Verlag & Akademie

Prinzipien für die Freizeitbeschäftigung von Pflegekunden

25.08.2017

Sicherlich werden Sie von Angehörigen Ihrer Pflegekunden immer wieder gefragt, was diese denn mit dem zu Pflegenden in der Freizeit tun können, wenn der Betroffene unter einer Bewusstseinsstörung leidet, z. B. einer Demenz. Hier ist es wichtig, dass Sie Angehörigen konkrete Prinzipien an die Hand geben.

 

 

Verkürzt kann gesagt werden, dass alles das mit den Betroffenen an Freizeitgestaltung angeboten und durchgeführt werden kann, was Lust und Spaß macht. Hier können die Themen von Person zu Person stark variieren.

Sicherlich kann die Biografie der zu Pflegenden Aufschluss geben, wie z. B. Informationen über die frühere Berufssituation, frühere Freizeitaktivitäten oder frühere Hobbys. Da können Fotos oder konkrete Gegenstände, die mit diesen Themen verbunden sind, wichtige Impulse sein. Wichtig ist, dass dem Betroffenen viel Zeit beim Erfassen der Objekte gegeben wird.

Interesse von Demenzpatienten ändert sich

Stellt der Angehörige fest, dass der Betroffene aktuell in seiner Bewusstseinsstörung, z. B. bei Demenz, nicht mehr das gleiche Interesse zeigt wie früher, so ist das völlig normal, denn Personen ändern und wandeln sich.

Hier gilt es nun, im Alltag herauszufinden, was aktuell das Interesse des Pflegebedürftigen findet. Eine genaue Beobachtung im Alltag zeigt schnell auf, wo der Blick hinwandert und haften bleibt.

Sinnlich, einfach und ohne Druck

Diese Merkmale bringen verkürzt auf den Punkt, wie Aktivitäten mit dem Betroffenen geplant und durchgeführt werden sollten. Helfen Sie Angehörigen bei der Alltagsgestaltung mit den Tipps aus der folgenden Übersicht. Diese helfen, die Erlebnisfähigkeit des Betroffenen anzusprechen und für den Alltag zu nutzen.

Übersicht: Mit diesen Tipps fördern Sie das Verständnis der Angehörigen

1. Tipp: Anforderungen senken

Möchte der pflegende Angehörige den Betroffenen mit Bewusstseinsstörung in den Alltag auch weiterhin integrieren, sollte er ihm Aufgaben übertragen, die er noch gut meistern kann. Das können einfache Aufgaben sein, wie z. B. Blumen gießen oder Obst schälen. Hierbei muss genau darauf geachtet werden, ob der Betroffene diese Tätigkeiten manuell und kognitiv noch meistern kann. Fehler sollten wohlwollend ignoriert und keinesfalls thematisiert werden. Nur so erlebt der Betroffene Wertschätzung und Achtung.

2. Tipp: Seien Sie handlungs- und nicht ergebnisorientiert

Dem Betroffenen müssen seine Handlungen subjektiv sinnvoll erscheinen. Das kann für Angehörige bedeuten, dass sie akzeptieren müssen, dass der z. B. von Demenz Betroffene unsinnige Handlungen ausführt. Diese können mitunter das Niveau eines 2-Jährigen haben, jedoch von ihm als ernsthafte Arbeit betrachtet werden. Auch sollten Angehörige wissen, dass dem Betroffenen egal ist, welches „tolle Produkt“ aus seinen Handlungen entsteht. Ergebnisse sind für orientierte Menschen wichtig, aber nicht für Menschen, die z. B. an einer Demenz leiden.

3. Tipp: Lassen Sie den Betroffenen genießen

Dem Menschen mit Bewusstseinsstörungen sollten Situationen geboten werden, in denen er genießen kann. Das kann das gemeinsame Musikhören oder ein beruhigendes Handbad sein. Kann er den Augenblick genießen, führt das zu einem positiven Erleben, das mitunter Stunden anhalten kann – auch wenn der Anlass schon nach wenigen Minuten nicht mehr erinnert werden kann.

4. Tipp: Kommunizieren Sie vermehrt über körperliche Nähe

Im Zuge eines Sprachzerfalls wird die nonverbale Kommunikation für die Betroffenen immer wichtiger. Körperliche Nähe ist hierbei eine ganz basale Form der Kommunikation, auf die der Betroffene sogar antworten kann. Hier sollten somit bei ausgeprägter Bewusstseinsstörung behutsam körperliche Nähe und Berührung als vertrauensstiftende Maßnahme eingesetzt werden.

5. Tipp: Teilen Sie gemeinsame Aktivitäten

Aktivitäten, die wenig intellektuelle Anforderungen an den Betroffenen stellen, sind zu bevorzugen. Zu Beginn können das einfache Brettspiele wie „Mensch ärgere Dich nicht“ sein. Später sind es dann eher die erlebnisorientierten Aktivitäten wie Tanzen oder gemeinsames Singen. Wichtig ist auch hierbei, dass Fehler nicht thematisiert werden sollten.

Wenn diese einfachen Prinzipien beachtet werden, hilft dies Angehörigen, den Alltag weniger stressig und konfliktbehaftet zu gestalten. Auch haben Angehörige so den Eindruck, beispielsweise mit dem Partner noch etwas Sinnvolles unternehmen zu können. So steht dann auch nicht nur die Demenz ausschließlich im Vordergrund, sondern eher die Fähigkeiten und Ressourcen des Betroffenen.

Den Leistungsdruck herausnehmen

Zeigen Sie Angehörigen auf, dass sie nicht mit Leistungsdruck an den Betroffenen herantreten dürfen. Deshalb sollen Fragen vermieden werden, die dieser sicher nicht beantworten kann, z. B.: Wie heißt dieser Gegenstand? Wer ist auf dem Foto?

Hier würde die Übung dazu führen, dass dem Betroffenen aufgezeigt wird, was er alles nicht mehr weiß und kann. Das würde er als Korrektur und somit als Kränkung wahrnehmen.

 

Demenz Pflege und Betreuung stationär

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Qualitäts-Management aktuell

1 x in der Woche finden Sie in unserem kostenlosen E-Mail-Newsletter PPM Qualitäts-Management aktuelle Tipps zur Qualitätssteigerung.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Palliativpflege heute

News und Praxistipps für eine professionelle Palliativpflege – speziell für Pflegekräfte in stationären und ambulanten Einrichtungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Menschen mit Demenz professionell pflegen

Wichtige Informationen zum Thema Pflege und Betreuung bei Demenz. So bewältigen Sie als Pflegefachkraft die speziellen Herausforderungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Nein, Danke

Nie mehr den Überblick verlieren!

Holen Sie sich Hilfe für Ihre stationäre Pflege!

In nur 15 Minuten über das Wichtigste informiert sein.

  • Pflegekokumentation
  • Mitarbeiterführung
  • Haftungsrecht
  • Nein, Danke

    Nein, Danke