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Wie Ihre Bewohner das Lebensende mit mehr Autonomie planen

17.08.2018

Das Gesetz, das die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland (Hospiz- und Palliativgesetz - HPG) regelt, enthält vielfältige Maßnahmen, die die medizinische, pflegerische, psychologische und seelsorgerische Versorgung von Menschen in der letzten Lebensphase verbessern und einen flächendeckenden Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung fördern. Damit Sie und Ihre Pflegekräfte im Umgang mit sterbenden Menschen gut gerüstet sind, sollten Sie die Grundsätze des Advance Care Planning beachten.

In der vergangenen Woche ist unsere Bewohnerin Frau Fricke auf der Intensivstation des Krankenhauses verstorben. Sie wurde vom Arzt aufgrund schlechter Blutwerte in die Klinik eingewiesen. Es war bekannt, dass sie an verschiedenen schweren Erkrankungen litt. Eine vorausschauende Planung hätte Frau Fricke das Versterben im Krankenhaus möglicherweise ersparen können.

Advance Care Planning (ACP) bedeutet in etwa „gesundheitliche Versorgungsplanung“ oder „Vorausplanung der gesundheitlichen Versorgung“. Dieses Konzept ist z. B. in den USA, Australien, und Großbritannien bereits fest im Gesundheitswesen etabliert. ACP ist ein kontinuierlicher Kommunikationsprozess zwischen allen Beteiligten. Sein Ziel ist es, verbindliche Absprachen für den Fall zu treffen, dass der Betroffene selbst nicht entscheiden kann.

Das leistet Advance Care Planning

Die gesundheitliche Versorgungsplanung beinhaltet diese Ziele:

  • Als übergeordnetes Ziel soll eine möglichst hochqualitative Behandlung und Begleitung am Lebensende ermöglicht werden.
  • Ihr Bewohner und seine Angehörigen sollen über die vorliegende Erkrankung aufgeklärt sein (Prognose, Behandlungsmöglichkeiten).
  • Der Bewohner soll darin unterstützt werden, eine geeignete Person auszuwählen, die in der Lage ist, seine Bedürfnisse und Interessen umzusetzen, wenn er es nicht mehr kann. Diese muss entweder über eine Vollmacht oder die gesetzliche Betreuung verfügen, um entscheiden zu können.
  • Ihr Bewohner bzw. sein Bevollmächtigter/ Betreuer sollte das aktuelle Behandlungskonzept kennen und unterstützen.
  • Ihr Bewohner soll Unterstützung in seinen emotionalen Bedürfnissen erhalten (wie etwa seinem Glauben, Beziehungen zu nahestehenden Personen, Hoffnung schöpfen).

Das Hospiz- und Palliativgesetz verpflichtet Sie zur Kooperation

Diese Ziele können Sie in Ihrem Pflegebereich nicht ohne zusätzliche Dienste leisten. Zur Unterstützung sieht das Hospiz- und Palliativgesetz vor, dass Sie Kooperationsverträge mit Haus- bzw. Fachärzten sowie Apotheken eingehen. Weiterhin müssen Sie mit einem regionalen Hospiz- und Palliativnetz zusammenarbeiten. Ärzte, die sich daran beteiligen, erhalten eine zusätzliche Vergütung. Wichtig: Hängen Sie eine Liste Ihrer Kooperationspartner öffentlich aus bzw. veröffentlichen Sie sie auf Ihrer Website.

Ihr Bewohner hat das Recht auf Beratung und Fallbesprechungen

Auf Wunsch und je nach individuellen Bedürfnissen hat Ihr Bewohner das Recht auf eine umfassende Beratung und zielführende Fallbesprechungen. Es geht darum, die medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und seelsorgerischen Abläufe in der letzten Lebensphase und während des Sterbeprozesses festzulegen. Dies umfasst auch Regelungen für Notfallsituationen. Diese Hilfsangebote können Sie selbst oder in Kooperation mit anderen regionalen Beratungsstellen durchführen.

Diese Aspekte sollte eine Fallbesprechung enthalten

In der Fallbesprechung geht es darum, die aktuellen individuellen Bedürfnisse Ihres Bewohners zu ermitteln. Ebenso sollten Sie die Wünsche für die weitere Zukunft besprechen.

  • Es sollte geklärt werden, welche Angebote zur Sterbebegleitung in Ihrer Einrichtung möglich sind. Dies kann darin bestehen, dass Angehörige bei der sterbenden Person übernachten, ein ambulanter Hospizdienst Sitzwachen übernimmt oder der Bewohner sich die Begleitung durch bestimmte Mitarbeiter wünscht. Weiterhin können Sie Fragen der seelsorglichen Begleitung besprechen.
  • Besprechen Sie zusätzlich das Verhalten in Notfallsituationen.
  • Erklären Sie, welche Möglichkeiten der Begleitung Sie in Ihrer Einrichtung leisten können und was Ihre personellen Grenzen übersteigt. Wenn Sie dies im Vorfeld realistisch einschätzen und benennen, finden Sie in der Fallbesprechung geeignete Alternativen.

Beispiel:

  • Was kann bei Atemnot in Ihrer Einrichtung unternommen werden?
  • Gibt es Situationen, in denen Ihr Bewohner ins Krankenhaus eingewiesen werden möchte?
  • Gibt es alternative Möglichkeiten?

Falls Ihr Bewohner sich nicht mehr äußern kann, legen Sie die Patientenverfügung und die Informationen des Bevollmächtigten und weiterer nahestehender Personen zugrunde.

Wichtig: An der palliativen Fallbesprechung sollten der Hausarzt und ggf. weitere behandelnde Ärzte unbedingt teilnehmen. Natürlich können Sie diese nicht dazu zwingen. Doch um die vereinbarten Maßnahmen wirkungsvoll umsetzen zu können, sind sie unverzichtbar. Alternativ senden Sie dem Arzt das Protokoll der Fallbesprechung zu und bitten ihn um Stellungnahme.

Fazit: Holen Sie sich Unterstützung

Bitten Sie den Hausarzt um eine Verordnung zur Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Das SAPV-Team unterstützt Sie auch bei der Fallbesprechung bzw. beruft sie selbst ein.

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