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So ermöglichen Sie Ihren dementen Pflegekunden eine stimmungsvolle Vorweihnachtszeit

02.12.2018

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Die Adventszeit ist immer eine ganz besondere Zeit. Vier Wochen voller Aktionen und Traditionen. Manche Pflegekunden sind vielleicht trauriger als sonst, andere fröhlicher. Völlig egal, wie der Einzelne Weihnachten findet, haben Sie die Chance, Ihren Pflegekunden eine stimmungsvolle Vorweihnachtszeit zu ermöglichen, Erinnerungen zu wecken und Lebendigkeit in den Alltag zu bringen. Was Sie tun können, erfahren Sie hier.

Persönliche Adventseinladungen motivieren zum Mitmachen

Für viele ältere Menschen ist die Vorweihnachtszeit neben aller Freude und Besinnung auch ein Grund zur Trauer. Denn in der Erinnerung an glückliche Familienstunden mag der jetzige Alltag möglicherweise als einsam oder nicht zugehörig empfunden werden. Gerade jetzt steigt aber die Sehnsucht, sich im Familienkreis aufgehoben zu fühlen. Auch bei Menschen mit Demenz können Sie diese Traurigkeit jetzt unter Umständen feststellen.

Angehörige als festen Bestandteil der Angebote einplanen

Machen Sie aus dieser Not eine Tugend und wenden Sie das Blatt: Wenn der Wunsch nach Begegnung da ist, sollten Sie als Betreuungskraft diesem nachgehen. Schreiben Sie an alle Angehörigen und Betreuer eine herzliche Einladung, Ihre Pflegekunden zu besuchen und sie bei einer gemeinsamen Gruppenstunde zu begleiten. Nicht nur die obligatorische Weihnachtsfeier mit Geschenken und Tannenbaum, sondern die gesamte Adventszeit wird so in den Blickpunkt gerückt und möglichst gemeinsam verbracht.

Sie werden für Ihre Adventseinladungen mit großer Sicherheit ein sehr positives Feedback erhalten – und werben zudem so ganz nebenbei für Ihre sehr gute Betreuungsarbeit. Wie wäre es, einen kleinen Gutschein für das Café im Haus mit reinzulegen? Als Motivation auch wirklich zu kommen?

Klären Sie die organisatorischen Rahmenbedingungen im Voraus

Heute ist der erste Advent. Der vierte Adventssonntag wird demnach am 23.12.2018 gefeiert. Überlegen Sie nun folgende Dinge im Team:

  • Wollen wir einmal pro Woche eine Einladung aussprechen? Wie viele Nachmittage mit Pflegekunden und Angehörigen in gemeinsamer Runde sollen angeboten werden?
  • Kann die Einladung auf den/die Adventssonntag( e) oder Adventssamstag( e) fallen?
    Hinweis: Diese Tage eignen sich natürlich am besten für Besucher, sind aber personell schwieriger zu organisieren.
  • Wie können Sie das vorhandene Personal einteilen, damit die einzelnen Angebote entsprechend umgesetzt werden können?
  • In welchen Räumen kann das Einladungsangebot stattfinden? Zentral oder dezentral in jedem Wohnbereich?

Angehörige helfen Ihnen beim gemeinsamen Tun

Sie sollten keine Zauberei veranstalten, wenn Sie zur adventlichen Gruppenstunde einladen. Ein Beisammensein unter einfachen Umständen kann genügen, wenn Sie es achtsam begleiten. Laden Sie zum Backen, Singen oder Basteln ein und stellen Sie dabei das gemeinsame Tun in den Vordergrund. Wie früher in der Familie wird damit Weihnachten gemeinschaftlich vorbereitet – und Sie haben mit den Angehörigen nicht nur Besucher, sondern auch Helfer, die Sie im Vorfeld einkalkulieren können: Die Angehörigen lassen sich sicherlich anleiten, Ihre Pflegekunden zu unterstützen, wo es nötig ist.

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Laden Sie jeden Angehörigen persönlich ein

Natürlich können Sie Aushänge machen, um Ihr Vorhaben mitzuteilen. Aber nicht alle Angehörigen sind häufi g genug in der Einrichtung, um auf diesem Weg von Ihrer Planung zu erfahren. Laden Sie daher zusätzlich schriftlich ein.

