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Mobilität: Diese Kriterien müssen Sie im Blick haben

28.06.2017

Die Entwicklung eines neuen Expertenstandards zur Mobilität dauert bereits mehrere Jahre an. Bis heute ist die Wirksamkeit der im Entwurf formulierten Maßnahmen nicht nachgewiesen. Sprich: Ob Ihre Bewohner überhaupt von einer Umsetzung profitieren, ist unklar.

Hygienebeauftragter

 

Dennoch müssen Sie bereits heute verschiedene fachliche Anforderungen im Bereich „Mobilität“ erfüllen. Welche das sind, stellen wir Ihnen in der Übersicht dar.

Übersicht: Diese Kriterien müssen Sie im Bereich „Mobilität“ im Griff haben

Sie müssen sicherstellen, dass grundsätzlich eine Bewertung vorliegt, ob ein Sturzrisiko bei Ihren Bewohnern besteht.

Das ist zu tun:

  • Bei allen Bewohnern muss eine Einschätzung vorliegen, ob aufgrund personen- oder umgebungsbezogener Risikofaktoren ein erhöhtes Sturzrisiko vorliegt.
  • Wenn eine positive Einschätzung vorliegt, müssen Sie eine aktuelle systematische Einschätzung des Sturzrisikos vorweisen.
  • Diese können Sie in der Strukturierten Informationssammlung (SIS) oder in der Pflegeanamnese vornehmen und beschreiben.
  • Diese Anforderung ist ein Transparenzkriterium bei einer MDK-Prüfung. Das bedeutet: Das Ergebnis fließt in die Benotung Ihrer Einrichtung ein.

Sie müssen sicherstellen, dass bei allen Bewohnern, bei denen ein erhöhtes Sturzrisiko vorliegt, auch die erforderlichen Prophylaxen gegen Stürze eingeleitet werden.

Das ist zu tun: Mögliche Prophylaxemaßnahmen zur Vorbeugung von Stürzen können sein:

  • Sie veranlassen Maßnahmen zur Verbesserung der Sehfähigkeit des Bewohners.
  • Sie passen die Umgebung an, indem Sie z. B. Stolperfallen beseitigen, die Beleuchtung verbessern oder geeignete Hilfsmittel einsetzen.
  • Sie bieten Übungen zur Steigerung der Kraft und Balance an, wie z. B. Sitzgymnastik oder Seniorentanz.
  • Sie lassen vom Arzt die Medikation überprüfen.
  • Diese Anforderung ist ein Transparenzkriterium bei einer MDK-Prüfung. Das bedeutet: Das Ergebnis fließt in die Benotung Ihrer Einrichtung mit ein.

Sie müssen sicherstellen, dass grundsätzlich bei allen Bewohnern das Dekubitusrisiko festgestellt wurde.

Das ist zu tun:

  • Eine Einschätzung des Dekubitusrisikos muss grundsätzlich bei allen Bewohnern erfolgen, bei denen kein Risiko ausgeschlossen werden kann.
  • Die Einschätzung erfolgt unmittelbar nach dem Einzug des Bewohners, nach individuell festgelegten Abständen bzw. bei relevanten Veränderungen der Mobilität, die zur erhöhten Einwirkung von Druck- oder Scherkräften führen.
  • Ihre Einschätzung des Dekubitusrisikos muss aktuell sein und kann ggf. mithilfe einer Skala (z. B. nach Braden oder Norton) erfolgen.
  • Diese Anforderung ist ein Transparenzkriterium bei einer MDK-Prüfung. Das bedeutet: Das Ergebnis fließt in die Benotung Ihrer Einrichtung mit ein.

Sie müssen sicherstellen, dass bei allen Bewohnern mit festgestelltem erhörten Dekubitusrisiko auch die erforderlichen Prophylaxemaßnahmen eingeleitet werden.

Das ist zu tun:

  • Mögliche Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe können beispielsweise sein:
zzdie Durchführung von haut- und gewebeschonenden Lagerungen und Transfertechniken
  • Maßnahmen zur Bewegungsförderung
  • ggf. Beratung der Bewohner und/oder ihrer Angehörigen hinsichtlich der Risiken und Maßnahmen
  • Diese Anforderung ist ein Transparenzkriterium bei einer MDK-Prüfung. Das bedeutet: Das Ergebnis fließt in die Benotung Ihrer Einrichtung mit ein.

MDK prüft den Mobilitätsstatus Ihrer Bewohner

Wenn der MDK zu einer Qualitätsprüfung in Ihre Einrichtung kommt, wird er bei allen Bewohnern, die in der Stich­ probe landen, eine Einschätzung zur Mobilität vornehmen. Dabei erfasst er zum einen, wie er den Bewohner angetroffen hat (also liegend, sitzend, stehend bzw. in Tages­ oder in Nachtkleidung). Zum anderen wird er in sein Qualitätsgutachten eine Beschreibung der Bewegungsfähigkeit des Bewohners aufnehmen. Dabei geht er auf die folgenden Kriterien ein:

  • Bewegungsfähigkeit der oberen Extremitäten
  • Bewegungsfähigkeit der unteren Extremitäten
  • Lageveränderung im Bett
  • Aufstehen
zzSitzen bzw. Lageveränderung im Sitzen
  • Stehen und Gehen

Außerdem wird der MDK im Rahmen einer Qualitätsprüfung nachvollziehen wollen, ob für alle Bewohner das individuelle Sturzrisiko und auch Dekubitusrisiko erfasst wurden. Und falls ja, ob die daraus resultierenden und erforderlichen Maßnahmen zur Prophylaxe auf den Bewohner abgestimmt geplant und umgesetzt werden. Anhand der in der Übersicht beschriebenen Aspekte nimmt der MDK dann eine Bewertung vor, ob Sie mit möglichen Mobilitätseinschränkungen Ihrer Bewohner fachlich korrekt umgehen.

Fazit

Damit Sie sicherstellen, dass diese fachlichen Anforderungen an den Bereich „Mobilität“ bereits heute in Ihrer Einrichtung erfüllt werden, sollten Sie hierzu regelmäßig Ihre Mitarbeiter schulen. Dazu eignet sich die abgedruckte Übersicht.

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