren Angehörige haben, klären sich schon durch das Hygienemerkblatt.

Eine ansprechende äußere Form

Wir empfehlen Ihnen, mit Ihrer PDL zu sprechen, ob sie die äußere Form des Hygienemerkblatts nicht noch an Ihre Einrichtung anpassen möchten. Als „Kopf“ wäre es toll, wenn Sie folgende Einleitung mit aufnehmen würden: „Liebe Pflegekunden, Angehörige und Betreuer, immer wieder hört man von multiresistenten Keimen. Leider ist es trotz aller Desinfektionsmaßnahmen und Hygienestandards auch möglich, dass jemand von Ihnen davon betroffen sein kann. Um Ihnen einen hilfreichen Überblick über das Thema zu vermitteln, haben wir für Sie einmal alle wichtigen Informationen zusammengestellt.“

Als einladender Abschluss wäre es gut, wenn Sie beispielsweise den folgenden Text einfügen würden: „Sollten Sie nach dem Lesen des Merkblatts weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte jederzeit an die für Sie/für Ihren Angehörigen zuständigen Pflegefachkräfte.“

Muster: Hygienemerkblatt „MRSA“

Was bedeutet MRSA?

Der menschliche Körper ist von einer Vielzahl an Bakterien besiedelt. Die meisten Bakterien auf unserer Körperoberfläche sind für den Menschen unschädlich, viele sind sogar sehr nützlich und schützen uns. Multiresistente Bakterien wie der MRSA (= Methicillin­resistenter Staphylococcus aureus) unterscheiden sich von der „gewöhnlichen“ Körperflora lediglich durch eine erweiterte Resistenz (Widerstandsfähigkeit) gegenüber gebräuchlichen Antibiotika.

Multiresistente Bakterien haben keine anderen „krank machenden“ Eigenschaften als die normale Körperflora. Gesunde Menschen erkranken in der Regel nicht an den Bakterien der eigenen Körperflora, die bloße Besiedelung mit resistenten Bakterien stellt also keine Bedrohung dar. Allerdings besteht das Risiko, dass die Bakterien beispielsweise durch Wunden oder invasive Maßnahmen (Venenkatheter, künstliche Beatmung, Harnwegskatheter, Ernährungssonden) Zugang in tiefere Gewebeschichten bekommen und dort Infektionen verursachen.

Wo können sich Erreger ansiedeln und wie lässt sich MRSA nachweisen?

MRSA kann man auf der Haut, auf der Schleimhaut der Nasenvorhöfe, im Rachen, unter den Achseln, dem Haaransatz, in der Leiste, im Stuhl/Rektum, in Wunden, im Blut und im Urin nachweisen. Am häufigsten werden Nasenvorhof und Rachen unter­sucht. Eine solche Untersuchung erfolgt mittels eines Abstrichtupfers.

Wie geschieht die Übertragung?

Der größte Übertragungsweg sind die Hände. Eine Übertragung durch Tröpfchen ist bei einer Besiedelung des Nasen-­ und Rachenraums sowie der oberen Atemwege und gleichzeitig vorliegender Erkältungskrankheit möglich.

Was müssen Sie als Besucher beachten?

Das Wichtigste: Händedesinfektion! Lassen Sie sich die korrekte Durchführung vom Pflegepersonal zeigen und sprechen Sie mit diesem die weiteren Schutzmaßnahmen wie die Verwendung von Handschuhen oder das Tragen eines Schutzkittels ab. Die Pflegekräfte werden Ihnen erklären, wo genau eine Besiedlung vorliegt.

Was bedeutet eine „Sanierung“?

Eine Sanierung ist nur möglich, wenn sich der Erreger auf der Haut oder auf den Schleimhäuten befindet. MRSA­ Bakterien können durch spezielle Waschungen mittels desinfizierender Waschlotion, spezieller Nasensalbe und Mundspüllösungen entfernt werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Betroffene mitwirken und die Sanierungsmaßnahmen unterstützen kann (z. B. den Mund ausspülen). Der anschließende Erfolg muss mit einer Serie von Abstrichen belegt werden. Hierzu nimmt man an 3 aufeinanderfolgenden Tagen Abstriche von der besiedelten Region. Sind alle 3 Abstrichserien negativ, gilt die Behandlung als erfolgreich.

Warum gelten im Pflegeheim andere Schutzvorkehrungen als z. B. im Krankenhaus?

Gerade im Seniorenheim, wo die Menschen, anders als im Krankenhaus, leben und ihr Zuhause haben, müssen Richtlinien und Rahmenempfehlungen speziell an die Bedürfnisse der Bewohner und die Gegebenheiten der Einrichtung angepasst werden. Zum Beispiel ist eine Isolation im Einzelzimmer bei nicht sanierbarer MRSA ­Besiedelung während eines begrenzten Krankenhausaufenthaltes vertretbar. In der Langzeitpflege würde dies jedoch einer Abtrennung von sozialen Kontakten gleichkommen und unter Umständen zu schweren psychischen Veränderung führen. Daher müssen wir maßvoll festlegen, in welchem Umfang der Betroffene an Gemeinschaftseinrichtungen und Gruppenaktivitäten teilhaben kann und soll.

Wie erfolgen Desinfektion und Entsorgung?

All unsere Pflegeutensilien werden nur bewohnerbezogen verwendet und im Zimmer gelagert. Sollten sie nach draußen gebracht werden, erfolgt zuvor eine Wischdesinfektion. Auch der Abfall und die Wäsche werden direkt im Zimmer in speziellen Säcken gesammelt. Täglich werden alle bewohnernahen Kontaktflächen desinfiziert.

Wir brauchen Ihre Hilfe

Unser Anliegen ist es, hygienische Standards, Rahmenempfehlungen und Richtlinien mit den Bedürfnissen der Bewohner in bestmöglichen Einklang zu bringen und den­noch die Ausbreitung multiresistenter Keime zu vermeiden.
 Dabei sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Ihre Fachkräfte vom Haus Sonnenschein

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Qualitäts-Management aktuell

1 x in der Woche finden Sie in unserem kostenlosen E-Mail-Newsletter PPM Qualitäts-Management aktuelle Tipps zur Qualitätssteigerung.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Palliativpflege heute

News und Praxistipps für eine professionelle Palliativpflege – speziell für Pflegekräfte in stationären und ambulanten Einrichtungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Menschen mit Demenz professionell pflegen

Wichtige Informationen zum Thema Pflege und Betreuung bei Demenz. So bewältigen Sie als Pflegefachkraft die speziellen Herausforderungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Nein, Danke

Nie mehr den Überblick verlieren!

Holen Sie sich Hilfe für Ihre stationäre Pflege!

In nur 15 Minuten über das Wichtigste informiert sein.

  • Pflegekokumentation
  • Mitarbeiterführung
  • Haftungsrecht
  • Nein, Danke

    Nein, Danke