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Plötzlich palliativ: Woran Sie bei der Anpassung der Dokumentation denken sollten

18.02.2019

Kennen Sie das auch? Plötzlich macht sich einer Ihrer Pflegekunden auf den letzten Weg, die palliative Phase beginnt. Diese kann von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen dauern. In dieser Zeit wollen wir Pflegekräfte uns ganz dem Pflegekunden widmen und dafür sorgen, dass sein letzter Lebensabschnitt so friedlich wie möglich verläuft. Das braucht entsprechende Zeitfenster und vor allem Muße.

Unser Zwiespalt: Zeit für den Menschen vs. Bürokratie

Dadurch sind gerade wir Pflegefachkräfte immer auch ein Stück weit im Zwiespalt: Wir benötigen einerseits ausreichend Zeit für die individuelle Versorgung des Pflegekunden, andererseits aber auch für die Aktualisierung von Dokumentation, Pflegeplanung und Maßnahmenplanung. Im Alltag sind mir schon häufiger Kollegen mit folgender Aussage begegnet: „Es ist doch abzusehen, dass der Pflegekunde nur noch wenige Tage zu leben hat. Anstatt jetzt die komplette Planung umzuschreiben, nutze ich lieber die Zeit und tue dem Pflegekunden etwas Gutes.

Warum eine tagesaktuelle Dokumentation so wichtig ist

Diese Einstellung kann ich gut nachvollziehen. Nichtsdestotrotz sollten Pflege- und Maßnahmenplanung immer auf dem aktuellsten Stand sein. Das ist für die interne oder externe Qualitätsprüfung wichtig, aber auch für den Fall, dass bei dem Pflegekunden ein Antrag auf Höhergraduierung läuft. Sollten Sie Wochen nach dem Versterben eine Begutachtung nach Aktenlage vorbereiten müssen, sind Sie auf aktuelle Informationen in der Planung angewiesen.

Was Ihnen Unterstützung im Alltag bietet

Damit Sie in Zukunft nicht bei jeder palliativen Evaluierung neu überlegen müssen, habe ich eine entsprechende Checkliste vorbereitet. Darauf finden Sie alle Punkte, die Sie hierbei bearbeiten sollten.

Gehen Sie folgendermaßen vor: Ihr Pflegekunde befindet sich in der palliativen Versorgung. Sie nehmen seine Dokumentation zur Hand und legen sich die Checkliste mit auf den Schreibtisch. Nun bearbeiten Sie jeden Punkt der Checkliste, indem Sie die entsprechenden Angaben in der Planung evaluieren.

Können Sie zum Schluss alle Punkte abhaken, haben Sie an alles gedacht und zudem all Ihre Pflichten bezüglich der Dokumentation erfüllt. Sie können sich nun wieder ganz in Ruhe Ihrem palliativen Pflegekunden widmen.

CHECKLISTE: Evaluation der Pflegedokumentation bei palliativer Versorgung

Name des Pflegekunden: ___________________________________________________

  1. Sind Veränderung in der Kommunikation und der Orientierung beschrieben?
  2. Werden Hilfsmittel zur Kommunikation noch genutzt?
  3. Bestehen Unruhe, Angst, Verhaltensveränderungen aufgrund der palliativen Situation?
  4. Sind Veränderungen in der Mobilität beschrieben?
  5. Ist die Risikoeinschätzung zu Sturz und Dekubitus evaluiert?
  6. Wurden eine aktuelle Schmerzeinschätzung und geplante Maßnahmen dazu eingefügt?
  7. Ist die Gabe oraler Medikation noch möglich? (gegebenenfalls Alternativen dazu hinterlegen)
  8. Sind die behandlungspflegerischen Maßnahmen aktualisiert?
  9. Ist die Atmung in der palliativen Phase anders?
  10. Sind spezielle palliative Maßnahmen beschrieben, beispielsweise Basale Stimulation, Aromapflege, Sitzwache oder Ähnliches?
  11. Sind Veränderungen der grundpflegerischen Versorgung beschrieben? (Hinweis: Hierzu zählen die Punkte Duschen, Baden, grundpflegerische Versorgung Waschbecken oder Bett, Haarewaschen und -föhnen, An- und auskleiden, Haarekämmen, Mund-, Zahn- und Prothesenpflege, Rasieren.)
  12. Sind Veränderungen bei der Ausscheidung/der Inkontinenzversorgung beschrieben?
  13. Sind Veränderungen bei der Nahrungsaufnahme und der Flüssigkeitszufuhr beschrieben?
  14. Ist die Risikoeinschätzung Mangelernährung evaluiert?
  15. Ist die Risikoeinschätzung Exsikkose evaluiert?
  16. Sind die geplanten therapeutischen Maßnahmen/Maßnahmen der Alltagsbegleitung aktuell?
  17. Sind die Angaben zur Schlafsituation stimmig?
  18. Ist der Kontakt zu Angehörigen/engen Bezugspersonen beschrieben?
  19. Sind palliative Maßnahmen bezüglich des Lebensraums Bett benannt?

Fazit: Die Checkliste schenkt Ihnen Zeit

Die 19 Punkte der Checkliste sind künftig Ihre Gedächtnisstütze für die Evaluierung palliativer Planungen. Damit müssen Sie nicht jedes Mal neu überlegen, welche Punkte es zu aktualisieren gilt. So gewinnen Sie am Ende wertvolle Zeit.

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