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Test: Wie gut kennen Sie sich mit Morbus Parkinson aus?

29.07.2018

Hätten Sie auf Anhieb sagen können, dass der Tremor bei Morbus Parkinson im Ruhezustand auftritt? Sie denken sich wahrscheinlich: „Hoffentlich habe ich noch alle pflegerelevanten Aspekte in Erinnerung.“ Sind Sie sicher, dass Sie die wichtigsten Fakten über die Parkinson-Erkrankung noch im Gedächtnis haben? Finden Sie es mit diesem Selbst-Test heraus. Wie immer stehen die Fragen auf der linken Seite. Decken Sie die Antworten rechts ab und versuchen Sie zunächst, die Fragen aus dem Gedächtnis zu beantworten.

Selbst-Test: Kennen Sie die wichtigsten Fakten zur Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson)?

1 - Parkinson ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen im Alter. Hierbei werden die Nervenzellen der im Mittelhirn gelegenen substantia nigra (schwarzen Substanz) zerstört. Somit verebbt die Produktion von Dopamin, das für die Steuerung der Bewegung benötigt wird. Was sind die Hauptsymptome der Erkrankung?

Die Hauptsymptome sind:

  • Rigor: Ihr Pflegekunde hat einen erhöhten Muskeltonus. Hierdurch entsteht eine Muskelstarre, die vorwiegend Arme und Beine betrifft.
  • Tremor: Dies ist das sichtbare Zittern von Händen und Kopf im Ruhezustand.
  • Akinese: Dies bezeichnet die Bewegungsarmut und den kleinschrittigen Gang. Außerdem schwingen die Arme beim Gehen nicht mit. Die Gesichtsmuskeln sind starr. Viele Betroffene haben Schluckstörungen.
  • vegetative Störungen: Die Schweiß- und Talgsekretion ist erhöht und Ihr Pflegekunde hat vermehrten Speichelfluss.
  • psychische Veränderungen: Hinzu kommen häufig Depressionen, Verlangsamung, Konzentrationsstörungen.

2 - Die Erkrankung beginnt häufig mit schmerzhaften Verkrampfungen in Gliedern oder im Nacken.
 Was ist das 1. typische Symptom?

1. typisches Symptom ist das Zittern der Hand auf einer Körperseite. Wenn beide Hände von Beginn an gleich stark betroffen sind, spricht das eher gegen Parkinson. Später kommen Steifheit, Langsamkeit und Ungeschicklichkeit der betroffenen Seite hinzu. Danach beginnen die Störungen auch auf der anderen Körperseite. Diese bleiben aber meist schwächer ausgeprägt. Die Diagnose umfasst verschiedene neurologische Untersuchungen.

3 - Was ist der wichtigste Test?

Dies ist der L-Dopa-Test. Wenn sich die Symptome unter der Gabe von L-Dopa (auch Levodopa = Vorstufe von Dopamin) im Zeitraum von bis zu etwa 1 Monat bessern, spricht dies mit hoher Sicherheit für die Parkinson- Erkrankung. Dennoch führt der Arzt die weiteren Untersuchungen durch, um die Diagnose zu sichern.

4 - Beim Morbus Parkinson liegt ein Ungleichgewicht der Botenstoffe Dopamin (zu wenig), Glutamat (zu viel) sowie Acetylcholin (zu viel) im Gehirn vor. Durch die medikamentöse Behandlung soll das Gleichgewicht der Botenstoffe so weit wie möglich durch eine Kombinationstherapie wiederhergestellt werden. Welche Parkinson-Medikamente kennen Sie?

  • Amantadin sorgt als Gegenspieler des Glutamats dafür, dass die Wirkung des im Überschuss vorhandenen Glutamats im Gehirn reduziert wird. Die Beweglichkeit verbessert sich. Beispiele: Amantadin neuraxpharm®, PK-Merz®, Amanta®
  • L-Dopa wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt und gleicht so den Dopaminmangel aus. Beispiele: Madopar®, Nacom®
  • Dopamin-Antagonisten gleichen ebenfalls den Dopamin-Mangel im zentralen Nervensystem aus. Beispiele: Parkinsan®, Dostinex®, Almirid®, Dopergin®
- Enzymhemmer hemmen den körpereigenen Abbau von Dopamin, das somit dem Nervensystem länger zur Verfügung steht. Beispiele: Movergan®, Comtess®
  • Anticholinergika verhindern die Freisetzung des Botenstoffes Acetylcholin, der bei der Parkinson-Erkrankung im Überschuss vorhanden ist. Achtung: Anticholinergika können die Gedächtnisleistung verringern und eine Demenz verschlechtern. Beispiele: Aktineton®, Biperiden®

5 - Denken Sie vor allem an die pünktliche Gabe der Medikamente. Worauf müssen Sie außerdem bei der Medikamentengabe besonders achten?

Ihr Pflegekunde sollte seine Anti-Parkinson-Medikamente entweder spätestens 1/2 Stunde vor oder 1 Stunde nach Beendigung der Mahlzeiten zu sich nehmen.
Für die Einnahme von L-Dopa gelten zudem folgende Besonderheiten:
 Koffein vor L-Dopa-Einnahme beschleunigt den Wirkungseintritt und steigert die Wirkung.

Zwischen der Einnahme von L-Dopa und Eisenpräparaten muss ein Abstand von 2 Stunden eingehalten werden, ansonsten wird die L-Dopa-Wirkung abgeschwächt.

Wenn Ihr Pflegekunde gleichzeitig in engem Zeitabstand L-Dopa und Eiweiß zu sich nimmt, schwächt dies die Wirkung des Medikamentes.

Auswertung: Lagen Sie mit Ihren Antworten richtig? Toll.
Haben Sie im Laufe der Zeit vieles vergessen? Wunderbar, nun haben Sie Ihr Wissen aufgefrischt.

Fazit: Beharrlichkeit zählt

Die im Selbst-Test enthaltenen Informationen helfen Ihnen, Ihren Pflegekunden besser zu verstehen. Parkinson-Erkrankte haben häufig eine eingeschränkte Mimik und sind in ihren Reaktionen verlangsamt. Dies bedeutet aber nicht, dass ihre Gefühle ebenfalls abgeflacht oder sie kognitiv eingeschränkt sind. Doch um diese Akzeptanz müssen die Betroffenen häufig kämpfen. Sie als Pflegekraft bekommen dies etwa zu spüren, wenn Ihr Pflegekunde vehement auf Handlungen besteht, die Ihnen unpraktisch erscheinen oder den Ablauf verzögern.

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