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Wenn im Team nichts mehr geht: letzter Ausweg Supervision?

25.02.2019

Manchmal gibt es Situationen, da können auch Sie als Führungskraft einen Konflikt im Team oder auch zwischen 2 Mitarbeitern nicht mehr lösen. Vielleicht, weil es Ihnen schwerfällt, durchgängig eine neutrale Position zu beziehen oder weil der Konflikt schon sehr fortgeschritten ist. Supervision kann in diesem Fall die Lösung sein.

In einer Pflegeeinrichtung habe ich folgende Situation erlebt. Das Verhältnis einer WBL zu ihrer Stellvertretung war sehr angespannt. Es verging keine Woche ohne Streitigkeiten. Dies wirkte sich unmittelbar auf das Betriebsklima im Pflegeteam aus. Eine Schlichtung durch die PDL war nicht möglich, da die stellvertretende WBL ihr unterstellt hatte, dass die PDL ohnehin auf der Seite ihrer direkt unterstellten WBL und damit parteiisch sei. Also wurde ein externer Supervisor eingesetzt. Nach 4 Sitzungen waren die beiden Mitarbeiter tatsächlich wieder in der Lage, vertrauensvoll miteinander zu arbeiten.

Was ist eine Supervision und was umfasst sie?

Das Beispiel zeigt, dass eine Supervision eine gute Möglichkeit sein kann, tiefgehende Konflikte zu lösen. Was aber ist genau unter Supervision zu verstehen?

Die Deutsche Gesellschaft für Supervision (DGSv) definiert Supervision als „ein Beratungsformat, das zur Sicherung und Verbesserung der Qualität beruflicher Arbeit eingesetzt wird. In der Supervision werden Fragen, Problemfelder, Konflikte und Fallbeispiele aus dem beruflichen Alltag thematisiert. Dabei wird die berufliche Rolle und das konkrete Handeln der Supervisanden in Beziehung gesetzt zu den Aufgabenstellungen und Strukturen der Organisation und zur Gestaltung der Arbeitsbeziehungen mit Kunden“.

Wann ist Supervision sinnvoll?

Eine Supervision kommt grundsätzlich dann in Betracht, wenn die Akteure selbst keine Lösung für einen Konflikt mehr finden. Das ist besonders dann der Fall, wenn auch die Leitungskraft nicht mehr zielführend intervenieren und keine Schlichtung stattfinden kann. Das können wie bereits im Beispiel oben beschriebene Konflikte zwischen Führungskräften sein, bis hin zu schwerwiegenden Konflikten im Team oder zwischen Teams und den zuständigen Leitungspersonen.

Häufige Ursache: Rollenkonflikte

Es kann aber auch sein, dass Rollenkonflikte auftreten, die eine Einzelsupervison sinnvoll machen. Beispielsweise befördern Sie eine gute Mitarbeiterin zur WBL. Der Aufstieg von der Fachkraft zur Führungskraft ist für sie aber nicht einfach, und sie gerät in einen Rollenkonflikt. Dieser soll dann in einer Einzelsupervision gelöst werden.

Diese Methoden werden bei einer Supervision eingesetzt

Es gibt 4 verschiedene Methoden der Supervision. Welche das im Einzelnen sind, lesen Sie nachfolgend.

1. Einzelsupervision

Eine Einzelsupervision trägt dazu bei, dass einzelne Führungskräfte wie die WBL oder die PDL eine Auseinandersetzung mit der eigenen Berufsrolle erfahren. Sie soll helfen, deren Rolle in der Organisation zu klären. Das berufliche Handeln, das Führungsverhalten und die Erlebnisse im Berufsalltag werden hierbei ins Zentrum gerückt und betrachtet. Der Ausgangspunkt kann auch eine berufliche Krise sein.

2. Supervision im Team

Eine Team-Supervision soll dabei helfen, eine bessere Kooperation im Pflegeteam oder zwischen Team und der jeweiligen Leitung zu erzielen. Ziel dabei ist es, dass sich die Zusammenarbeit im Team unter Berücksichtigung der Aufgaben der gesamten Einrichtung positiv entwickelt.

3. Supervision in Gruppen

Eine Gruppen-Supervision unterscheidet sich von der Team-Supervision in der Konstellation der Anwesenden. Bei einer Gruppen-Supervision sind Mitarbeiter verschiedener Berufsgruppen beteiligt: z. B. bei einem Konflikt zwischen dem Pflegeteam und den Mitarbeitern der Hauswirtschaft. Die Gruppen-Supervision beinhaltet die Reflexion der Zusammenarbeit mit dem Ziel, eine gute Kooperation wiederherzustellen.

4. Fallsupervision

Bei einer Fallsupervision steht nicht ein Konflikt zwischen den Mitarbeitern im Vordergrund, sondern der Bewohner wird in den Mittelpunkt gerückt. Beispielsweise soll geklärt werden, wie mit einer schwierigen Verhaltensweise umzugehen ist. Die Mitarbeiter bekommen dann Instrumente an die Hand, wie mit der Situation umzugehen ist.

So finden Sie einen geeigneten Supervisor

Es ist nicht immer leicht, einen geeigneten Supervisor zu finden. Unsere abgebildete Checkliste hilft Ihnen dabei.

Checkliste: Kriterien zur Auswahl eines Supervisors

Stellen Sie sich diese Fragen:

  • Welche Qualifikation hat der Supervisor?
  • Über welche Referenzen verfügt der Supervisor (z. B. Zusatzausbildungen etc.)?
  • Verfügt er über ausreichend Praxiserfahrung?
  • Welche Methoden setzt der Supervisor ein?
  • Können Sie sich vorstellen, dass sich ein notwendiges Vertrauensverhältnis zum Supervisor entwickelt?
  • Entsprechen seine Konditionen Ihren Möglichkeiten?

Ihre Gesamtbewertung:

Fazit:

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auch Sie in Ihrem Führungsalltag ab und an mit scheinbar unlösbaren Konfliktsituationen konfrontiert werden, ist nicht gering. Eine gute Supervision kann hier wertvolle Hilfestellung leisten. Zögern Sie im Bedarfsfall nicht, auf die Möglichkeit der Supervision zurückzugreifen.

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