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Können künstliche Vitamine und pflanzliche Arzneimittel die Hirnleistung steigern?

23.10.2020

Der Körper benötigt Vitamine, und diese werden in der Regel über die Nahrung aufgenommen. Damit es zu keinem Vitaminmangel kommt, ist natürlich eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse wichtig, denn nur so kann der tägliche Vitaminbedarf gedeckt werden. Gerade bei Menschen mit Demenz ist es aufgrund kognitiver Probleme schwierig zu gewährleisten, dass sie sich ausgewogen ernähren, und einige Angehörige besorgen dann Vitaminpräparate, ohne vorher den Arzt gefragt zu haben.

Meinen es auch einige Angehörige mit Ihren Pflegekunden mit Demenz gut und verabreichen viele Arzneien aus der Pflanzenheilkunde, Homöopathie, Anthroposophie oder auch Vitamine? Sind nun künstliche Vitamine gut oder schlecht, und verbessern bestimmte pflanzliche Wirkstoffe wirklich die Hirnleistung? Im Folgenden erfahren Sie, ob bestimmte Wirkstoffe oder Vitamine wirklich etwas bringen.

Beispiel: Der Pflegedienst „Bleib zu Hause“ versorgt eine ältere Dame mit Demenz, die gleichzeitig von ihrer Tochter versorgt wird. Die Tochter ist sehr bemüht und möchte, dass es der Mutter gut geht. Daher verabreicht sie ihrer Mutter täglich viele Vitamine, weil sie nicht ausreichend Obst und Gemüse zu sich nimmt, und eine Fülle an Medikamenten, die die Gedächtnisleistung der Mutter verbessern sollen. Nun kam die Angehörige auf eine Pflegefachkraft zu und fragte diese, welche Vitamine und freiverkäufliche Arzneimittel der Pflanzenheilkunde usw. wirklich etwas bringen.

Künstliche Vitamine mit unerwünschten Nebenwirkungen

Künstliche Vitamine können nicht mit den in Nahrungsmitteln natürlich vorkommenden Vitaminen verglichen werden. Es sind nämlich die zahlreichen Begleitstoffe in Obst, Gemüse und Getreide, die die Vitamine für den Körper erst gut verwertbar machen. Zudem kommen Vitamine in Obst und Gemüse nicht nur „fix und fertig“ vor wie in Vitaminpillen, sondern in Form verschiedener Vor- und Zwischenstufen, die im Körper unterschiedlich verwertet werden.

Hinzu kommt, dass es bei der Einnahme einiger Vitamine, gerade fettlöslicher Vitamine wie A, D, K und E, zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen kann, z. B. Übelkeit, Diarrhoe, Schwindel, Appetitlosigkeit, Lethargie, gesteigerter intrakranieller Druck bis hin zu Todesfällen, Muskelkoordinationsstörungen und Exanthemen.

Wenn also ein Angehöriger der Ansicht ist, dass der Mensch mit Demenz zu wenige Vitamine zu sich nimmt, sollte er besser zu Apfel, Kiwi und Karotte greifen und daraus schmackhafte Smoothies zubereiten.

Künstliche Vitamine gegen Demenz: Keine sicheren Belege über Wirksamkeit

Häufig ist in einigen Zeitungen zu lesen, dass gerade Vitamin E, Vitamin B1, Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure das Voranschreiten einer Demenz bremsen und eine Verschlechterung hinauszögern können. Doch aus wissenschaftlicher Sicht konnte diese Wirkung nicht bestätigt werden.

Regen Sie eine Blutuntersuchung an

Etwas anderes gilt allerdings, wenn bei Ihrem Pflegekunden mit Demenz z.B. ein ausgesprochener Vitamin-B12-Mangel vorliegt, denn dieser vermindert die Hirnleistung. Daher sollten Sie anregen, dass eine Blutuntersuchung durchgeführt wird, um herauszufinden, ob ein Mangel vorliegt.

Arzneimittel gegen Demenz: Keine sicheren Belege über Wirksamkeit

Auf dem freien Markt werden viele pflanzliche Arzneimittel angeboten, die die Gedächtnisleistung verbessern sollen. Hierzu zählen z. B. Folgende pflanzliche Wirkstoffe: Ginseng, Mistel, Knoblauch, Weißdorn, Rhodiola-rosea-Pflanze, Lecithin. Allerdings gibt es für obige und weitere pflanzliche Wirkstoffe keine gesicherten Erkenntnisse, ob sie die Gedächtnisleistung tatsächlich verbessern können.

Fazit:

Raten Sie jedem Angehörigen, der auf künstliche Vitamine oder pflanzliche Arzneimittel obiger Art zurückgreifen möchte, dass er sich vorab mit dem Arzt des Betroffenen über den möglichen Nutzen der Behandlung, die Vorteile, Nachteile und Kosten jedes Vitamins / Arzneimittels unterhalten sollte. Außerdem sollte unbedingt die Wechselwirkung oder gar das Außer-Kraft-Setzen eines gleichzeitig verabreichten Medikamentes beachtet werden.

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