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Tag der Pflege 2019: Wir sagen Danke an alle Pflegenden

10.05.2019

Pflegefachkräfte: „Sie können wirklich alles, oder?“

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In der Regel besteht die Altenpflegeausbildung aus Grund- und Behandlungspflege sowie dem besonderen Fokus auf demenzielle und psychiatrische Veränderungen und dem Umgang damit. Fertige Altenpfleger sind somit in der Lage, ihre Kunden nicht nur pflegerisch, sondern auch psycho-sozial angemessen zu versorgen. Das allein ist schon eine anspruchsvolle Aufgabe.

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Die nächsten beiden Beispiele aus dem stationären Bereich zeigen aber, dass es damit in der Praxis nicht getan ist. Und zeigen, was Altenpfleger wirklich jeden Tag leisten. Mit Sicherheit kommen Ihnen die Fälle aus Ihrer eigenen Berufspraxis bekannt vor:

Der Altenpfleger Olaf Kruse ist schon seit ein paar Jahren auf der Station „Ruhraue“ beschäftigt. Für die langjährigen Bewohner ist er die Allzweckwaffe: Sei es das Organisieren von seltenen Batterietypen für die 15 Jahre alte Fernbedienung, den Umgang mit elektrisch beheizbaren Lockenwicklern oder die Reparatur eines defekten Rollators mit ein paar einfachen Handgriffen. Eines Abends im Spätdienst kommt die Schwiegertochter einer Bewohnerin auf Kruse zu und sagt:

Herr Kruse, haben Sie mal einen Moment Zeit? Wissen Sie, meine Schwiegermutter liegt hier schon fast vier Jahre. Und ich stelle in dieser Zeit fest, dass Sie für wirklich jedes Problem immer eine Lösung haben. Wie machen Sie das nur? Ich möchte mich bei Ihnen dafür einmal ganz herzlich bedanken. Ich finde es so toll, wie engagiert Sie hier bei dem Personalmangel Ihre Arbeit machen. Ganz toll, Herr Kruse!“

Stationäre Altenpflegekräfte und ihre Superkräfte

Der Grund, warum vor allem stationäre Altenpflegekräfte diese Supermann-Fähigkeiten entwickeln, dürfte drei Ursachen haben:

  1. Die innere Haltung zum Beruf. Es geht einfach darum, den alten Menschen im Rahmen der (begrenzten) Möglichkeiten einen würdigen Lebensabend zu schenken.
  2. Die bescheidenen Strukturen, die sich vor allem in Personalmangel in Pflege, Betreuung, Hauswirtschaft und eben auch Haustechnik immer mehr niederschlagen.
  3. Die Erfahrung. Wer lange in dem Job arbeitet, lernt irgendwann, wie scheinbar kleine Dinge – wie zum Beispiel eine defekte Fernbedienung - erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Pflegesituation haben kann. Deshalb ist man bestrebt, das Problem schnell zu lösen.

Wenn an dieser Stelle ein direktes Dankeschön der Angehörigen kommt, fühlt sich die Pflegekraft bestätigt, genau so weiter zu arbeiten. Vor allem, wenn das aufrichtige Dankeschön auch noch mit realistischer Branchenkenntnis (Personalmangel, schlechte Bezahlung, familienfeindliche Arbeitszeiten, kein Verlass auf den Dienstplan) garniert ist. Dann kommt bei dem Empfänger das gute Gefühl auf „Mensch, mein ganzer Einsatz wird doch noch von jemandem gesehen“. Hier zeigt sich ganz stark, wie wichtig Anerkennung für jeden Menschen ist.

Eine ebenso durchschlagende Wirkung für die Pflegekraft hat ein ehrlich gemeintes Dankeschön von den Führungskräften. Wenn die PDL kommt und sagt, „Jörg, wie hast Du das mit dem Rollator wieder hinbekommen? Frau Hermann strahlt ja über alle Backen. Dankeschön, es freut mich so sehr zu sehen, wie Du Dich engagierst. Du bist wirklich die gute Seele der „Ruhraue“. Danke Dir noch einmal dafür!“ Darüber freut sich die Pflegekraft. Ihr ist völlig klar, dass es keine plötzlichen Gehaltserhöhungen in Verbindung mit Arbeitszeitreduktion gibt. Dafür sind alle Pflegekräfte Realisten und kennen die Rahmenbedingungen genau. Aber die ehrlich gemeinte Anerkennung für den ganzen Einsatz geht runter wie Öl und motiviert zum Weitermachen. Gerade, wenn diese Anerkennung mal aus der Teppichabteilung kommt.

Es ist Zeit, Danke zu sagen

Das zweite Beispiel dürfte Ihnen auch allzu bekannt vorkommen – hier ist der Alleskönner etwas anders definiert...

