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Diese Vorbereitungen sollten Sie zur Einführung eines funktionierenden Schmerzmanagements treffen

17.10.2018

Das Pflegeproblem „Schmerz“ ist eine enorme Herausforderung für Sie und Ihre Mitarbeiter. Bislang hat man immer geglaubt, Pflegefachkräfte sind dem Arzt und seinen Anordnungen hilflos ausgeliefert. Der Nationale Expertenstandard zum Schmerzmanagement zeigt bei genauerem Hinsehen aber durchaus Möglichkeiten auf, wie Sie ein aktives Schmerzmanagement betreiben können. Nutzen Sie den Expertenstandard für sich und Ihren Pflegekunden!

Bestimmen Sie die Zielgruppe

Bevor Sie starten, müssen Sie das Schmerzpotenzial Ihrer Kunden erfassen. Überlegen Sie, welche Ihrer Pflegekunden folgende Merkmale erfüllen:

  • akute oder chronisch-tumorbedingte Schmerzen,
  • schmerzbedingte Probleme,
  • zu erwartende Schmerzen in allen Bereichen der pflegerischen Versorgung

Patienten und Bewohner mit chronischen, nicht-tumorbedingten Schmerzen zählen nicht zur Zielgruppe. Aber auch um diese Pflegekunden sollten Sie sich kümmern: In der Regel haben Sie viele Kunden mit chronischen Gelenkschmerzen. Auch bei diesen können Sie die Aussagen des Standards übernehmen.

Einige Ihrer Kollegen tun dies bereits. Auch zur Schmerzerkennung kognitiv eingeschränkter Kunden liefert der Expertenstandard Informationen. Auf den Seiten 53–59 des Standards finden Sie spezielle Assessments für diese Kundengruppe.

In 4 Schritten zur Implementierung

1. Schritt: Für eine wirkungsvolle Einführung des Expertenstandards sollten Sie nach den folgenden 4 Schritten vorgehen:Lesen Sie sich den Expertenstandard vollständig durch. Markieren Sie die Stellen, die für Sie besonders wichtig sind.

Lesen Sie vor allem die Kommentierung der Standardkriterien (Struktur-, Prozess- und Ergebniskriterien). Darüber hinaus lesen Sie die Ausführungen zur Schmerzeinschätzung und Dokumentation, zur Schmerzbehandlung und zu Patientenschulungen.

So haben Sie als Qualitätsverantwortlicher bereits einen inhaltlichen Überblick über den Expertenstandard Schmerzmanagement gewonnen. Das ist auch die Voraussetzung für die nächsten Schritte.

2. Schritt: Passen Sie den Standard an Ihre individuellen Gegebenheiten an. Nehmen Sie die Übersicht der Struktur, Prozess- und Ergebniskriterien und erläutern Sie diese Ihren Mitarbeitern.

Nutzen Sie hierzu die Methode des Qualitätszirkels. Entwickeln Sie im Qualitätszirkel eine Verfahrensanweisung, die Aussagen darüber trifft, wie der Expertenstandard umzusetzen ist.

Hinweis: Wenn Sie den Nationalen Expertenstandard an die Gegebenheiten Ihrer Einrichtung anpassen, dürfen Sie niemals das Qualitätsniveau der Standardkriterien unterschreiten.

Inhaltlich konzentrieren Sie sich bei der Verfahrensanweisung auf die Aspekte

  • Schmerzidentifikation
  • Kommunikation mit dem Arzt
  • Beobachtung des Pflegekunden,
  • Beratung des Pflegekunden und Evaluation

Nutzen Sie die hier bereitgestellte Musterverfahrensanweisung als Vorlage für Ihren Qualitätszirkel. Integrieren Sie in Ihre Verfahrensanweisung auch Aussagen zur Pflegedokumentation. Legen Sie fest, wie welche Schritte des Schmerzmanagement-Prozesses an welcher Stelle dokumentiert werden.

Wenn Sie Ihren Prozess so dokumentieren, wie in der Übersicht dargestellt, sind Sie bei einer MDK-Prüfung auf der sicheren Seite. Diese Verfahrensanweisung ist die Gebrauchsanweisung für Ihre Mitarbeiter. Stellen Sie sicher, dass alle Teilnehmer des Qualitätszirkels das Ergebnis mittragen.

3. Schritt: Schulen Sie alle Mitarbeiter. Im 1. Teil der Schulung verteilen Sie die Übersicht mit den Struktur-, Prozess- und Ergebniskriterien des Expertenstandards. Erläutern Sie Ihren Mitarbeitern, was jedes einzelne Kriterium bedeutet.

Damit schaffen Sie eine Grundlage für den 2. Teil der Schulung, in dem Sie die endgültige Verfahrensanweisung vorstellen können. Denn die Standardkriterien sind ja das Fundament für Ihre Verfahrensanweisung. Die Schulung können Sie als Inhouse-Schulung selbst durchführen. Die Vorteile sind:

  • Sie sind in Sachen „Nationaler Expertenstandard“ bereits Fachmann.
  • Sie ersparen sich die aufwändige Suche nach einem Dozenten.
  • Sie können am besten die Schulung an die individuellen Gegebenheiten Ihrer Einrichtung anpassen.

Auf diese Weise wird Ihre Schulung „maßgeschneidert sein“! Das wichtigste Schulungsmaterial sind – wie oben bereits erwähnt – die Übersicht der Struktur-, Prozess- und Ergebniskriterien und die im Qualitätszirkel entwickelte Verfahrensanweisung.

Hinweis: Legen Sie den Nationalen Expertenstandard gut zugänglich für Ihre Mitarbeiter aus. So sind die Informationen des Standards stets verfügbar.

Zur Einführung Ihrer Mitarbeiter in die Thematik kann es sein, dass Sie ebenfalls eine Schulung zu Schmerzmedikamenten anbieten müssen. Ein wesentliches Strukturkriterium des Expertenstandards ist die Kenntnis über Wirkungen und Nebenwirkungen von Schmerzmedikamenten.

Zudem gibt es zusätzlich die Möglichkeit, Medikamente zur Therapie einzusetzen, die ihre Indikation außerhalb der Schmerztherapie haben. Laden Sie doch Ihren Apotheker ein, diese Schulung durchzuführen.

4. Schritt: Die Teilnehmer des Qualitätszirkels fungieren als Multiplikatoren, um den Standard in Ihre gesamte Einrichtung zu tragen und umzusetzen. Die Teilnehmer des Qualitätszirkels können als Ansprechpartner für die übrigen Mitarbeiter bei Fragen oder Unsicherheiten bei der Umsetzung eingesetzt werden.

Sie können auch so genannte „Sprechstunden“ dieser Multiplikatoren in den Arbeitsalltag integrieren. Gut geeignet sind dafür Übergaben. Genauso können Sie im Rahmen von Dienst- oder Teambesprechungen Fallbesprechungen zu betroffenen Patienten ansetzen. Diese Fallbesprechungen werden dann von den Mentoren bzw. Experten moderiert und geleitet.

Wenn Sie die Voraussetzungen durch entsprechende Strukturen geschaffen haben, sollte der praktischen Umsetzung des Expertenstandards zum Schmerzmanagement nichts mehr im Wege stehen.

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