Muster: Einladungsschreiben an die Angehörigen

Einladung zum Advent

Liebe Frau Müller, 

wir möchten Sie herzlich einladen, die Adventszeit mit Ihrem Angehörigen und uns als Betreuungsteam in unserer Einrichtung „Heinrich Heine Haus“ mitzugestalten. Gerade in der Weihnachtszeit ist der Wunsch nach familiärer Nähe häufig groß. Diesem Wunsch möchten wir nachgehen und Sie und Ihre Familienangehörigen zu gemeinsamen Adventsaktionen in lockerer Atmosphäre einladen.

Wir planen am nächsten Adventssonntag, dem 09.12.2018, gemeinsam mit Ihnen und unseren Bewohnern ein gemütliches Adventscafé zu veranstalten. An diesem Nachmittag lassen wir mit Musik und Bewegung Weihnachten einziehen. Dazu gibt es leckere selbstgebackene Plätzchen und Früchtepunsch.

Wenn Sie zusätzliche Ideen einbringen möchten, treten Sie mit uns in Kontakt. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge: Tel. 0 22 22 / 99 99 9. Geben Sie uns bitte telefonisch oder per E-Mail (info@xxx.de) Rückmeldung, wann Sie dabei sein möchten, dann planen wir Sie gern mit ein.

Vielen Dank!

Mit herzlichen vorweihnachtlichen Grüßen

Ihre Simone Fuchs

Natürlich können Sie Ihre Einladungen persönlich gestalten und weihnachtlich verzieren. Mit Glitzerfarben gestaltet oder mit ausgeschnittenen Sternen beklebt, bekommen die Einladungen somit eine persönliche Note.

Erinnern Sie sich mit Ihren Pflegekunden an wichtige Weihnachtspersonen

Überlegen Sie in der Adventszeit gemeinsam mit Ihren Pflegekunden, welche wichtigen Personen oder Figuren für jeden Menschen eindeutig mit Weihnachten verbunden sind. Kennen Ihre Pflegekunden eigentlich die geschichtlichen Hintergründe für die beschriebenen Personen?

Personen, die mit Weihnachten und Advent in Verbindung stehen

Der heilige Nikolaus... war der Bischof von Myra in Kleinasien. Er galt als Freund der Kinder und starb wahrscheinlich am 6.12.343. Auf ihn gehen zahlreiche Legenden zurück, etwa das Kornwunder, bei dem von der Kornladung eines reich beladenen Schiffes Korn an Hungernde abgegeben werden konnte, ohne dass die Ladung sich verringerte.

Knecht Ruprecht... ist in den Legenden der Begleiter des heiligen Nikolaus. Seine Figur geht wahrscheinlich aus dem germanischen Brauchtum hervor. Mit seiner Rute bestraft er „unartige“ Kinder.

Der Weihnachtsmann... ist eine moderne Figur. Sie bildet eine Mischung aus Nikolaus und Knecht Ruprecht. In angelsächsischen Ländern fährt er mit einem Rentierschlitten und beschenkt alle Kinder, bestraft sie hingegen auch. In jüngerer Zeit trägt er einen roten Mantel und ruft „Hoho“ – das Unternehmen Coca-Cola hat diesen neueren Weihnachtsmann als Werbefigur erfunden.

Das Christkind... ist das Pendant zum Weihnachtsmann. Die Legende geht auf Martin Luther zurück, der versuchte, die Heiligenverehrung abzuschaffen. Er führte den „Heiligen Christ“ ein, der sich mit der Zeit ins „Christkind“ mit langem, wallendem Gewand verwandelte. Auch dieses beschenkt nun die Kinder zu Weihnachten.

Biografische Fragen machen die Figuren lebendig

Stellen Sie konkrete Fragen zu diesen Personen und den Erfahrungen, die Ihre Bewohner mit diesen gemacht haben:

  • Welche Figur hatte für Ihre Pflegekunden besondere Bedeutung?
  • Können Ihre Pflegekunden von Ereignissen rund um den „Besuch des Nikolaus“ berichten, die sie als Kind erlebt haben?

Mit diesen Fragen sind Sie mitten im Thema „Weihnachten“.

Stundenkonzepte für die gemeinsamen adventlichen Nachmittage

Sobald die Einladungen geschrieben und verschickt sind, können Sie mit der Vorbereitung für Ihre adventlichen Nachmittage beginnen. Sie können sich im Stundenaufbau immer an das gleiche Konzept halten. Bei der Einladung zum adventlichen Beisammensein darf natürlich das gemeinsame Kaffeetrinken nicht fehlen.

