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Sterbebegleitung von Menschen mit Demenz: So beziehen Sie Angehörige mit ein

23.11.2018

Unsere eigenen Erfahrungen, aber auch Befragungen von Angehörigen zeigen, dass diese an der Sterbebegleitung Ihrer demenzerkrankten Bewohner teilhaben möchten. Häufig auch trotz einer in vielen Fällen wahrgenommenen Selbstüberforderung. Allerdings wissen sie oft nicht, was sie im Einzelnen tun können. Auch erleben viele Angehörige zum ersten Mal in ihrem Leben das Sterben eines nahestehenden Menschen. Hier gilt es nun für Sie, entsprechende Begleitangebote zu organisieren.

Thematisieren Sie das Thema Sterben

Noch bevor der Sterbeprozess einsetzt, sollten Sie mit den Angehörigen über das Thema „Sterben und Sterbebegleitung“ sprechen. Beginnen und lenken Sie das Gespräch (selbstverständlich sollte der Betroffene nicht anwesend sein). Angehörige tun sich oft schwer, dieses Thema von sich aus anzusprechen. Unserer Erfahrung nach werden Sie aber feststellen, dass viele Angehörige erleichtert reagieren, wenn Sie mit Ihnen über dieses sensible Thema sprechen.

Tipp: Machen Sie dabei auch den Einsatz ehrenamtlicher Hospizmitarbeiter zum Thema. Diese können auch in der stationären Pflege, eine sinnvolle Unterstützung sein. Nehmen Sie früh genug Kontakt zur örtlichen Hospizgruppe auf und besorgen Sie sich Informationsmaterial, das Sie an Angehörige weitergeben können.

Helfen Sie dabei, schon im Vorfeld Entscheidungen zu treffen

Sorgen Sie dafür, dass Angehörige und Betreuer immer über das aktuelle Befinden Ihres demenzerkrankten Bewohners informiert sind. Bei Pflegeproblemen sprechen Sie diese rechtzeitig an. Machen Sie ggf. deutlich, dass in der nächsten Zeit grundlegende Entscheidungen anstehen, wie z. B. ob noch eine Krankenhauseinweisung erfolgen soll. Helfen Sie Angehörigen dabei, eine Entscheidung zu treffen, die dem maßgeblichen Willen des Demenzerkrankten entspricht und gleichzeitig seinen jetzigen Zustand berücksichtigt.

Ermutigen Sie den Angehörigen jedoch auch, sich im Vorfeld mit den Konsequenzen seiner Entscheidung auseinanderzusetzen. Er sollte berücksichtigen, wie er selbst mit der Entscheidung zurechtkommt, wenn z. B. entschieden wurde, auf die weitere Gabe von Nahrung zu verzichten. Klären Sie die Angehörigen darüber auf, wie die Sterbephase möglicherweise erleichtert werden kann. Viele Angehörige haben Angst davor, dass ihre sterbenden Familienmitglieder verdursten, wenn das Schlucken stark erschwert ist.

Klären Die deshalb etwa über Techniken der basalen Stimulation und andere Hilfestellungen am Lebensende auf.

Angehörige möchten zur Seite stehen

Sie sollten den Angehörigen vermitteln, wie er dem Sterbenden begegnen kann, wie er z. B. seine Hand halten soll, wie er bei der Mundpflege helfen kann und welche Maßnahmen dem Betroffenen guttun. Gehen Sie dabei sehr behutsam mit den Angehörigen um. Erklären Sie all Ihre Handlungen und Maßnahmen ganz genau und beantworten Sie aufkommende Fragen.

Wichtig: Es gibt immer wieder Angehörige, die zu einer Sterbebegleitung aus unterschiedlichen und individuellen Gründen nicht bereit sind. Diese Entscheidung ist unbedingt zu akzeptieren und sollte von Ihnen nicht bewertet werden. Nehmen Sie sich bei sehr engagierten Angehörigen nach Möglichkeit ruhig etwas zurück.

Ihre Unterstützung ist gefragt

In dem Moment, in dem Angehörige die akute Sterbebegleitung übernehmen, ist es Ihre Aufgabe, sie dabei tatkräftig und einfühlsam zu unterstützen:

  • Geben Sie die Möglichkeit zu Gesprächen. Gehen Sie in angemessenen Abständen, etwa jede Stunde, in das Zimmer und schauen Sie, wie es der sterbenden Person und seinen Angehörigen geht. Fragen Sie, ob Sie etwas tun können. Vermitteln Sie Ruhe und Gelassenheit.
  • Stimmen Sie mit den Angehörigen ab, ob sie bei notwendigen Pflegehandlungen, wie z. B. den Sterbenden lagern, helfen möchten. Verschieben Sie aufwendigere Pflegetätigkeiten, wie z. B. die Körperpflege, in Zeiten, in denen kein anderer anwesend ist.
  • Sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre im Zimmer und für eine bequeme Sitzgelegenheit am Bett. Unter Umständen sollte auch eine Schlafgelegenheit zur Verfügung stehen.
  • Stellen Sie Imbiss und Getränke für die Angehörigen bereit. Bieten Sie diese regelmäßig an.

Übersicht: Diese 7 Fragen helfen Angehörigen, sich mit der Sterbebegleitung zu beschäftigen

  1. Wer soll informiert werden, wenn Ihr Angehöriger im Sterben liegt? Möchten Sie auch nachts angerufen werden?
  2. Haben Sie mit Ihrem Angehörigen schon einmal über die Gestaltung der Sterbesituation gesprochen, zum Beispiel über Kerzen, Blumen, Musik, Gebete, Rituale? Gibt es Familientraditionen?
  3. Möchten Sie die Sterbebegleitung selbst durchführen? Wünschen Sie Unterstützung durch ehrenamtliche Dienste?
  4. Soll ein Geistlicher informiert werden?
  5. Welche Kleidung soll Ihr Angehöriger tragen, wenn er verstorben ist? Welchen Schmuck oder persönliche Gegenstände möchte er bei sich haben? Hat er dazu Wünsche geäußert?
  6. Möchten Sie in die Versorgung einbezogen werden? Waschen, Anziehen?
  7. Welches Beerdigungsinstitut soll informiert werden?

Für ein gutes Ende müssen alle an einem Strang ziehen

Bei der Pflege eines sterbenden Menschen mit Demenz ist es sehr wichtig, dass Sie mit den Angehörigen, Betreuern und Ärzten gut kooperieren. Denn gerade in der letzten Lebensphase müssen schwierige Entscheidungen getroffen werden.

Nur wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, kann es gelingen, eine gute Entscheidung im Sinne der Erkrankten und ihrer Lebensqualität – auch in der letzten Lebensphase – zu treffen.

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