Verlag & Akademie

Neuer Expertenstandard „Chronische Schmerzen“; Teil 2 / 4

18.05.2015

Halten Sie Ihr Wissen auf dem aktuellen Stand

Sie und Ihre 3-jährig examinierten Mit­arbeiter müssen also nicht nur in der Lage sein, zwischen akutem und chroni­schem Schmerz zu unterscheiden, son­dern auch festzustellen, ob eine Schmerzsituation stabil oder instabil ist. Wie auch schon im Expertenstandard „akute Schmerzen“ müssen Sie und Ihre Mitarbeiter über aktuelles Wissen zur Schmerzentstehung, -einschätzung und -prophylaxe verfügen. Besonderes Au­genmerk legt der Expertenstandard aber darauf, dass Sie sowohl medikamentöse als auch nichtmedikamentöse Maßnah­men der Schmerzlinderung kennen. Ebenso wird ausführlich vorgegeben und erläutert, dass Ihnen die damit zusammenhängenden möglichen Ne­benwirkungen, deren Behandlungsmög­lichkeiten und Prophylaxen, Kontrain­dikationen sowie schmerzauslösende Faktoren und schmerzvermeidende Ver­haltensweisen umfassend bekannt sein sollten.

Tipp: Beachten Sie im Zusammen­hang mit der medikamentösen The­rapie chronischer Schmerzen immer, dass bei chronischen Schmerzen eine Schmerzprophylaxe mit Substanzen von langer Wirkdauer oder retardier­ter Freisetzung angezeigt sein kann und dass im Laufe der Behandlung die Wirksamkeit der Analgetika ab­nehmen und psychische oder soma­tische Begleiteffekte an Intensität zunehmen können.

Schmerzassessment: Erkennen Sie, ob Ihr Pflegekunde akute oder chronische Schmerzen hat

Bereits im Rahmen der Erhebung der Pflegeanamnese, also im Erstgespräch, müssen Sie – ge­nauso wie im Expertenstandard „Akute Schmerzen“ gefordert – erheben, ob Ihr Patient schmerzbedingte Probleme hat. Wenn Sie in diesem Zusammenhang festgestellt haben, dass Ihr Patient Schmerzen hat, müssen Sie im Rahmen des initialen Assessments einschätzen, ob es sich bei den Schmerzen Ihres Pa­tienten um einen akuten, d. h. neu auf­tretenden Schmerz oder um aktuell vor­handene anhaltende bzw. rezidivierende chronische Schmerzen handelt. Ebenso sollten Sie auch feststellen, ob die Schmerzsituation Ihres Patienten stabil ist. Für das initiale Assessment können Sie sowohl für den akuten als auch für den chronischen Schmerz das gleiche Formular nutzen.

So führen Sie ein ausführliches Assessment durch

Wenn Sie anhand des initialen Assess­ment festgestellt haben, dass Ihr Patient chronische Schmerzen hat, müssen Sie ein differenziertes Assessment durch­führen. In diesem Zusammenhang sol­len Sie insbesondere

  • Dauer, Lokalisation, Art, Zeitpunkt, Auslöser, Stärke,
  • verstärkende und lindernde Faktoren,
  • Auswirkungen auf das Alltagsleben sowie
  • Begleitsymptome des Schmerzes

erfassen. Ebenso sollen Ihre Pflegefach­kräfte psychosoziale Faktoren und Risi­ken wie z. B. persönliche Belastungssi­tuationen, weitere Erkrankungen und Risikofaktoren für den individuellen Verlauf erfassen. Bei der Erstellung des ausführlichen Assessments ist die Selbstauskunft Ihres Patienten zu sei­nem Schmerzerleben von größter Be­deutung. Liegt ein chronischer Schmerz vor, muss Ihre Pflegefachkraft gemein­sam mit Ihrem Patienten auch beurtei­len, ob seine Schmerzsituation stabil ist. Kann keine Befragung Ihres Patienten erfolgen, muss eine Fremdeinschätzung durchgeführt werden. Hierzu zählt u. a. eine systematische Beobachtung Ihres Patienten durch Ihre Mitarbeiter und, soweit möglich, die Befragung seiner Bezugspersonen.

 

So gehen Sie mit den Erkennt­nissen Ihres ausführlichen Assessments um

Das differenzierte Schmerz-Assessment müssen Sie grundsätzlich bei all Ihren Patienten durchführen, die chronische Schmerzen haben. Haben Sie festge­stellt, dass bei Ihrem Patienten eine sta­bile Schmerzsituation vorliegt, legen Sie im Einzelfall fest, wann Sie die nächste Überprüfung durchführen wollen. In ei­ner stabilen Schmerzsituation müssen Sie ggf. eine ärztliche Anordnung zur medikamentösen Schmerztherapie ent­sprechend dem bereits bestehenden in­dividuellen medikamentösen Behand­lungsplan einholen.