In unseren kostenlosen Download-Center haben wir exklusiv für Sie einen beispielhaften Ablauf für einen adventlichen Nachmittag mit Bewohnern und Angehörigen zusammengestellt:

Wie wäre es zum Beispiel, wenn Sie für den einen Adventssonntag zum Adventscafé einladen? Mit diesem Angebot bereiten Sie Ihren Pflegekunden einen gemütlichen Sonntag in geselliger Runde. Verwöhnen Sie diese mit Kaffee, Tee, Früchtepunsch und Plätzchen. Verbreiten Sie mit Kerzenlicht und stimmungsvoller Musik eine weihnachtliche Atmosphäre.

Vorbereitung

Stellen Sie die Materialien zusammen und decken Sie die Tische festlich ein. Laden Sie die Pflegekunden persönlich zu einem geselligen Kaffeetrinken ein. Legen Sie die CD ein und sorgen Sie mit den LED-Kerzen für eine heimelige Stimmung.

Materialliste

  • schönes Gedeck, Kaffeeservice, Milch und Zucker, selbst gebackene Plätzchen aus dem Gruppenangebot (alternativ: gekaufte Kekse), Tischdecken, Servietten
  • Gläser und Früchtepunsch
  • Kaffee und Tee
  • weihnachtliche Dekoration nach Belieben
  • LED-Kerzen
  • 1 CD-Player
  • 1 CD mit weihnachtlicher Musik

Durchführung

Begrüßung: Begrüßen Sie die Teilnehmer und führen Sie das Angebot ein: „Am Sonntag geht es, gerade in der Weihnachtszeit, gemütlich zu. Deshalb möchte ich Sie heute zu einem besinnlichen und gemeinschaftlichen Kaffeetrinken einladen.“

Ablauf

  1. Verteilen Sie die gewünschten Getränke und Speisen bei den Pflegekunden. Helfen Sie, falls nötig, mit dem Einschenken und geben Sie Hilfestellungen.
  2. Fragen Sie regelmäßig die Pflegekunden, ob noch etwas gewünscht wird.
  3. Geben Sie Raum für Gespräche und regen Sie die Pflegekunden an, sich zu unterhalten. Gut eignet sich heute das Thema "Weihnachtsfest". Wie zelebrierten Ihre Pflegekunden die Weihnachtszeit? Gab es ein traditionelles Gericht? Wie wurde der Tannenbaum geschmückt?
  4. Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf die selbst gebackenen Kekse. Wie schmecken Sie Ihren Pflegekunden?

Beendigung

Danken Sie den Pflegekunden für den schönen Nachmittag. Begleiten Sie sie, falls nötig, an den gewünschten Platz.

Wichtig: Einige Pflegekunden feiern evtl. aus religiösen oder anderen Gründen kein Weihnachten. Laden Sie diese auch zu dem Kaffeetrinken ein, um sie nicht auszugrenzen. Beziehen Sie auch diese Pflegekunden in ein Gespräch ein. Wurde alternativ Chanukka gefeiert? Akzeptieren Sie aber, wenn ein Pflegekunde nicht teilnehmen möchte. Achten Sie darauf, dass auch Pflegekunden mit einem größeren Hilfebedarf an der Gemeinschaft teilhaben können und beim Essen und Trinken Unterstützung bekommen. Denken Sie an die gesetzlichen Richtlinien und bitten Sie ggf. eine Pflegekraft, bei einem Pflegekunden mit großem Hilfebedarf Speisen und Getränke anzureichen.

Variation der Durchführung

Wenn Ihre Pflegekunden das wünschen, können Sie gemeinsam einige Weihnachtslieder singen.

Nachbereitung

Räumen Sie die Materialien wieder an ihren Platz und stellen Sie die ursprüngliche Ordnung im Gruppenraum wieder her.

Reflektieren und dokumentieren Sie das Angebot:

  • Der Pflegekunde hat das Angebot gut / nicht gut angenommen.
  • Die Auswahl und Menge der Speisen und Getränke war angemessen / nicht angemessen.
  • Die Dauer des Angebots war passend / nicht passend.

Sie interessieren sich für mehr Praxisangebote für Ihre Pflegekunden? Dann schauen Sie doch mal in unser Online-Portal für die Soziale Betreuung!

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