Die junge Altenpflegerin Katharina Lenk hat vor einem Jahr ihre Ausbildung beendet. Sie hat sich bei den Vorgesetzten schnell den Ruf erarbeitet, strukturiert und zuverlässig zu arbeiten. Das führt dazu, dass sie in jeder Spätschicht ihrer Wochenenddienste und auch immer mehr in den Spätschichten unter der Woche als einzige Fachkraft im 90-Betten-Haus arbeitet. Dadurch muss sie für die jeweilige Schicht alle Behandlungspflegemaßnahmen ableisten und wird zu jedem Notfall gerufen, wo sie dann entscheiden muss, wie vorgegangen wird. Eines Abends sitzt sie gegen 20:30 Uhr erschöpft im Dienstzimmer. Eine Angehörige kommt herein und sagt:

„Schwester Katharina...ohne Sie würde hier alles zusammenbrechen. Sie haben neulich beim Schlaganfall meiner Mutter so toll reagiert und alles hervorragend organisiert. Ich möchte mich dafür bei Ihnen bedanken. Und ich möchte mich bei Ihnen auch dafür bedanken, dass Sie mir immer Sicherheit geben. Wenn Sie im Dienst sind, weiß ich, dass es meiner Mutter bestimmt gut geht und in guten Händen ist. Dankeschön liebe Schwester Katharina. Schön, dass es Sie hier gibt.“

Das Beispiel zeigt, wie junge Pflegekräfte verheizt werden. Wer gut ist, bekommt schnell Verantwortung, unter der er nicht selten zusammenbricht. Wie gut tut da ein Dankeschön. Hier hilft es der Pflegekraft vor allem von den eigenen Vorgesetzten. Vor allem dann, wenn es so ausgesprochen wird:

„Ich weiß, dass die Spätdienste derzeit hart sind. Ich arbeite bereits daran, dass Sie wenigstens unter der Woche nicht mehr alleine sind. Und für das Wochenende stellen wir nur noch examinierte Aushilfen ein, damit Sie zumindest nicht die gesamte Schicht allein sind. Dennoch möchte ich mich bei Ihnen ganz herzlich für Ihre Arbeit bedanken. Ich weiß, was Sie in letzter Zeit hier geleistet haben. Das ist keine hohle Phrase. Immer wenn ich wusste, dass Sie im Dienst waren, war ich beruhigt. Auch dafür möchte ich Ihnen Danke sagen.“

Natürlich ändert das nichts an der akuten Situation. Doch die Pflegekraft bekommt das gute Gefühl, gesehen zu werden. Sie fühlt sich nicht mehr von allen allein gelassen. Das ehrliche Dankeschön vom Vorgesetzten signalisiert vielmehr Wertschätzung und Anerkennung. Und in dem Dankeschön steckt sogar schon das Bemühen um die Verbesserung der Situation drin. Damit wird das Dankeschön erst recht glaubwürdig.

Ambulante Pflege: Das wird von Ihnen verlangt

Im ambulanten Dienst zeigen sich ebenso Situationen, die der Pflegekraft viel mehr abverlangen, als der Lehrberuf hergibt. Dort sind die Kollegen zwar nur im Schnitt 45 Minuten pro Tag beim Patienten – anders als stationär, wo es eine 24-Stunden-Abdeckung gibt. Aber das „Alleskönnertum“ ist auch ambulant gefragt. Wer von Ihnen im Pflegedienst arbeitet, wird das folgende Beispiel so oder ähnlich oft erlebt haben.

Im Pflegedienst Schnitter arbeiten 3 Pflegefachkräfte in Vollzeit. Das reicht gerade so, um die personellen Mindestanforderungen aus dem SGB V-Versorgungsvertrag zu erfüllen. Die übrigen 16 Kollegen sind allesamt Pflegehelfer. Es gibt jeweils eine Früh- und eine Spättour, die nur von Fachkräften gefahren werden können. Diese Touren haben es neben der fachlichen Herausforderung auch sonst in sich:

Jeden Tag sind Patienten mit gelinde gesagt „herausfordernden Angehörigen“ anzufahren, ebenso demente Patienten, bei denen zunächst eine Situation geschaffen werden muss, um die vereinbarten und verordneten Leistungen überhaupt zu erbringen. Hinzu kommt die Tatsache, dass pro Tour 2,5 bis 3 Stunden im Auto verbracht werden.

Ein ermunterndes Dankeschön kann hier von zwei Seiten kommen. Das erste kommt von den Kollegen:

„Toll, dass ihr Drei den Laden so hochhaltet. Ohne Euch würden wir keine MDK-Prüfung schaffen und ihr haltet uns die schwierigsten Fälle vom Hals. Wir danken euch aufrichtig dafür. Gibt es irgendetwas, was wir für euch tun können? Wie können wir euch helfen? Wir möchten euch so gerne etwas für euren Einsatz zurückgeben.“

Auch hier wird bei den drei Fachkräften Freude über das ehrlich gemeinte „Danke“ aufkommen. Vor allem, weil das „Danke“ mit einem Angebot verbunden ist, welches offenbar von Herzen kommt.

Ein Dankeschön von Angehörigen bewirkt Wunder

„Danke dafür, dass Sie immer so pünktlich und zuverlässig kommen. Wir wissen, dass Sie auch im Nachbarhaus versorgen und dass das wohl sehr schwierig ist. Sie beklagen sich nie, Sie sind immer freundlich und hilfsbereit, obwohl auch hier bei unserem Vater die Situation nicht einfach ist. Vielen, vielen Dank dafür, dass wir uns auf Sie verlassen können – auf Ihre Kompetenz, Ruhe und Freundlichkeit. Dankeschön.“

Auch ein solches Dankeschön tut unheimlich gut. Vor allem die Betonung, wofür sich konkret bedankt wird. Für die Fachlichkeit, die eigen Professionalität – und für die eigene Persönlichkeit. Gerade letzteres ist ein Ritterschlag, der oberflächlich von Pflegekräften kaum wahrgenommen wird: Sie als Ganzes werden gelobt und bei Ihnen als gesamte Persönlichkeit wird sich bedankt. Einfach gesagt – das Danke gibt es nicht nur für Ihre Tat, sondern dafür, wie Sie sind!

Und das macht so ein Dankeschön unfassbar wertvoll!

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