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Die steuerlichen Auswirkungen der neuen Pflegegrade

26.04.2017

Viele Ihrer Pflegekunden sind Menschen mit Behinderung steuerlich gleichgestellt. Ihnen stehen steuerliche Vergünstigungen zu. Gleiches gilt für pflegende Angehörige. Die Gleichstellung war bisher an die Pflegestufe gekoppelt. Diese sind ja zum 01.01.2017 in Pflegegrade übergeleitet worden. Informieren Sie Pflegekunden und Angehörige, welche Änderungen sich aus diesem Wechsel steuerlich ergeben.

 

 

Mit freiwilliger Beratung tragen Sie zur Kundenbindung bei

Auch wenn Sie zu einer solchen Information gesetzlich nicht verpflichtet sind, macht es für Sie doch Sinn, Ihre Pflegekunden und deren Angehörige mit wichtigen Informationen rund um die Pflege zu versorgen. So heben Sie sich positiv von anderen Mitbewerbern ab und tragen zur Kundenbindung bei. Außerdem spricht sich ein solcher „Service“ schnell herum. Mittelfristig können Sie durch eine gute„Informationspolitik“ auch neue Pflegekunden gewinnen. Mit dem folgenden Schreiben können Sie Ihre Pflegekunden und deren Angehörige über die steuerlichen Auswirkungen der Überleitung der Pflegestufen in Pflegegrade informieren.

Muster: Informationsschreiben für Pflegekunden und Angehörige über die steuerlichen Auswirkungen der Überleitung der Pflegestufen in Pflegegrade

Sehr geehrter Pflegekunde, sehr geehrte Angehörige,

am 01.01.2017 wurden die Ihnen bisher bekannten Pflegestufen in sogenannte Pflegegrade übergeleitet. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Leistungen, die Sie von der Pflegekasse erhalten. Die Überleitung hat auch steuerliche Auswirkungen, über die wir Sie hiermit gern informieren möchten.

Menschen mit Behinderung haben Anspruch auf einen Behinderten-Pauschbetrag. Die Höhe variiert je nach Grad der Behinderung. Bei Hilflosigkeit (Merkzeichen „H“ und Blindheit (Merkzeichen „Bl“) beträgt der Pauschbetrag unabhängig vom Grad der Behinderung 3.700 €. Dies ergibt sich aus § 33b Einkommensteuergesetz. Behinderte mit dem Merkzeichen „H“ waren bisher Pflegebedürftigen gleichgestellt, die in Pflegestufe III eingestuft waren.

Das Bundesfinanzministerium hat bekannt gegeben, dass ab 2017 dem Merkzeichen „H“ die Pflegegrade 4 und 5 gleichgestellt sind.

Wurden Sie bzw. Ihr Angehöriger also in die Pflegegrade 4 oder 5 übergeleitet, könne

  • der Pflegebedürftige den erhöhten Behinderten-Pauschbetrag von 3.700 € und
  • der pflegende Angehörige den Pflege-Pauschbetrag von 924 € geltend machen.

Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Pflege-Pauschbetrags durch Angehörige ist, dass die Pflege in der Wohnung des pflegenden Angehörigen oder des Pflegebedürftigen stattfindet.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team des Pflegedienstes „Sonnenschein“

Palliativpflege heute

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