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So retten Sie Pflegekunden vor den Folgen der Unterkühlung

13.04.2015

Die Unterkühlung eines Pflegekunden kommt zum Glück nicht täglich vor. Dennoch schwingt besonders bei demenziell veränderten Pflegekunden immer diese Sorge mit. Es besteht stets die Gefahr, dass sich ein Pflegekunde zu leicht bekleidet im Freien aufhält oder sogar, wie die Pflegekundin einer Bekannten, nachts im Winter im Nachthemd auf der Straße umherirrt. Selbst wenn ein demenziell veränderter Pflegekunde das Fenster bei kalten Temperaturen öffnet und anschließend vergisst, es zu schließen, kann er sich hierbei unterkühlen.

Wenn Sie einen Pflegekunden morgens nach einem Sturz liegend auf dem Boden vorfinden, sollten Sie immer davon ausgehen, dass er unterkühlt ist, und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Hypothermie kann verschiedene Ursachen haben

Die Unterkühlung (Hypothermie) bezieht sich immer auf größere Hautregionen oder auch den gesamten Organismus. Dies kann zu einer Verlangsamung des Stoffwechsels bis hin zum Koma oder Tod führen.

Ältere Menschen sind hiervon schneller betroffen, besonders wenn sie bewegungseingeschränkt sind. Die folgenden Ursachen können zu einer Unterkühlung führen:

  • Auskühlung, etwa wenn ein Pflegekunde bei kalter Witterung im Freien umherirrt, vor allem, wenn er zuvor Alkohol getrunken hat
  • fehlende Fettdepots bei ausgeprägter Unterernährung
  • Verlangsamung des Stoffwechsels, etwa als Folge einer Unterfunktion der Schilddrüsen
  • Beeinträchtigung des Hirnbereiches, der für die Wärmeregulation zuständig ist gestörtes Temperaturempfinden, etwa durch Morbus Parkinson, Apoplexie oder Diabetes

So erkennen Sie die 3 unterschiedlichen Stadien der Hypothermie

Die Maßnahmen sind abhängig vom Grad der Unterkühlung. Das 1. Stadium ist nicht lebensbedrohlich. In diesem Stadium können Sie daher durch Ihre pflegerischen Maßnahmen eine Besserung erreichen. Informieren Sie den Hausarzt, und sprechen Sie Ihre Maßnahmen möglichst mit ihm ab. Rufen Sie bei Komplikationen den Notarzt.

Bei Stadium 1 sind folgende Maßnahmen hilfreich:

  • Schützen Sie Ihren Pflegekunden durch eine Decke vor weiterer Auskühlung. Decken Sie die Körpermitte zu, und lassen Sie die Extremitäten frei. Besonders wenn sich die Beine zuerst erwärmen, werden diese besser durchblutet als der restliche Körper und dies kann zu einem Schock führen.
  • Führen Sie aus diesem Grund auch keine Massagen an den Extremitäten durch.
  • Ziehen Sie durchnässte Kleidung unbedingt aus, und trocknen Sie Ihren Pflegekunden ab.
  • Achten Sie darauf, dass sich der Körper Ihres Pflegekunden langsam erwärmt (nicht mehr als 1 °C pro Stunde).
  • Körperliche Bewegung unterstützt die Körpererwärmung.
  • Bringen Sie den Körper nicht in Schocklage, außer bei einem akuten Schock.
  • Bieten Sie Ihrem Pflegekunden warme Getränke und Speisen an, jedoch keinen Alkohol. Dieser vermittelt zwar ein Wärmegefühl, erweitert aber die Gefäße, was zu einer weiteren Auskühlung führt.
  • Messen Sie die Vitalzeichen mehrmals im Abstand von etwa einer halben Stunde.
  • Legen Sie Wärmepackungen in die Achselhöhlen, an den Hals oder in die Leistengegend.


Bei Stadium 2 oder 3
und bei Bewusstlosigkeit besteht immer Lebensgefahr, so dass Sie unverzüglich den Notarzt rufen müssen.

Das 2. Stadium umfasst eine Körpertemperatur von 32–28 °C, Stadium 3 beginnt ab einer Körpertemperatur von 28 °C und weniger. Während die Körpertemperatur absinkt, verliert der Betroffene zunehmend das Bewusstsein. Atmung, Blutdruck und Puls sinken immer weiter ab. Zudem zeigt der Betroffene keine Schmerzreaktionen. Es kann zu einer Darmlähmung kommen und durch

Kapillarschäden zu Ödemen. Wichtig ist, dass Sie Ihren Pflegekunden in diesem Stadium bis zum Eintreffen des Notarztes so wenig wie möglich bewegen, ihn vor weiterem Auskühlen schützen und seine Vitalwerte überwachen. Der Grund hierfür ist, dass das Blut in den äußeren Hautschichten stärker abgekühlt ist als im Körperinneren. Ein zu schnelles Vermischen von unterschiedlich temperiertem Blut kann sofort zum Tod führen.

Wenn Ihr Pflegekunde sich hingegen nach einer leichten Unterkühlung schnell wieder erholt hat, achten Sie in den folgenden Tagen besonders auf Erkältungsanzeichen und das Auftreten von Harnwegsinfekten. Führen Sie in den nächsten Tagen regelmäßige Vitalwertkontrollen durch und dokumentieren Sie das Verhalten Ihres Pflegekunden.

 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in Notfall in der Pflege.

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