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Können sich Ihre Bewohner auf die geplante Tagesstruktur verlassen? Testen Sie Ihre Pflegekontinuität

04.07.2018

Häufig organisieren Pflegekräfte ihre Arbeit nicht nach den Bedürfnissen der Bewohner, sondern nach organisatorischen Gesichtspunkten.

Vielleicht kennen Sie ähnliche Beispiele auch aus Ihrem Arbeitsalltag: Die PDL Frau Friedrich ist kaum an ihrem Arbeitsplatz angelangt, schon kommt eine Bewohnerin auf sie zu. Sie beklagt sich bitter darüber, dass die Pflegekräfte morgens nie zur verabredeten Zeit zu ihr kommen. Häufig wären sie mehr als 1 Stunde überfällig. Das sei ihr sehr unangenehm, da sie dann immer so dringend zur Toilette müsse. Auf dem nächsten Wohnbereich berichtet eine Mitarbeiterin der PDL freudestrahlend, der Wohnbereich sei heute so gut besetzt, dass sie sogar Leerlauf habe, weil ihre Bewohner alle noch schliefen. Sie habe dann schon mal schnell Frau Busch aus dem Bett geholt, die sonst immer zunächst im Bett frühstückt und erst um 11.00 Uhr aufstehen möchte. Ähnliche Situationen häufen sich in letzter Zeit. Daher nimmt Frau Friedrich sich vor, die Abläufe und die Dienstplangestaltung in ihrem Pflegebereich näher zu analysieren.

Hinterfragen Sie die Arbeitsorganisation Ihrer Pflegekräfte

Bestimmt kennen fast alle Pflegemitarbeiter die individuellen Gewohnheiten ihrer Bewohner und möchten sie auch gern berücksichtigen. Wie im vorangegangenen Beispiel zu sehen sind sie dazu aber häufig nicht in der Lage. Denn scheinbar unlösbare organisatorische Rahmenbedingungen wie etwa Zeitdruck, hohes Arbeitsaufkommen und täglich wechselnde Besetzung fordern von ihnen ein hohes Maß an Flexibilität. Entsprechend willkürlich handhaben sie die individuelle Tagesstruktur der Bewohner, um die Arbeit halbwegs flüssig organisieren zu können.

Beobachten Sie die Abläufe

Trotz allen Zeitdrucks sollte das oberste Ziel darin bestehen, eine möglichst hohe Versorgungskontinuität für Ihre Bewohner zu erreichen: Der individuelle Tagesrhythmus sollte dabei immer im Vordergrund stehen. Mit der folgenden Kurzanalyse erfassen Sie die Abläufe ohne großen zusätzlichen Aufwand. Vergleichen Sie hierzu die Dokumentation mit der Realität. Die Übersicht zeigt Ihnen mögliche Auswertungsfragen.

Untersuchen Sie auch die Qualität der Bezugspflege

Eine wichtige Voraussetzung für eine verlässliche Tagesstruktur ist die Bezugspflege. Je kontinuierlicher Ihre Pflegekräfte eine bestimmte Bewohnergruppe betreuen, desto besser sind Bewohner und Mitarbeiter aufeinander eingespielt. Ob dies gelingen kann, hängt in 1. Linie von Ihrer Dienstplanung ab. Es reicht nicht aus, dass eine bestimmte Anzahl von Mitarbeitern im Dienst ist. Es kommt auch darauf an, dass die einzelnen Bewohner mit möglichst wenig verschiedenen Pflegekräften konfrontiert werden.

Im 3-Schicht-System sind dies mindestens 3 Mitarbeiter. Hierzu müssten jedoch alle 3 Mitarbeiter 7 Tage lang kontinuierlich geplant sein. In der Realität ist dies vermutlich durch die einzelnen Beschäftigungsumfänge nicht dauerhaft umsetzbar.

Machen Sie daher den Realitätscheck: Auf wie viele Mitarbeiter muss sich der einzelne Bewohner innerhalb einer Woche durchschnittlich einstellen? Falls Ihnen diese Zahl zu hoch erscheint, forschen Sie nach den Ursachen. Mögliche Gründe sind etwa:

  • Bei der Urlaubsplanung wurde keine Rücksicht auf die Bezugspflegeteams genommen.
  • Durch einen hohen Krankheitsstand müssen Ihre Pflegekräfte dort einspringen, wo sie gebraucht werden.
  • Teilzeitmitarbeiter werden in kurzen Schichten eingeteilt, sodass sich einige Bewohner beispielsweise schon innerhalb eines Frühdienstes auf 2 verschiedene Pflegekräfte einstellen müssen.
  • Der Dienstplan berücksichtigt die Zuordnung zu den Bezugspflegeteams nicht durchgängig.

In der folgenden Übersicht haben wir Ihnen Fragen zusammengestellt, anhand derer Sie die Kontinuität Ihrer Pflegemaßnahmen überprüfen können:

Fazit: Stärken Sie Ihre Strukturqualität

Nutzen Sie die Analyse als Nachweis einer praxisorientierten Qualitätssicherungsmaßnahme. Feiern Sie natürlich auch positive Ergebnisse: Vielleicht stellen Sie sogar fest, dass die Versorgungskontinuität in Ihrem Pflegebereich doch weitaus höher ist, als Sie bisher vermutet haben.

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