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Nicht jeder Tag ist gleich: So bilden Sie es auch in Ihrer Maßnahmenplanung ab

12.01.2018

Halten Sie es auch für wichtig, dass Ihre Pflegekunden so selbstständig wie möglich bleiben? Möglicherweise sind Sie froh über die gewonnene Zeit, wenn Ihr Pflegekunde sich schon selbst gewaschen und angezogen hat.

Der positive Effekt dabei ist, dass Ihr Pflegekunde seine Fähigkeiten immer wieder trainiert. Doch gleichzeitig kann Ihr Pflegekunde Schaden nehmen. So besteht die Gefahr, dass Selbstpflegedefizite gar nicht erst auffallen. Denn vielleicht benötigt der Pflegekunde mehr Hilfe, als Sie auf den ersten Blick erkennen. Dies ist etwa der Fall, wenn er sich für seine Hilfsbedürftigkeit schämt oder eine schwankende Tagesform aufgrund einer beginnenden Demenz hat.

Beispiele:

  • Herr Schmitz erscheint jeden Morgen korrekt gekleidet und rasiert zum Frühstück. Sein Sohn entdeckt durch Zufall, dass sein Vater seinen Slip offenbar seit Tagen nicht mehr gewechselt hat. Er wirft den Pflegekräften Vernachlässigung vor.
  • Frau Sobel trägt eine Zahnprothese. Erst als sie über Druckstellen und Schmerzen im Mundraum klagt, erkennen die Pflegekräfte, dass sie ihre

Prothese offenbar schon längere Zeit nicht mehr aus dem Mund genommen und gereinigt hat. Hierdurch hat sich ein Mundpilz entwickelt.

Stellen Sie die Balance zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge her

Pflegekunden wie Herr Schmitz und Frau Sobel vergessen häufig wichtige Tätigkeiten, etwa das Reinigen der Prothese, die Intimhygiene oder den regelmäßigen Kleidungswechsel. Für Sie als Fachkraft gilt es, die Balance zwischen der Förderung von Eigenständigkeit und dem Schutz vor Schäden herzustellen.

Legen Sie flexible Maßnahmen fest

Bei der Umsetzung der Pflegemaßnahmen geht es vor allem darum, tagesformabhängige Selbstpflegedefizite und den daraus resultierenden Hilfebedarf rechtzeitig zu erkennen. Hierzu müssen Sie die Hilfe täglich neu an die Bedürfnisse Ihres Pflegekunden anpassen.

Gehen Sie hierbei in folgender Reihenfolge vor:

  • Beschreiben Sie die selbstständige Handlung Ihres Pflegekunden.
  • Danach legen Sie fest, wie Sie planmäßig tagesformabhängige Schwankungen erkennen (etwa durch Nachschauen) und wie Sie darauf reagieren.

Die Beispiele in der Übersicht verdeutlichen die Vorgehensweise für häufig auftretende Pflegerisiken.

Übersicht: Beispiele für flexible Maßnahmenplanungen

Pflegeprobleme:

  • drohende Inkontinenz

Beschreibung: Falls Frau Sobel den morgendlichen Toilettengang vergisst, nässt sie das Bett ein und versteckt die nasse Kleidung aus Scham im Schrank.
Maßnahmen: Frau Sobel geht gewöhnlich um 7 Uhr zur Toilette und legt sich danach wieder hin. Die Pflegekraft schaut etwa um 7:10 Uhr, ob sie noch auf der Toilette ist. Falls Frau Sobel im Bett liegt, fragt die Mitarbeiterin nach bzw. erinnert sie an den Toilettengang.

  • Gefahr eines Pflegedefizites bei der Körperpflege

Beschreibung: An manchen Tagen vergisst Herr Schmitz, sich zu waschen und die Kleidung zu wechseln.
Die Pflegekräfte erkennen dies an dem trockenen Waschlappen im Bad und daran, dass er nicht rasiert ist.
Maßnahmen: Herr Schmitz wäscht sich um 8:30 Uhr und zieht sich komplett an. Die Pflegekraft besucht ihn etwa um 8:50 Uhr. Sie schlägt einen Kleidungswechsel vor, wenn sie bemerkt, dass er an diesem Tag die Körperpflege vergessen hat.
Falls Herr Schmitz diesen ablehnt, werden Kleiderwechsel und Körperpflege auf abends verschoben.

  • Gefahr einer Infektion im Mundraum

Beschreibung: Frau Sobel vergisst tageweise, ihre Prothese zu reinigen.
Maßnahmen: Frau Sobel putzt sich die Zähne regulär morgens und abends. Die Pflegekraft kontrolliert Mundschleimhaut und Prothese alle 2 Tage mit der Erklärung, dass die Prothese auf Schädigungen untersucht werden soll.
Währenddessen leitet sie Frau Sobel bei Bedarf zur Mundpflege an.

  • Gefahr eines Flüssigkeitsdefizites

Beschreibung: Herr Schmitz vergisst an manchen Tagen das Trinken.
Maßnahmen: Die Pflegekraft kontrolliert täglich, ob die Wasserflaschen auf seinem Tisch geleert sind. Außerdem stellt sie morgens eine Kanne Tee bereit. Abends prüft sie, ob die Kanne leer ist.
Falls sie ein Flüssigkeitsdefizit erkennt, erinnert sie Herrn Schmitz ans Trinken.

Planen Sie Schwankungen ein

Besonders Ihre demenziell veränderten Pflegekunden sind nicht jeden Tag gleich leistungsfähig oder kooperativ. Möglicherweise fragen Sie sich daher häufig, wie Sie bei Pflegekunden mit einer schwankenden Tagesform eine verbindliche Tagestruktur in der Pflegeplanung festlegen sollen. Schließlich wechseln die Fähigkeiten und Bedürfnisse täglich.

Pflege und Betreuung stationär

Fazit: Finden Sie einen Mittelweg

Frau Sobel und Herr Schmitz sind insgesamt noch sehr selbstständig. Zeitweise benötigen sie jedoch Unterstützung oder auch umfassendere Hilfe. Integrieren Sie beide Möglichkeiten in die Maßnahmenplanung. Auf diese Weise erinnern Sie alle Kollegen daran, dass sie sich der Selbstständigkeit des Pflegekunden täglich neu vergewissern müssen.

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