Verlag & Akademie

Lewy-Body-Demenz: Umgang mit den Betroffenen

19.05.2017

Haben auch Sie im Rahmen Ihrer Ausbildung nur wenige Informationen zur sogenannten Lewy-Body-Demenz erhalten? Das liegt daran, dass diese Form der Demenz erst 1995 als eine eigenständige Demenzform deklariert wurde und nur schwer zu diagnostizieren ist.

 

 

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist die Lewy-Body-Demenz (LBD) die zweithäufigste Demenzform. Zirka 20 % aller Demenzbetroffenen gehören zu dieser Gruppe. Trotzdem fällt auf, dass die LBD in vielen Diagnoseblättern der zu Pflegenden in der ambulanten und stationären Altenpflege nicht erscheint.

Folgende Symptome müssen Sie kennen

Bei Ihren Pflegekunden mit LBD können sich die folgenden typischen Symptome zeigen:

  • sehr plastische optische Halluzinationen
  • starke Schwankungen am Tag zwischen orientierten und desorientierten Phasen
  • Parkinson-Symptomatik

Auf diese Symptome müssen Sie professionell mit Ihrem Team reagieren. Wie Sie dabei vorgehen, zeigt Ihnen die folgende Übersicht.

Unterstützen Sie Ihr Team

Organisieren Sie für Ihr Team eine Inhouse-Schulung zum Thema „Lewy-Body-Demenz“. Es ist wichtig, dass alle Mitarbeiter der Pflege, der Sozialen Betreuung und der Hauswirtschaft über diese Demenzform informiert sind. Legen Sie in dieser Schulung viel Wert auf den Umgang mit den Betroffenen. Insbesondere ist es notwendig, dass Sie Menschen mit einer LBD bei allen Verrichtungen ausreichend Zeit geben.

Übersicht: 4 Tipps für den Umgang mit Betroffenen mit einer Lewy-Body-Demenz

1. Tipp: Gehen Sie professionell mit Halluzinationen der Betroffenen um

Viele Betroffene mit einer LBD berichten von sehr plastischen Halluzinationen. Diese reichen von Farbensehen bis zu konkreten Personen, die sich in der Gegenwart des Betroffenen aufzuhalten scheinen. Zu Beginn der LBD reagieren die Betroffenen hierauf mit Angst. Erst im späteren Verlauf können sie sich hiermit arrangieren.

Nehmen Sie den Betroffenen ernst. Wirken Sie beruhigend auf ihn ein, indem Sie bei ihm vermehrte Präsenz zeigen. Da zu Pflegende mit einer LBD verbal noch gut zu erreichen sind, dürfen Sie ihm mitteilen, dass Sie diese Phänomene nicht haben – aber nachvollziehen können, dass diese sehr beängstigend für ihn sind.

2. Tipp: Stellen Sie sich flexibel auf den schwankenden Bewusstseinszustand ein

Für Begleitpersonen ist es schwer einzuschätzen, inwieweit der Betroffene aktuell orientiert ist. Typisch bei Menschen mit einer LBD ist, dass ihre Bewusstseinszustände am Tag stark schwanken können. Nähern Sie sich daher vorsichtig dem Betroffenen und begegnen Sie ihm wertschätzend. Sprechen Sie seine Gefühlsebene an, denn hierüber fühlt er sich von Ihnen verstanden. Lesen Sie dazu auch den Beitrag auf Seite 7.

3. Tipp: Achten Sie auf Nebenwirkungen der eingesetzten Psychopharmaka

Oftmals bekommen Menschen mit einer LBD durch den Hausarzt Psychopharmaka gegen die Halluzinationen. Diese Medikamentengruppe kann aber im Einzelfall das Parkinson-Syndrom verstärken. Sollten Sie dies beobachten, müssen Sie kurzfristig den Hausarzt kontaktieren, damit er diese Medikamente dann absetzt.

4. Tipp: Reagieren Sie fachlich auf das Parkinson-Syndrom

Die Kardinalsymptome des Parkinson-Syndroms sind das Zittern, das starre Salbengesicht und die zahnradähnlichen Bewegungsmuster. Die Mimik des Betroffenen ist eingeschränkt, sodass es schwer ist, sein Befinden einzuschätzen. Auch hat der Betroffene Schwierigkeiten, eine Bewegung zu beginnen. Hier können ihm klare Ansagen zu Beginn einer Handlung behilflich sein, z. B.: „So, Herr Maier, ich helfe Ihnen beim Aufstehen. Auf 3 ... 1, 2 und 3.“

Palliativpflege heute

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Qualitäts-Management aktuell

1 x in der Woche finden Sie in unserem kostenlosen E-Mail-Newsletter PPM Qualitäts-Management aktuelle Tipps zur Qualitätssteigerung.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Palliativpflege heute

News und Praxistipps für eine professionelle Palliativpflege – speziell für Pflegekräfte in stationären und ambulanten Einrichtungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Menschen mit Demenz professionell pflegen

Wichtige Informationen zum Thema Pflege und Betreuung bei Demenz. So bewältigen Sie als Pflegefachkraft die speziellen Herausforderungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Nein, Danke

Nie mehr den Überblick verlieren!

Holen Sie sich Hilfe für Ihre stationäre Pflege!

In nur 15 Minuten über das Wichtigste informiert sein.

  • Pflegekokumentation
  • Mitarbeiterführung
  • Haftungsrecht
  • Nein, Danke

    Nein, Danke