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In 7 Schritten zur positiven Fehlerbewältigung

20.11.2020

Niemand macht gern Fehler, besonders, wenn wie in unserem Beruf hierdurch in manchen Fällen Bewohner zu Schaden kommen. Dann kann es sehr schmerzhaft sein, sich das eigene Verschulden einzugestehen und die Verantwortung zu tragen. Doch wo gearbeitet wird, passieren auch Fehler, und somit ist diese Erfahrung unausweichlich und führt dazu, dass Sie sich beruflich weiterentwickeln.

Beispiel: Die junge Pflegekraft Sabine Schön kannte zwar die 5-R-Regel für die Medikamentenvergabe (richtiger Pflegekunde, richtiges Medikament, richtige Stärke, richtige Dosierung, richtiger Zeitpunkt). Doch bei der Medikamentenvergabe wendete sie sie nicht an – bis zu dem Tag, als sie einer kachektischen Pflegekundin versehentlich eine hohe Dosis Abführmittel verabreichte.

Lernen Sie mit Ihren Fehlern umzugehen

Damit Sie sich durch berufliche Fehler weiterentwickeln können, ist es wichtig, dass Sie sich Zeit lassen und diese schrittweise bearbeiten. Wenden Sie sich anschließend neuen Herausforderungen zu. Nehmen Sie Fehler ernst, grübeln Sie aber nicht ständig darüber nach. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Ihnen einen Weg auf, wie Sie auf Fehler achtsam reagieren und anschließend wieder nach vorn blicken können.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: In 7 Schritten zur positiven Fehlerbewältigung

SchrittBeschreibung
1. SelbsterkenntnisGestehen Sie sich Ihre Fehler ein. Je früher Sie sich mit der Situation auseinandersetzen, desto schneller können Sie daraus lernen.
2. TrauerMöglicherweise schämen Sie sich für einen unnötigen Fehler, ärgern sich über sich selbst oder es macht Sie traurig, dass jemand zu Schaden gekommen ist. Gestehen Sie sich diese Gefühle bewusst ein und lassen Sie sie zu.
3. VerantwortungÜbernehmen Sie Verantwortung für Ihr Handeln. Wenn Sie andere Menschen oder die Umstände für Ihr Scheitern verantwortlich machen, bringt Sie das einer Lösung nicht näher. Vielmehr drängen Sie sich hierdurch in eine Verteidigungshaltung und möglicherweise werfen Ihnen Ihre Vorgesetzten sogar mangelnde Reflexionsfähigkeit vor.
4. NachsichtVerzeihen Sie sich selbst. Bedenken Sie immer: Egal, wie groß Ihr Fehler war, Ihr Wert als Mensch und Pflegekraft sinkt hierdurch nicht. Grübeln Sie nicht darüber nach, was andere über Sie denken. Selbstzweifel rauben Kraft und die brauchen Sie für andere Dinge.
5. AnalyseAnalysieren Sie Ihren Misserfolg: Lag es an Ihnen oder haben äußere Umstände mitgewirkt? Hätten Sie hierauf im Vorfeld hinweisen müssen?
6. VeränderungÄndern Sie Ihr Verhalten: Trainieren Sie neuen Verhaltensmuster, sonst wiederholen sich Fehler.
7. ZukunftsaussichtenWenn Sie die vorangegangenen Schritte durchlaufen haben, haben Sie alles getan, was in Ihrer Macht lag, und die Fehlerbearbeitung ist abgeschlossen. Tipp: Dies ist ein gutes Argument, falls Kollegen und Vorgesetzte immer wieder auf Fehlern herumreiten.

Ungünstige Rahmenbedingungen sollten Sie bei Ihrer Fehleranalyse zwar berücksichtigen, aber nicht allein für Ihren Fehler verantwortlich machen. Falls Sie etwa unter Zeitdruck standen oder als einzige Fachkraft zu viele Aufgaben hatten, kann dies der Auslöser für den Fehler gewesen sein. Dies bedeutet für Sie:

  • Überlegen Sie, wie Sie Ihren Dienst anders organisieren können.
  • Machen Sie Vorschläge für eine bessere allgemeine Arbeitseinteilung.
  • Nehmen Sie sich vor, eine Überbelastung in Zukunft rechtzeitig zu melden.

Fazit: Bleiben Sie positiv

Gehen Sie mit Fehlern konstruktiv um und versuchen Sie, ihnen etwas Positives abzugewinnen. Neben aller Fehlerbearbeitung sollten Sie sich immer auch fragen, was Ihnen in der jeweiligen Situation gut gelungen ist.

Beispiel: Die Pflegekraft Frau Schön hat sich nach der falschen Medikamentengabe intensiv um die geschädigte Pflegekundin gekümmert und weitere Schäden wie etwa einen Kreislaufzusammenbruch verhindert. Denken Sie daran: Im Durchschnitt machen Sie fast alles richtig und nur wenig falsch.

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