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Verdi will 6% mehr für die Beschäftigten in der Diakonie in Niedersachsen

27.12.2018

Verdi fordert 6 % mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 € zusätzlich im Monat. Auf den 1. Blick nachvollziehbar – auf den 2. Blick aber muss man kritisch nachfragen, wer diese Tariferhöhung finanziert. Zudem könnte die eine oder andere Einrichtung in eine wirtschaftliche Schieflage geraten.

Es ist unbestritten, dass Pflegekräfte deutlich besser bezahlt werden müssen. Es kann nicht sein, dass Hilfsarbeiter im Gesundheitssystem (Krankenkassen-angestellte) für einfachste Verwaltungstätigkeiten bei traumhaften Arbeitsbedingungen ungefähr 1.000 € mehr Gehalt beziehen als die Leistungsträger in der Pflege bei miserablen Arbeitsbedingungen.

Insofern ist es zunächst nachvollziehbar, dass Verdi mit einer Forderung von 6 % bzw. mindestens 200 € plus in die Verhandlungen mit der Diakonie Niedersachsen geht. Ergänzt wird die Forderung noch nach 100 € plus sowie 30 Tage Urlaub für die Auszubildenden in der Pflege. Profitieren sollen davon rund 35.000 Beschäftigte in Pflegeheimen und Pflegediensten, im Krankenhaus, in der Behindertenhilfe, in einer Kita oder in der Jugendhilfe der Diakonie Niedersachsen.

Das Problem vor allem in der Altenhilfe aber ist das Finanzierungssystem. Im stationären Bereich zahlen die Kassen je Pflegegrad einen festen Satz. Darüber hinaus kommt der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) zum Tragen, der von den Bewohnern selbst finanziert wird. So kommt es zu dem Effekt, dass der Bewohner die Lohnerhöhung trägt – als „Belohnung“ dafür, dass er schon im Arbeitsleben in die Pflegeversicherung eingezahlt hat.

Der Träger hat also die Wahl zwischen Pest und Cholera: Er erhöht den EEE und verliert so ggf. Marktanteile. Oder er finanziert die Erhöhung aus dem bestehenden Umsatz, spart woanders ein und riskiert ein Wegbrechen des Gewinns. Dieses System ist natürlich ganz nach dem Geschmack von Jens Spahn, Gernot Kiefer (GKV-Vorstand) und Konsorten: Billigpflege auf dem Rücken von Trägern und Bewohnern.

Vielmehr sollten sich Gewerkschaften und Träger endlich zusammenschließen und gegen diese unheilige Allianz aus Politik und Kassen vorgehen. Denn auch den Gewerkschaften sollte klar sein, dass sich die Träger nicht aufgrund ihrer DNA gegen eine bessere Bezahlung sträuben. Das bestehende System macht es Trägern fast unmöglich, anständig zu bezahlen.

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