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Die Risikoanalyse ist gesetzlich vorgeschrieben

09.01.2017

Die BAuA hat den Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) beauftragt, Regeln für den Umgang mit selbigen aufzustellen. Diese Regeln beinhalten den Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen in Bezug auf

  • sicherheitstechnische
  • arbeitsmedizinische
  • hygienische sowie
  • arbeitswissenschaftliche Vorgaben.

 

 

Biologische Arbeitsstoffe sind in der Biostoffverordnung definiert als „... Mikroorganismen, [...] die [...] Infektionen, sensibilisierende oder toxische Wirkungen hervorrufen können. [...]“

Da Sie in der Altenhilfe täglich mit Mikroorganismen genannter Spezies in Berührung kommen, gelten für Sie die „Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“, kurz TRBA 250 genannt.

Die komplette TRBA 250 können Sie downloaden unter: www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Biologische-Arbeitsstoffe/TRBA/TRBA-250.html

Dies hört sich für Sie alles sehr theoretisch und nach einem hohen bürokratischen Aufwand an. Nach Durchsicht der TRBA 250 werden Sie jedoch feststellen, dass die wichtigen Inhalte leicht verständlich und praxisnah beschrieben sind.

Das bringt die Risikoanalyse

Um Ihrer Aufgabe gerecht zu werden, Ihre Kunden und Kollegen vor Infektionen zu schützen, müssen Sie erst einmal wissen, wo die Gefahren lauern. Dazu ist es notwendig, alle denkbaren und möglichen Risiken aufzuspüren und Schutzmaßnahmen festzulegen. Im Idealfall haben Sie wirklich alle möglichen Risiken für alle Pflegekunden und Mitarbeiter in Ihrem Betrieb erfasst. So können Sie systematisch und prophylaktisch arbeiten. Nur wenn Sie nachweisen können, alle Möglichkeiten zur Risikovermeidung ausgeschöpft zu haben, kann Ihre Einrichtung auch finanziellen Regressansprüchen gegenüber gelassen bleiben.

Überprüfen Sie Ihre Risikoanalyse

Wichtig: Überarbeiten Sie Ihre Risikoanalyse regelmäßig, z. B. jährlich. Überprüfen Sie hier, ob die Risiken noch den aktuellen Gegebenheiten entsprechen und die Maßnahmen, Standards und Regelungen noch auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft sind, um Risiken wirksam zu unterbinden.

Diese 4 Risikogruppen gibt es

Ihre Aufgabe ist es also, alle Risiken in Ihrem täglichen Arbeitsalltag aufzuspüren und Schutzmaßnahmen festzulegen. Je nach Infektionsrisiko hat die Biostoffverordnung 4 Risikogruppen festgelegt.

In 5 Schritten zur Risikoanalyse

Sinnvoll ist es, dass Sie die Risikoanalyse in Risiken für Pflegekunden und Risiken für Mitarbeiter der Pflege, Betreuung, Hauswirtschaft und ggf. auch die Großküche Ihrer Einrichtung unterteilen. Je nachdem, welche anderen Berufsgruppen in Ihrer Einrichtung tätig sind, sollten Sie jeweils eigene Risikoanalysen erstellen.

  1. Machen Sie gemeinsam mit den Mitarbeitern des jeweiligen Bereiches ein Brainstorming, um zunächst die Spalte „Risiken“ der Vorlage auf S. 11 zu füllen. In der Vorlage finden Sie typische Risiken. Allerdings sollten Sie auf ein Brainstorming mit Ihrem Team nicht verzichten und überlegen, was speziell für Ihren Bereich noch anfällt.
  2. Überlegen Sie danach (allein oder im Team), welche Maßnahmen, Standards und Dienstanweisungen schon bestehen, um diese Risiken zu minimieren bzw. auszuschalten. Überprüfen Sie auch, ob die bestehenden Maßnahmen, Standards und Dienstanweisungen ihren Zweck auch wirklich erfüllen.
  3. Falls es noch keine schriftlichen Regelungen gibt oder die bestehenden nicht ausreichend sind, besprechen Sie mit Ihrer PDL, wer diese erstellen oder bearbeiten soll.
  4. Legen Sie weitere risikominimierende Maßnahmen fest, Beispiele finden Sie in der Vorlage. Seien Sie aber ruhig kreativ, und überlegen Sie, was Sie sonst noch tun können, um Risiken für Ihre Mitarbeiter zu verringern.
  5. Bestimmen Sie die jeweilige Schutzstufe.
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