Verlag & Akademie

Bettlägerigkeit: Mit diesen Anregungen fördern Sie die Körperwahrnehmung

11.03.2019

Einer unserer Pflegekunden war bettlägerig. Die resolute Tochter, eine Lehrerin, hatte das Pflegebett mitten ins Wohnzimmer gestellt, extra ein helles Licht anbringen lassen, damit unsere Pflegekräfte besser sehen konnten, und den Raum so gestaltet, als würde es sich um ein Krankenhauszimmer handeln. Dieser Pflegekunde tat mir so richtig leid. Er lag da in seinem Pflegebett, starrte an die Decke, und das Zimmer war ungemütlich und kalt eingerichtet.

Dabei ist es doch so wichtig, dass auch Menschen, die bettlägerig sind, Anregung erfahren – denn Bettlägerigkeit ist eine Form von Reizentzug, da Pflegebedürftige durch ständiges Liegen die eigenen Körpergrenzen nicht mehr wahrnehmen. Ebenso verlieren sie das Gefühl, in welcher Position sie sich im Raum befinden. Doch neben der veränderten Körperwahrnehmung kann dies auch psychische Auswirkungen haben, etwa Halluzinationen oder den kompletten Rückzug in sich selbst.

Wenn also einer Ihrer Pflegekunden rund um die Uhr im Bett liegt, dann sollten Ihre Pflegekräfte die Körperwahrnehmung Ihres Pflegekunden gezielt fördern. Die unten stehende Übersicht zeigt Ihnen Anregungen, die sich direkt auf die Körperwahrnehmungen und Körpergrenzen beziehen und von Ihren Pflegekräften schnell und einfach in den Pflegealltag integriert werden können.

Überzeugen Sie die Angehörigen

Vielen Angehörigen ist gar nicht bewusst, welche Auswirkungen Reizarmut auf bettlägerige Personen haben kann. Daher sollten Sie und Ihre Mitarbeiter hier Überzeugungsarbeit leisten. Doch mit der Holzhammermethode klappt dies nicht. Um für Ihren bettlägerigen Pflegekunden Verbesserungen zu erwirken, sollten Sie taktisch vorgehen und zunächst kleine Veränderungen anregen. Zu einer ganzheitlichen Eigenwahrnehmung zählen auch das Riechen, Schmecken, Hören und Sehen. Daher sollten Ihre Pflegekräfte den Angehörigen zeigen, welche zusätzlichen Maßnahmen zur Körperwahrnehmung eingesetzt werden können.

Beispiel:

Vielen Angehörigen ist gar nicht bewusst, welche Auswirkungen Reizarmut auf bettlägerige Personen haben kann. Daher sollten Sie und Ihre Mitarbeiter hier Überzeugungsarbeit leisten. Doch mit der Holzhammermethode klappt dies nicht. Um für Ihren bettlägerigen Pflegekunden Verbesserungen zu erwirken, sollten Sie taktisch vorgehen und zunächst kleine Veränderungen anregen. Zu einer ganzheitlichen Eigenwahrnehmung zählen auch das Riechen, Schmecken, Hören und Sehen. Daher sollten Ihre Pflegekräfte den Angehörigen zeigen, welche zusätzlichen Maßnahmen zur Körperwahrnehmung eingesetzt werden können.

  • Hörangebote: Lieblingsmusik, Naturklänge, Hörbücher, Klangschalen. Hinweis: Keine „Berieselung“, also nicht ständig das Radio oder den Fernseher laufen lassen.
  • Optische Anregungen im direkten Blickfeld: Bilder im Blickfeld des Pflegekunden anbringen, Blumen sichtbar aufstellen, Lichterketten, Mobile oder Tücher an dem Bettgalgen anbringen.
  • Riechangebote: Küchendüfte wie frisch aufgebrühter Kaffee, Kuchen im Ofen, Essensdüfte, eventuell ätherische Öle, jedoch nicht zu intensiv. Wichtig ist die Abwechslung.
  • Geschmacksangebote: Brausepulver, Schokolade, Honig auf den Lippen usw.

Maßnahmen Pflegetechniken
Hautwahrnehmung/
Wahrnehmung des
eigenen Körperumrisses:

Durch die somatische
Anregung versuchen
Sie, Ihrem Pflegekunden
Informationen über den
eigenen Körper zu vermitteln.
Belebende Waschung: Waschen Sie gegen die Haarwuchsrichtung mit 23–28 Grad warmem
Wasser. Trocknen Sie auch gegen die Haarausrichtung ab. Der Pflegekunde befindet sich dabei
in einer halb sitzenden Position.
Beruhigende Waschung:Waschen Sie mit der Haarwuchsrichtung mit 37–40 Grad warmem
Wasser. Der Pflegekunde liegt.
Spüren: Führen Sie die Hand Ihres Pflegekunden beim Waschen oder legen Sie seine Hände in
Rückenlage 1–2 Minuten unter sein Gesäß.
Tägliches Eincremen: Führen Sie die Bewegungen gezielt aus und gehen Sie bewusst den Körperkonturen nach (möglichst ohne Handschuhe).
Körperschema: Positionieren Sie längs gerollte Decken entlang der Körperkonturen.
Kleidungswechsel: Legen Sie Tageskleidung und Nachtkleidung an, auch wenn Ihr Pflegekunde
nur liegt.
Gleichgewichtssinn:
Durch gezielte Anregungen und Bewegungen
erhalten Sie das Gefühl
für oben und unten.
Sitzen im Bett:Positionieren Sie Ihren Pflegekunden regelmäßig in Oberkörperhochlage.
Wiegen und Schaukeln: Führen Sie behutsam schaukelnde und wiegende Bewegungen durch:
◗ Wiegen Sie Ihren Pflegekunden im Sitzen sanft von einer Seite zur anderen.
◗ Schaukeln Sie seine geschlossen aufgestellten Beine sanft nach rechts und links.
Tastsinn:Bieten Sie
Ihrem Pflegekunden in
jeder Lebenslage etwas
zum Tasten an.
Handflächen: Geben Sie Ihrem Pflegekunden verschiedene Gegenstände in die Hand. Wechseln
Sie hierbei sowohl die Temperatur der Gegenstände als auch die Oberflächenstruktur.
Kontaktübungen: Führen Sie passive Kontaktübungen durch, indem Sie etwa beim Aufstellen
des Beines im Liegen mit der Fußsohle des Pflegekunden über das Laken fahren.

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Qualitäts-Management aktuell

1 x in der Woche finden Sie in unserem kostenlosen E-Mail-Newsletter PPM Qualitäts-Management aktuelle Tipps zur Qualitätssteigerung.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Palliativpflege heute

News und Praxistipps für eine professionelle Palliativpflege – speziell für Pflegekräfte in stationären und ambulanten Einrichtungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Menschen mit Demenz professionell pflegen

Wichtige Informationen zum Thema Pflege und Betreuung bei Demenz. So bewältigen Sie als Pflegefachkraft die speziellen Herausforderungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Nein, Danke

Nie mehr den Überblick verlieren!

Holen Sie sich Hilfe für Ihre stationäre Pflege!

In nur 15 Minuten über das Wichtigste informiert sein.

  • Pflegekokumentation
  • Mitarbeiterführung
  • Haftungsrecht
  • Nein, Danke

    Nein, Danke