Das müssen Sie bei einer instabilen Schmerzsituation tun

Liegt eine instabile Schmerzsituation vor, müssen Sie aufgrund Ihrer im diffe­renzierten Assessment erhobenen Infor­mationen zielgerichtet Maßnahmen planen und durchführen. Diese sollen Sie mit allen an der Versorgung Betei­ligten besprechen und nach Möglichkeit gemeinsam planen. Wenn Sie in Ihrem Pflegedienst nicht über besondere Fach­expertise zum Schmerzmanagement verfügen, z. B. aufgrund einer Palliativ- Care-Weiterbildung, empfiehlt der Ex­pertenstandard, dass Sie mit einem Schmerzexperten zusammenarbeiten. Diesen sowie weitere an der Versorgung Beteiligte müssen Sie über Ihre Erkennt­nisse informieren. Der individuelle Be­handlungsplan Ihres Patienten sollte sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse und edukative (Schu­lung) Maßnahmen umfassen. Besondere Beachtung muss auch den Selbstma­nagement-Kompetenzen Ihrer Patienten geschenkt werden. Die Ziele des Be­handlungsplans sollten immer individu­ell vor dem Hintergrund der persönli­chen Situation und in Absprache mit Ihrem Patienten gesetzt werden.

Hinweis: Den Behandlungsplan sollten Sie engmaschig in vorab festgelegten Abständen evaluieren. Unabhängig hiervon müssen Sie das ausführliche As­sessment grundsätzlich bei sich verän­dernden Schmerzsituationen, Therapie­veränderungen, Krankheitsfortschritt oder Veränderungen wesentlicher Le­bensumstände erneut durchführen.

Sie möchten noch weitere wichtige und hilfreiche Informationen? Dann schauen Sie doch mal in die Leseprobe!

Noch mehr hilfreiche Tipps finden Sie in Qualität in der Pflege. Probiern Sie es doch einfach aus.

Bewerten Sie die Wirksamkeit des Behandlungsplans

Alle Ihre geplanten und durchgeführten Maßnahmen müssen Sie kontinuierlich dokumentieren. Die Effektivität der ver­schiedenen Maßnahmen sollten Ihre Mitarbeiter bei jedem pflegerischen Ein­satz beurteilen. Ihre Feststellungen soll­ten Sie in einem gesonderten Formular dokumentieren. Sie können ein solches Formular auch nutzen, um Ihren Patien­ten anzubieten, hierauf sein subjektives Schmerzempfinden zu dokumentieren. Ein solches Formular finden Sie in Aus­gabe 6/2012 von „pdl.konkret ambu­lant“. Auch dieses Formular können Sie für die Umsetzung des Expertenstan­dards zum akuten Schmerz nutzen.

Hinweis: Beachten Sie aber, dass Sie un­sere Formulare grundsätzlich an die Be­lange Ihres Pflegedienstes anpassen müssen und nicht einfach übernehmen können.

Unterstützen Sie Ihren Patienten beim Umgang mit chronischen Schmerzen

Nach den Vorgaben des Expertenstan­dards ist die Stärkung des Selbstma­nagements ein zentrales Therapieziel. Hat Ihr Patient keine eigenen Strategien oder Ideen, die ihm helfen, seinen Schmerz zu lindern oder damit umzuge­hen, sollten Sie ihm entsprechende An­gebote machen, Informationen liefern oder Impulse zur Bewältigung setzen. So sollten Sie beispielsweise Infomaterial in Form von Flyern oder Broschüren in Ih­rem Pflegedienst vorhalten, mit denen Sie Ihrem Patienten optimalerweise kon­krete, auf sein Krankheitsbild bezogene Informationen geben können.

Fester Ansprechpartner sollte die Bezugspflegefachkraft sein

Bedenken Sie, dass Ihre Patienten oft einen langen Diagnose- und Thera­pieweg mit stets wechselnden Berufs­gruppen und Ansprechpartnern hinter sich haben. Dieser ist oftmals auch mit schweren persönlichen Krisen und Ent­täuschungen verbunden. Eine verlässli­che und vertrauensvolle Beziehungsge­staltung hat für Ihre Patienten mit chronischen Schmerzen deshalb eine hohe Bedeutung. Der Expertenstandard sieht daher vor, dass Sie im Rahmen Ih­rer Bezugspflege sicherstellen, dass Ihre betroffenen Patienten eine personell kontinuierliche Betreuung erfahren und wissen, wer ihr fester Ansprechpartner ist. Idealerweise ist dies die Bezugspfle­gefachkraft.

 

 

Qualität in der Pflege

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Qualitäts-Management aktuell

1 x in der Woche finden Sie in unserem kostenlosen E-Mail-Newsletter PPM Qualitäts-Management aktuelle Tipps zur Qualitätssteigerung.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Palliativpflege heute

News und Praxistipps für eine professionelle Palliativpflege – speziell für Pflegekräfte in stationären und ambulanten Einrichtungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Menschen mit Demenz professionell pflegen

Wichtige Informationen zum Thema Pflege und Betreuung bei Demenz. So bewältigen Sie als Pflegefachkraft die speziellen Herausforderungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Nein, Danke

Nie mehr den Überblick verlieren!

Holen Sie sich Hilfe für Ihre stationäre Pflege!

In nur 15 Minuten über das Wichtigste informiert sein.

  • Pflegekokumentation
  • Mitarbeiterführung
  • Haftungsrecht
  • Nein, Danke

    Nein, Danke