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Pflegevisite: Erstellen Sie eine systematische Jahresplanung

30.11.2016

Wenn Sie Ihre Pflegevisiten für die gesamte Einrichtung planen, stellen Sie sich die Frage: „Welcher Kunde ist wann an der Reihe?“ Legen Sie einen Zeitraum fest, innerhalb dessen Sie eine bestimmte Anzahl an Pflegevisiten, Dokumentationsvisiten und Visiten mit den Angehörigen durchführen und auswerten wollen. Diese Planung ist wichtig, damit alle Kunden Pflegevisiten erhalten. Außerdem können Sie im Falle einer MDK-Prüfung nachweisen, dass Sie Pflegevisiten systematisch durchführen. Grundsätzlich müssen Sie unterscheiden zwischen:

 

Qualität in der Pflege

 

  1. Regelmäßigen Pflegevisiten: Hier legen Sie fest, wie oft Sie innerhalb 1 Jahres jeden Kunden geplant visitieren.
  2. Anlassbezogenen Pflegevisiten: Sie führen eine Pflegevisite durch, wenn sich der Zustand des Kunden auffällig verbessert oder verschlechtert hat, oder auch, wenn sich Beschwerden von Angehörigen und Kunden häufen.
  3. Pflegevisiten, wenn ein Risiko vorliegt: Solche Risiken können sein: Dekubitusgefährdung, Sturzgefährdung, Inkontinenz, Gefahr der Mangelernährung bzw. unzureichende Flüssigkeitsaufnahme, Notwendigkeit freiheitsentziehender Maßnahmen.

Die Planung der wohnbereichsübergreifenden Pflegevisiten führen Sie in enger Abstimmung mit der Pflegedienstleitung und den Wohnbereichsleitungen durch. Für die regelmäßigen Pflegevisiten erstellen Sie eine Planung pro Wohnbereich bzw. im ambulanten Dienst pro Tour. Als Zeitraum bietet sich hierfür 1 Jahr an. Es ist sinnvoll, dass Sie die Pflegevisite mit dem Kunden und die Dokumentationsvisite mindestens 2-mal jährlich durchführen. So haben Sie eine gute Grundlage, um gemeinsam mit den Kunden ihren Pflegeprozess gestalten zu können.

Hinweis: Die Angaben zur Häufigkeit von Pflegevisiten variieren stark. Die MDK-Anleitung zur Prüfung der Pflegequalität enthält zur Häufigkeit keine konkreten Hinweise. Als Mindestmaß gibt der MDK 1-mal jährlich pro Kunde an. Mit 2 Pflegevisiten pro Jahr und Kunde sind Sie auf der sicheren Seite. Wenn Ihnen mehr Pflegevisiten möglich sind, ist es umso besser.

Die Pflegevisite mit den Angehörigen brauchen Sie für eine MDK-Prüfung in diese Planung noch nicht einzubeziehen. Sie wird nicht explizit gefordert. Die aktuelle Prüfanleitung enthält jedoch die Empfehlung, die Angehörigen stärker in die Pflege zu integrieren. Außerdem ist die Pflegevisite mit den Angehörigen ein gutes Instrument, um Ihre Kooperation mit den Angehörigen zu verbessern. Sie lässt sich aber nicht so gut planen, weil die Angehörigen Ihrer Kunden meist in unregelmäßigen Abständen in Ihre Einrichtung kommen. Führen Sie die Pflegevisite mit den Angehörigen, die dies wünschen, daher in individuellen Abständen durch.

Generell gibt es keinerlei Verpflichtung, Pflegevisiten durchzuführen. Sie haben es  selbst in der Hand, ob Sie auf Teile oder komplett auf Pflegevisiten verzichten. Bevor Sie für sich diese Entscheidung treffen können, ist es ratsam, sich die eigentliche Intention von Pflegevisiten nochmals bewusst zu machen. Mehr dazu lesen Sie in dem Artikel "Pflegevisite: Ja oder nein?"

Nein, Danke

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