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Pneumonie: Vertreiben Sie das Gespenst der Erkältungszeit

11.04.2018

Herbstzeit ist Erkältungszeit. Dies ist unangenehm, geht aber vorbei. Leider gilt diese Wahrheit nicht für alle Ihre Pflegekunden. Bei schwachen und immobilen Personen können verschleppte Viren und Bakterien schnell zu einer Pneumonie (Lungenentzündung) führen.

Beachten Sie die Risikofaktoren

Eine Pneumonie ist eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes. Die Lungenbläschen füllen sich hierbei mit Sekret. Auslöser sind Bakterien, Viren und Pilze. Durch mangelnde Belüftung setzen sich diese vermehrt in der Lunge fest, was bei Ihren Pflegekunden schnell zu einer Pneumonie führen kann.

Grundsätzlich ist hierbei jede Beeinträchtigung, die bei Ihrem Pflegekunden zu einer flachen Atmung führt, ein Risikofaktor. Die Einzelheiten hierzu finden Sie in der Übersicht.

Übersicht: Die 5 Hauptrisikofaktoren für Pneumonie und Ihre Ursachen

  1. Abwehrschwäche: infektiöse Vorerkrankungen, Mangelernährung, Karzinome, Immunschwäche
  2. Sekretstau in den Bronchien: chronische Lungenerkrankungen (Bronchitis, Asthma bronchiale, COPD), Linksherzinsuffizienz, Schwächung des Hustenreflexes (durch Schmerzen, Bewusstseinsstörungen)
  3. Aspiration: Schluckstörungen (Apoplex, Parkinsonkrankheit, Spätstadium der Demenz), Bewusstseinsstörungen
  4. verminderte Lungenbelüftung: Schonatmung (Schmerzen), Bettlägerigkeit, Immobilität, eingeknicktes Sitzen im Rollstuhl (Rundrücken, Osteoporose, Übergewicht, Lähmungen), Medikamente mit Atemdepression als Nebenwirkung, z. B. Sedativa, Schlafmittel, Schmerzpflaster
  5. absteigende Infektionen aus Mund-, Nasen-, Rachenraum: mangelnde Hygiene im Mundraum (Pflegeabwehr), trockene Schleimhäute, Störung der Mundflora (z. B. durch Medikamente), Infektionen (z. B. Soor), entzündete Zahnhälse

Führen Sie geeignete Prophylaxen durch

Die wichtigste Prophylaxe besteht natürlich darin, dass Sie das Infektionsrisiko durch Hygienemaßnahmen reduzieren. Zusätzlich dient alles der Prophylaxe, was die Atemtiefe bei Ihrem Pflegekunden erhöht. Zuallererst sind dies aufrechtes Sitzen und Bewegung.

Weitere Maßnahmen sind etwa:

  • atmungserleichternde Oberkörperhochlagerung: Hierbei stellen Sie das Kopfteil so senkrecht wie möglich. Die Arme Ihres Pflegekunden winkeln Sie leicht ab und unterlegen Schultern und Schulterblätter je mit einem kleinen Kissen. Unterarme und Ellenbogen legen Sie je auf ein größeres Kissen.
  • Atemtechniken: Leiten Sie Ihren Pflegekunden zu den folgenden Atemtechniken an. Diese Aufgabe können Sie auch an Betreuungskräfte oder Angehörige übertragen.
  • Lippenbremse: Halten Sie Ihren Pflegekunden an, tief einzuatmen und gegen den Widerstand der geschlossenen Lippen wieder auszuatmen.
  • Vertiefung der Atmung: Lassen Sie Ihren Pfelgekunden Wattebäusche pusten oder mit einem Strohhalm Wasser zum Sprudeln bringen.
  • Atemtrainer: Dieser kann vom Arzt verschrieben werden. Herbei muss Ihr Pflegekunde 4 Kugeln durch Pusten in der Lust halten.
  • Stimulation der Atmung: Mit diesen Maßnahmen verbessern Sie Atemtiefe und -frequenz.
  • Frischluftzufuhr: Dies ist wohl die älteste und einfachste Pneumonieprophylaxe: Decken Sie Ihren Pflegekunden gut zu und öffnen Sie das Fenster. Erinnern Sie ihn dabei daran, tief ein- und auszuatmen.
  • atemstimulierende Einreibung: Massieren Sie den Rücken Ihres Pflegekunden während der Pflege im Lungenbereich von der Wirbelsäule ausgehend mit beiden Händen. Führen Sie dabei Kreise von unten nach oben und innen nach außen aus. Üben Sie beim Ausatmen Ihres Pflegekunden leichten Druck und geben beim Einatmen nach.

Tipp: Passen Sie die Maßnahmen dem Risiko an

Die vorangegangenen Maßnahmen sind vorwiegend auf die Belüftung der Lungen und die Atemstimulation ausgerichtet. Besteht das Pneumonierisiko durch Schluckstörungen, müssen Sie hierzu entsprechende Maßnahmen einleiten, etwa Schlucktraining, Andicken von Flüssigkeiten oder besonders vorsichtiges Anreichen der Mahlzeiten. Liegt die Gefahr neben einer Immunschwäche im Mundraum, ist eine geeignete Mundpflege ebenso Bestandteil der Pneumonieprophylaxe.

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